Es war einfach unvermeidbar: Nachdem wir als Team bei noisiv.de schon so einige Projekte auf die Beine gestellt haben, fehlte nur noch der nahe liegende Coup, einen Abend mit Livemusik auf die Beine zu stellen. Gesagt, getan und so fand tatsächlich am 13. Mai 2017 das erste NOISIV FEST in Hamburg statt. Noch genauer im why not? Café im Karoviertel. Ehrlich gesagt: Ganz hab ich diese Nummer noch nicht verdaut. Viel zu beeindruckt bin ich immer noch von den leuchtenden Augen der Gäste, der Musiker und denen meiner Kollegen. Ein Abend. Drei Acts. Wahnsinn.

Ohne jemals etwas derartiges geplant zu haben ging es also los. Und nachdem wir einige Tage mit einigen Musikern und Labels geschrieben haben, stand das Line Up für das NOISIV FEST #1. Wood & Valley aus Osnabrück sollte den Anfang machen, Gløde aus Hamburg übernahmen dann den Abend bis Sion Hill mit seiner Band den Headliner mimte. Aus unserer Sicht durch die Bank weg talentierte Acts und so waren wir noch stolzer, diesen Abend mit diesen Künstlern zu gestalten.

Da war er also, dieser eine Samstag, auf den wir als Team wochenlang hinaus hingearbeitet hatten. Um 11 Uhr erst einmal ein lockeres Treffen samt Frühstück im Café. Nach und nach waren wir alle da und es ging los. Tische und Stühle wurden zurecht geschoben, noch einmal fix durchgefegt und dann war auch Platz für Alex, der in Ruhe die Technik aufbauen konnte.

Ab 15 Uhr trudelten dann die ersten Musiker ein und gleich der erste Schock: „How the hell are we supposed to place a drum kit on this stage?!“. Und ja, die Bühne war tatsächlich ziemlich klein, wenn man erwartet, dass da fünf Leute samt Instrumenten drauf Platz finden sollen. Glücklicherweise war das am Ende kein Problem und die Bands konnten alles für sich so positionieren, dass es auf die Eckbühne gepasst hat.

Während des Soundchecks dann, kam es schon zu den ersten Gänsehautmomenten. Was ein Sound! Keiner der Anwesenden hatte damit gerechnet, dass man die Instrumente und die Stimmen schlussendlich so klar definieren kann. An dieser Stelle nochmals ein riesiges Lob Alex, der nicht zu unrecht auch inmitten der Shows einen Shoutout von der Bühne aus bekommen hat. PROPS!

Okay. Dem Techniker haben wir genug Honigs ums.. Ihr wisst schon. Kommen wir zu den Künstlern. Kollege Sean hat vor zwei Jahren die „Gathered Sounds and Fallen Leaves“ EP von Wood & Valley rezensiert. So kam der Kontakt zustande und allesamt waren gespannt auf den ersten Auftritt beim NOISIV FEST. Vorher aber natürlich, brauchten wir ein Publikum…

Wir erfreuten uns des wenn auch wechselhaften guten Wetters und konnten so um 18:30 Uhr pünktlich die ersten Gäste hereinlassen. Keine Stunde später stand dann nach einer kurzen Anmoderation von Babak und Sean Wood & Valley auf der Bühne, um sich die Seele aus dem Leib zu spielen. Er ist einer dieser unscheinbaren Typen, der am Ende dann doch mit einer an Frank Turner erinnernden Röhre daher kommt. Sympathisch, energetisch und ein wahrlich wunderschöner Einklang für das erste NOISIV FEST (alleine dafür geht der Auftritt in die Geschichte ein!).

Die Kollegen Sean und Babak moderierten den Musiker ab und sorgten mit ihren Einlagen dafür, dass es nicht nur ein trockener Konzertabend war, sondern wir noch die Möglichkeit hatten kleine Info-Häppchen über die Künstler loszuwerden. Das hat mir als Zuschauer persönlich sehr gut gefallen und daher an dieser Stelle auch nochmal ein Cheers an unsere Moderatoren!

Es folgte eine geplante Pause und Gløde machten sich bereit, die Bühne zu erobern. Unter der Woche noch waren sie auf Tour in unter anderem Berlin und auf Sylt und waren daher perfekt eingespielt. Online findet man bisher nur wenige Songs und so waren wir alle gespannt, was die in Hamburg stationierte Gruppe auf die Bühne projiziert. Mit fünf Musikern wurde es zwar sehr eng im Rampenlicht, jedoch ließen sie sich nichts anhaben und machten ihr Ding.

Sänger Simon Gløde glänzte mit seiner wunderschön präsenten Stimme und die ganze Band strahlte eine Bescheidenheit aus, die auf den ersten Blick ein sympathisches Bild vermittelte. Und so klingen sie auch, toll ausgeklügelte Melodien treffen auf einen Hauch Melancholie und doch häufiger auf eine belebend fröhliche Stimmung. Abwechslungsreich einzigartig und bezaubernd. Selten bin ich so gespannt auf ein Debütalbum gewesen, das übrigens „Ø“ heißen und im Spätsommer erscheinen wird.

Ebenfalls recht neu am Markt und mit einem Debütalbum in der Pipeline ist Sion Hill. Der Irische Songwriter ist schon seit einigen Jahren am hin und her tingeln zwischen Dublin, Hamburg und Berlin und hat sein Erstlingswerk gemeinsam mit Produzent Johann Scheerer (verantwortlich beispielsweise für das jüngste Album von Peter Doherty oder das selbstbetitelte Album von Bosnian Rainbows) im Clouds Hill Studio hier in Hamburg aufgenommen. Daraus hörten wir im letzten Jahr bereits die ersten Songs „Nothing’s Wrong With Loving You“ und „Beaches“, die mittlerweile als Singles ausgekoppelt worden sind. Diese und noch viele weitere servierte er dann samt Band live auf der Bühne des why not? Cafés.

NOISIV SESSIONS: Sion Hill – Beaches (Live in Benno’s Eck)

Viel hat sich getan, seit wir Sion Hill samt Crew während des Reeperbahn Festivals im letzten Jahr getroffen haben. Mit „Nothing’s Wrong In Loving You“... Weiterlesen →

Mit besagter jüngster Single „Beaches“ verpasste er dem Headlinergig einen Kickstart und konnte das gut eingeheizte Publikum direkt in seinen Bann ziehen. Mit viel Charme präsentierten sie ihre Songs und auch die ein oder andere Anekdote ließ Sion Hill auf das Publikum los. Seine Musik, die man als populäre Rap-Folk-Soul Mischung beschreiben müsste, lässt man dann lieber für sich selbst sprechen.

Auch wenn es während des Konzerts noch einige technische Probleme mit den Keys gab, ist alles glatt gelaufen. Und auch an dieser Stelle kann man wieder nur vom Sound schwärmen, der natürlich ohne die talentierten Musiker um Sion Hill nicht zustande gekommen wäre. Alles in allem war das ein musikalischer Einstand, den man sich nicht besser hätte wünschen können. Und wenn man dann noch einen Blick auf die glückseligen Gesichter der Leute beim Verlassen der Location erhascht, dann fühlt sich alles umso besser an.

SPECIAL THANKS

Wood & Valley, Gløde, Sion Hill, Alexander Kühl, Daniela Kleinschmidt, Fardad und Amir, Marius Wnrs, Imke Meyer, Rabea Weermann, Nicolas Gacek, Moritz Jonas, Clouds Hill, Kaja Abels, Lisa Ostheimer, Sean Bretschneider, Tim Harrius, Babak Kidney, Charles Engelken, Mama Bretschneider und Mama Santjer

Alle Fotos vom noisiv Fest #1