Ein seltenes Phänomen der Generation Wikipedia: das Thema Gravitation lässt heute noch viele kluge Köpfe glühen. Derweil verbraten schöne Köpfe die Thematik in den Stoff aus dem die Oscars sind und auch die Astronauten der wirklichen Sorte machen ab und an interessante Erfahrungen. Kotzen im All etwa. Soll auch im Liegen funktionieren, aber das nur nebenbei. Schwindelerregend geht es auch in Damn, Gravity zu, dem Videodebüt der Tagträumerin OKAY KAYA aus dem schlaflosen New York.

Der Vater in New Jersey, mit der Mutter im Norden: auf den Straßen Oslos kann es schon mal kalt und finster zugehen, idealer Nährboden für harte Metalbands und kühle Träume, so hört man. Tatsächlich begann die junge Norwegerin ihre musikalische Karriere als Mitglied einer Black Metal Band, ehe sie die Unruhe packte und sie nach New York griff.

Damn, Gravity ist eine Träumerei, ein bisschen Melancholie und Spaß. Etwas zum Liegen auf der Festivalwiese, irgendwo zwischen Gräsern aus Grimes und den Blüten von Jamie XX. Letzterer soll erst kürzlich eines ihrer Tracks in eines seiner Sets auf BBC Radio 6 aufgelegt haben. Ein bis dato unveröffentlichtes Stück wie es heißt. Da haben sich zwei gefunden.

Produziert hat Damn, Gravity Rodaidh McDonald, welcher schon zusammen mit King Krule, Sampha und – Oh, Überraschung – The XX wundervolle Melodien aus den Reglern zapfen durfte. Auf visueller Seite zeichnet sich mit Eric K. Yue ebenfalls ein New Yorker für das besinnliche Videoselfie verantwortlich, was schon deftig die Werbetrommel für lauwarme Sommerabende rühren dürfte.

OKAY KAYA hat nicht zum ersten Mal unsere Augen und Ohren in Aufregung versetzt. Mit Clouds erschien erst vergangenen Winter eine knapp zweiminütige Akustikbazooka, mit der sie sich ins Radar erster Blogs und Musikkapitänen schoss. Entgegen meiner Ausdrucksweise ist das Stück jedoch alles andere als militärisch, wenn Zeilen wie „You never, never loved me like you should“ durch die Straßen wehen.

Auf die erste Platte müssen wir uns noch ein wenig gedulden. „I’m trying to figure out how an OKAY KAYA album looks like“ erklärte sie jüngst, eventuell seien auch ein paar Kollaborationen drin. Vielleicht ja sogar mit Jamie XX, der erst neulich mit einer wundervollen Kollabo mit Bandkollegin Romy Madley Croft gelungenes Teamwork auf unsere Blogwand zimmerte. Damn!