NxWorries_-_Link_Up_&_Suede_-_Low-Res-CoverOkay, kalt ist es hier in Hamburg noch nicht so richtig. Aber Hand auf’s Herz: jetzt im Pontiac durch LA zu cruisen wäre schon ganz geil. Die Sonne brennt wie sau, aber hey! zum Glück gab es im letzten Second Hand Laden noch diese verdammt hippe Sonnenbrille. Bei der gleichen Gelegenheit hat man dann direkt diese Sandalen mitgenommen, die selbst deinem Vater zu peinlich wären, und natürlich diese beiden Mädels mit den blondierten Haaren, die so verloren dreinblickten. So oder so ähnlich sieht das Musikvideo von NxWorries zu ihrem Song ‚Suede‘ aus. Und genauso fühlt sich auch der Sound auf der ‚Link Up & Suede‘ EP an. Warm, melodisch und mit verdammt viel Seele. Irgendwo zwischen Marvin Gaye, J Dilla und Sugafree.

Wer aber sind nun eigentlich NxWorries? Hinter dem Pseudonym verbergen sich Wunderknabe Anderson.Paak und Produzent Knxwledge. Anderson.Paak kommt aus dem Umfeld der Sa-Ra Creative Partners, die es insbesondere Mitte des letzten Jahrzehnts schafften, einen erwachsenen, soul-lastigen HipHop-Sound zu etablieren. Die ganz große Aufmerksamkeit wurde Anderson zuteil, als im August Dr. Dre’s ‚Compton‘ erschien. Über den tatsächlichen Anteil an dem Album darf mutig spekuliert werden, doch auch auf den sechs Tracks, auf denen der Ex-Biobotaniker tatsächlich zu hören ist, wird richtig abgerissen (Anspieltipp: Animals).

Knxwledge hatte sein mediales Erwachungserlebnis bereits im März dieses Jahres. Ein gewisser Kendrick Lamar trat mit ‚To Pimp a Butterfly‘ offene Türen ein und legte eins der besten Alben vor. Nix 2015, sondern jemals.

Die ‚Link Up & Suede‘ EP, erschienen auf Stones Throw, liefert uns nun sechs Anspielstationen – drei Interludes, sowie drei Songs. Kurz, aber Intensiv und einfach bloß gut. Das hier ist etwas für die wenigen Leute, die tatsächlich geile Musik wollen und nicht einfach den nächsten Radio-Hit. Die Beats rumpeln und man fragt sich ob sie es bis in den nächsten Takt schaffen. Anderson.Paak croont sich von Strophe zu Strophe und lässt keinen Zweifel an seiner künstlerischen Berechtigung auf ‚Compton‘. Hier kommen sowohl eingefleischte Stones Throw Anhänger auf ihre Kosten, als auch westcoastgeprägte Rap-Heads. Gerne mehr davon.

[asa]B018896PZS[/asa]