Spätestens seit seinem kurzzeitigen Mitwirken bei neoParadise und Circus Halligalli, unter anderem in seiner Paraderolle des Charles Schulzkowski, sollte er den Allermeisten unter euch ein Begriff sein: Olli Schulz. Vom Roadie zum sympathisch dilettantischen Lieder- und Quatschmacher war es eine lange Strecke für den gebürtigen Hamburger, heute Wahlberliner. So bietet ihm sein eigener Lebensweg genügend Stoff, um auf der Bühne und in Songs, im Fernsehen bei Schulz in the Box oder im Radio bei Sanft & Sorgfältig eine ordentliche Ladung an Gags und Geschichten vom Stapel zu lassen.

Feelings aus der Asche (Album-Review)

Wer schonmal unter der Bahrenfelder Trabrennbahn mehrere Jahre in einer von Pferden bewohnten Parallelwelt verbracht hat, ist für so eine multimediale Präsenz auch sicher prädestiniert. Allerdings gab Olli Schulz vor einiger Zeit seinen Rückzug aus dem Fernseh-Business bekannt, um sich wieder mehr auf die Musik konzentrieren zu können. Gut so, wenn man nicht auf ewig mit „Ey Olli, ficki ficki“ auf der Straße angesprochen werden will. Die Radioshow mit Jan Böhmermann läuft dennoch weiterhin auf diversen öffentlich-rechtlichen Radiosendern im Bundesgebiet.

ascheAber der Fokus liegt nun wieder auf Ollis Singer-Songwriter-Künsten, denn: Im Januar 2015 erwartet uns das neue Album „Feelings aus der Asche“. Sehr melancholisch soll sie geworden sein, keine verspielten Quatsch-Songs sollen drauf sein, und es wird – anders als der Vorgänger „S.O.S.“ – keine akustisch im stillen Kämmerlein eingespielte Platte. Dieses Mal ist wieder eine ganze Bandbesetzung unterstützend tätig gewesen, ihr wohl bekanntester Vertreter: Gisbert zu Knyphausen.

phaseNachdem nun bereits beim durch Schulz und Böhmermann moderierten radioeins-Sommerfest der Song „Phase“ solo von Olli dargeboten wurde, ist dieser nun der erste Single-Vorbote auf „Feelings aus der Asche“. Auch in einem kurzerhand aufgenommenen – mittlerweile wieder gelöschten – Facebookvideo zeigte Olli den Song schon vorab. Das Stück über die Liebe in Zeiten der Selbstdarstellung wirkte in dieser puristischen Akustikversion weitaus melancholischer, als es nun in der Studiofassung ist. Beides hat jedoch seinen eigenen Charme und besonders der Text beeindruckt. Dass Olli grad‘ in so ’ner Phase, wo er viel zu Hause rumhängt, sei, kauft man ihm gleichmaßen ab, wie die Phase, wo ich viel über dich nachdenk‘. Und zwischen dieser Lethargie und Sehnsucht finden sich wunderbare Zeilen wie diese:

Die sind hier alle auf Bio, trinken Smoothie mit Sekt. Du nimmst zwei Gläser Gin Tonic, schmeißt das eine gleich weg. Wie deine guten Manieren, und so wie Stefan und Jan, und so wie Basti und Tim, und so wie mich irgendwann.

„Phase“ ist seit heute auf den gängigen Downloadplattformen verfügbar, das Album „Feelings aus der Asche“ erscheint am 9. Januar des kommenden Jahres.

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