Foto: Andreas Langfeld

Nichts ist, wie es einmal wahr – nun ja, fast. Bereits mit dem letzten Album „Diene der Party“ zeigten Pascow eine deutliche Weiterentwicklung, die nun mit ihrem sechsten Album „Jade“ konsequent weiter geführt und in die Breite gezogen wird.

Diese Aussage kann man aber nur mit einem Sternchen stehen lassen, denn die Grundlage für die Weiterentwicklung ist, wofür man Pascow kennt und schätzt: schneller, kompromissloser Punkrock und ein wütender Alex Pascow, der beißt und seine Texte in einer mitreißenden Art ätzt, die in ihrer Art einzigartig und markant ist. Wie eine Umarmung legen sich dann kleinere und größere Experimente und Details um das Grundgerüst – im wahrsten Sinne des Wortes, denn das erste und letzte Stück werden vom Klavier getragen.

Gerade „Wunderkind“, der abschließende Song des Albums, ist etwas, das man von Pascow nicht erwartet hätte. Eine unruhige Klavier-Ballade, die gerade deswegen funktioniert, weil es nicht irgendwann in den typischen Pascow-Groll explodiert. Stattdessen wirken Text und Gesang umso intensiver. Mit Verlaub möchte man behaupten, dass dieses „Wunderkind“ der vielleicht wichtigste Song ist, den die Band in all ihren Jahren veröffentlicht hat.

Zwischen diesen beiden Songs kommt es aber nie zum kreativen Stillstand. Die erste Vorab-Single „Silberblick & Scherenhände“ überraschte bei der Veröffentlichung beispielsweise bereits mit einer weiblichen Gesangsstimme im Refrain. Die Halbzeit des Albums wird mit „Die Backenzähne des Teufels“, einem Instrumental im Western-Stil, eingeläutet. Über allem stehend: Die Abkehr von codierter, kryptischer Lyrik, hin zu klaren Aussagen und Texten. Überall finden sich solche kleinen und größeren Neuerungen im Pascow-Universum, über die man sich auch noch jedes Mal freut, wenn man sie entdeckt.

„Jade“ ist ein wichtiges Statement für das, was Punkrock im Jahr 2019 sein sollte: kreativ, risikofreudig, druckvoll, sauer, dreckig produziert, aussagekräftig. Nach dem Dokumentarfilm „Lost Heimweh“ war die Frage durchaus berechtigt, ob Pascow denn nochmal ein Album veröffentlichen würden – schließlich stellten sie diese Frage selbst in den Raum. In dieser Hinsicht funktioniert das sechste Album der Mannen aus der Provinz als kraftvolle Antwort.

Pascow: „Jade“-Tour

  • 09.03. – DE: Essen, Turock (30 Jahre Ox Fanzine)
  • 17.04. – DE: Hannover, Faust
  • 18.04. – DE: Jena, Kassablanca
  • 19.04. – CH: Zürich, Dynamo
  • 20.04. – DE: Freiburg, Waldsee
  • 22.04. – DE: München, Strøm
  • 23.04. – DE: Stuttgart, Universum
  • 24.04. – DE: Erlangen, E-Werk
  • 25.04. – DE: Köln, Gloria
  • 26.04. – DE: Berlin, SO36
  • 27.04. – DE: Hamburg, Docks
  • 28.04. – DE: Leipzig, Conne Island

Jade

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4.8 von 5 Sternen (7 customer reviews)

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