Vergangenen Mittwoch war es für mich endlich wieder so weit: Ich konnte Parkway Drive und Stick To Your Guns endlich wieder live auf der Bühne erleben. Die beiden Bands stehen bei meinen persönlichen Favoriten ganz oben auf der Liste und umso besser war es daher für mich, dass sie zusammen auf Europa Tour gingen. Leider spielten die beiden Bands dieses Mal nicht in Hamburg sondern in Bremen, was uns aber natürlich nicht davon abhielt trotzdem hinzugehen. Erstrecht, weil Parkway Drive auf der Unbreakable Tour die wohl aufwendigste Bühnen-Show der Bandgeschichte dabei hatten. Alles sprach also für einen kleinen Roadtrip nach Bremen, um dort eines der besten Konzerte des Jahres zu erleben.

Jedoch musste ich direkt bei Beginn des Konzertes eine herbe Enttäuschung einstecken – Stick To Your Guns besetzten den Opener-Slot, womit sie nur eine gute halbe Stunde Spielzeit hatten. Aber diese halbe Stunde hatte es in sich. Ab dem ersten Song bildeten sich große Moshpits in der Location und das Publikum war fleißig am Mitsingen. Die Jungs aus Orange Country spielten wie gewohnt eine energiereiche Show und Frontmann Jesse Barnett fand immer wieder Zeit für seine bekannten Reden über die Dringlichkeit nach Veränderungen in unseren Köpfen und in unserer Welt.

Fotos: Kaja Abels / noisiv.de

Die Jungs gehören für mich nicht nur wegen ihrer überragenden Live-Shows und Alben, sondern auch wegen ihres außerordentlich großem politischen Engagement an die Spitze des Hardcore-Olymps. Bevor sie ihre Europa Tour mit Parkyway Drive antraten, spielten sie als erste amerikanische Hardcore Band überhaupt eine Show in Kenia. Zusammen mit der Hardcore Help Foundation überraschte die Band einige Kinder in Afrika in der Schule, spielten mit ihnen Fußball und spendierten ihren unter anderem Reittherapien und Rollstühle. Das nur mal so als Information am Rande und als Erklärung, warum man die Jungs auch abseits des musikalischen in höchstem Maße respektieren sollte.


Nach der leider viel zu kurzen Spielzeit wurden Stick To Your Guns abgelöst von Asking Alexandria, die mit ihrer aufwendigen Lichtshow die Bühne einnahmen. Die Briten machten im vergangenen Jahr einige Schlagzeilen durch mehrmaligen Sängerwechsel und sind nun wieder in Ursprungsbesetzung unterwegs. So kam es, dass das Set der Gruppe größtenteils aus ihren Hits der „alten Zeiten“ bestand und kein Song vom neusten Album „The Black“ gespielt wurde, welches meiner Meinung das einzige Album der Band ist, welches man tatsächlich mal hören kann. Wir nahmen also Platz auf der Tribüne, setzten unsere Sonnenbrillen auf, um die Lichtshow aushalten zu können und tranken genüsslich ein kleines Bierchen.

Und dann war es endlich soweit – Parkway Drive betraten mit dem epischen Intro von „Wild Eyes“ die Bühne. Wie es sich gehörte, stimmte die Menge sofort bei den ersten Tönen mit ein. Und dann entstand ein Moshpit, wie die Halle ihn wahrscheinlich schon lange, ach was sage ich, noch nie gesehen hat. Eigentlich war er überall, keiner stand mehr still und man musste sich ordentlich vor fliegenden Füßen, Händen und Menschen in acht nehmen. Die Setlist war aber auch einfach nur abgehenswürdig. Gespickt mit den besten Songs der Bandgeschichte aus alt und neu, da konnte einfach niemand stillstehen.

Und die Aussage, dass die Unbreakable Tour die größte und aufwendigste Tour sein wird, wurde nun wirklich nicht untertrieben. Regelmäßig kamen große Flammen aus dem Boden und Feuerwerke explodierten über den Zuschauern. Mit anderen Worten, stand man nahe an der Bühne – so wie wir – wurde es ordentlich heiß! Um die ganze Sache dann noch zu überbieten, stand die Band während des äußerst epischen Song „Writings On The Wall“ auf Podesten, die sie bis kurz unter die Hallendecke fuhren und im Endeffekt standen sie dann hinter hohen Flammensäulen in schwindelerregender Höhe auf der Bühne.


Doch das sollte nicht der Höhepunkt gewesen sein. Nein, wie schon vorher durch mehrere Stellen angeteasert wurde, gab es ein sich drehendes Schlagzeug. Während eines fast fünf minütigen Schlagzeug-Solos begann das Metalgestell um das Drumset langsam an sich nach links und rechts zu drehen. Zum Höhepunkt drehte es sich dann schließlich um 360°, sodass Drummer Ben Gordon kopfüber ein atemberaubendes Solo spielte. Mit „Crushed“ und „Bottom Feeder“ verabschiedeten sich die Australier von der Menge und wurden abartig gefeiert.

Die Reise nach Bremen hatte sich für uns in vollem Umfang gelohnt. So eine spektakuläre Show bekommt man auf den üblicherweise eher kleineren Hardcore- und Metalcore Shows ja eher selten zu sehen. Normalerweise bevorzuge ich zwar eher die kleinen Konzerte, wo es einzig und allein auf die Musik und nicht auf irgendeine überzogene Pyro- oder Lichtshow ankommt, jedoch war es an dem Tag eine nette Abwechslung und es kam auch immer noch sehr authentisch rüber. Und letztendlich konnte ich zwei meiner Herzens-Bands endlich wieder live erleben und darauf kommt es schließlich an. Seid nicht überrascht, wenn diese Show am Ende des Jahres in meiner Liste der Top-Konzerte auftaucht!

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