PeterLicht. War das nicht der, der einst Interviewanfragen durch Zusendung einer Kartoffel beantwortete, aus der sich die Journalisten den Künstler selbst bauen sollten? Der, der sein Gesicht auf Pressefotos stets verbarg, der das Fotografieren auf Konzerten unterband und der sich bei Fernsehauftritten nur von hinten oder aus genügend Sicherheitsabstand filmen ließ? Ja, das ist er, der PeterLicht. Und jetzt ist der, der immer seine Musik statt Bilder sprechen lassen wollte, auf einmal ganz sichtbar, bei „Pufpaffs Happy Hour“ auf 3sat. Einfach mal so, ohne Tamtam, und passender und schöner hätte die „Enthüllung“ doch auch kaum stattfinden können. Denn eines ist das Äußere eines Menschen ganz sicher: Egal. Ob man sich zeigt oder unerkannt bleibt: Egal. Wenn er hier ist und sich zeigt, ist das gut. Und wenn er nicht hier ist, ist er auf dem Sonnendeck.

Ob mit Gesicht oder ohne, PeterLicht ist einer der ganz Wichtigen in der intellektuellen Songwriterriege. Seine Worte sprechen für sich, ob auf seinen Tonträgern oder in seinen Büchern. Jüngst hat er zeitgleich beides veröffentlicht: Das formidable Doppel-Live-Album „Lob der Realität“ und ein gleichnamiges Schriftstück.

In besagtem Video performt PeterLicht zusammen mit seinem Pianisten den Evergreen „Lied vom Ende des Kapitalismus“, titelgebendes Stück seines 2006er Albums.

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