„Bass-Noise-Rock“ – eine recht ungewöhnliche Genre-Beschreibung für die Musik des Kölner Trios Octo. Die kommt aber nicht von ungefähr, denn der Sound ihres Debütalbums „Kitsch“ setzt sich aus den Drums von Guido Karnstedt sowie den beiden Bass-Gitarren von Torben Feck und Tobias Göbel zusammen. Klingt interessant? Ist es auch – vor allem haut es ziemlich auf die – Pardon – Kacke.

Nicht nur Gitarren haben sie über Bord geworfen; auch jegliche Vocals sucht man hier vergebens. Das Ding ist ein Instrumental-Brecher! In Overdrive-Effekten getränkte Bass-Riffs schlagen tief in die Magengrube und setzen sich dort fest.

Jeder Track bringt seine eigenen Ideen mit, die breit und lang aufgefächert werden. Letzteres wiederum ist jedoch auch das eine Hauptproblem, das „Kitsch“ mitbringt: Oft sind die Stücke einfach einen Ticken zu lang. Die Idee ist da, sie wurde ausgebreitet, liegt offen vor einem – und wird dann nochmal zusammengepackt und von neuem geöffnet. Auf Dauer einem das die Motivation, den schrägen Ideen von Octo zuzuhören. Man muss sich durchbeißen.

Wer sich aber durchbeißt, wird mit eben jenen coolen Ideen und dem sehr gelungenen Noise-Sound von Octo belohnt. Irgendwie ist „Kitsch“ sogar ein Stück weit erfrischend, ist es doch so anders, als all das, was man sonst zu hören bekommt. Überall hört man unwahrscheinlich viel Potential; es darf in Zukunft eben bloß noch etwas stringenter verpackt werden.