Der vergangene Samstag versprach ein ganz besonderes Spektakel: die Texaner von Nothing More besuchten die Hamburger Markthalle. Mit im Gepäck hatten sie Black Peaks. Ein außergewöhnlich kurzes, aber trotzdem vielversprechendes Line Up. Ich habe mich schon sehr lange auf den Abend gefreut, nachdem ich Nothing More bereits letztes Jahr im Headcrash erleben durfte. SIe sind für ihre ausgefallenen Bühnenshows bekannt und ich war sehr gespannt, welche Besonderheit sie dieses Mal am Start hatten.

Eingeläutet wurde der Abend zunächst von Black Peaks. Den Namen der Jungs habe ich bereits immer mal wieder durch die Sozialen Medien fliegen sehen, aber direkt mit ihnen beschäftigt habe ich mich noch nie – zu unrecht wie ich feststellen musste. Die vier Jungs aus Brighton kamen zunächst eher unscheinbar auf die Bühne, doch bereits nach einigen Sekunden haute Frontmann Will Gardener einen Schrei raus, der sich gewaschen hatte. Ab diesem Moment war mein Interesse geweckt.

Die Engländer begeisterten mit interessantem Progressive-Rock, der weder langweilig noch eintönig klang. Mit jedem Song zeigten sie eine neue ansprechende Seite an ihren musikalischen Fähigkeiten. Nicht nur ich, sondern auch der Rest des Publikums fand schnell Gefallen an den Jungs. Die Stimmung in der Markthalle wurde von Minute zu Minute besser.

Nach kurzer Pause ging es dann anschließend weiter mit Nothing More. Die Jungs aus Texas haben mein Herz vergangenes Jahr im Storm erobert. Ihre Songs sind sehr emotional, niemals zu hart und niemals zu soft. Sie sind einfach vier unfassbar talentierte Musiker, die mit ihren Live Shows einfach nur noch mehr überzeugen. Das letzte Mal sah ich sie in einem wesentlich kleineren Rahmen und nun war ich gespannt wie ein Flitzebogen, was ich diesmal zu sehen bekam.

Sie starteten ihr Set mit „Let’em Burn“ aus ihrem aktuellstem Album. Ein Lied, welches einem direkt die Energie demonstriert, die die Jungs mit ihrer Musik erzeugen können. Und direkt zu Beginn begab sich Frontman Jonny Hawkins in luftige Höhen. Er stand direkt auf einem Gestell, welches bis an die Decke der Markthalle reichte. Darauf sprang er wie wild herum, sodass man sich echt fragte, ob er die Performance überleben würde. Unter der Höhe und Bewegung litt der Gesang aber in keinem Fall.

Die Setlist war ein super Mix aus lauten, ruhigen, neuen und alten Liedern, welche wohl jeden zufrieden stellte. Ihre Show war sehr energiegeladen und alle Bandmitglieder sprangen wie wild auf der Bühne umher und lieferten dabei eine fehlerfreie Performance. Die Menge vor der Bühne sang ausnahmslos jeden Song textsicher mit und tanzte ausgelassen. Für mich sind die Jungs absolute Ausnahmetalente, die es schaffen die Menschen ab der ersten Sekunde von sich zu überzeugen. Dazu sind ihre Alben geniale Meisterwerke, wie sie von kaum einer Band geschrieben werden. Man spührt einfach wie unfassbar viel Lust sie haben Musik zu machen und diese in die Welt zu tragen.

Einen Höhepunkt erreichte das Konzert mit dem Song „Jenny“, welcher sehr ruhig und emotional daher kommt. Er erzählt die Gedanken, die man als Angehöriger einer drogensüchtigen Person durchlebt. Frontman Hawkins schrieb das Lied für seine Schwester, die mit einer Abhängigkeit und Depressionen zu kämpfen hat. Das Lied zeigt eine Perspektive, welche von Musikern in einer solchen Situation sehr selten beleuchtet wird, die aber trotzdem ähnlich schlimm sein kann wie die Sucht selbst.

Einen Abschluss fand das Konzert mit zwei Cover Songs jeweils von Skrillex und Queen. Performet wurden diese auf einer Konstruktion, die sich schwer beschreiben lässt. Ich lasse unnötige Beschreibungen jetzt auch einfach weg und verweise auf das Foto zu der Linken. Als eine der wenigen Bands sprechen sich Nothing More ganz stark und offen gegen Zugaben aus. Somit war das Konzert beendet und alle konnten zufrieden weiterziehen.

Wie auch schon letztes Jahr hat mich die Performance mehr als überzeugt. Die Jungs sind einfach eine der besten Bands sowohl auf Platte als auch Live. Nicht nur sind die Shows sehr spektakulär aufgemacht, wo man gar nicht mehr wegschauen mag, sondern auch musikalisch auf einem unfassbar hohem Niveau. Also ich sollten sie nochmal in der Nähe sein, lege ich jedem ans Herz die Shows ohne Erwartungen zu besuchen, denn diese werden sowieso übertroffen werden.