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PinkePank / Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Es ist endlich wieder so weit: Die Festival-Saison steht vor der Tür! Am Pfingstmontag ging es für mich, wie im letzten Jahr, mit dem Pfingst Open Air in Essen-Werden los. Die Wettervorhersagen waren im Vorfeld gemischter Meinung, jedoch hielt mich das natürlich nicht davon ab, mich auf den Weg zu machen – insbesondere, wenn ein Umsonst-&-Draußen-Festival mit Love A und Drangsal zwei sehr schlagkräftige Argumente für mich zu bieten hat!

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Die Elektronische Wiese

Darüber hinaus bot das Pfingst Open Air auch dieses Jahr wieder ein gemixtes Angebot – irgendwas ist für jeden dabei. Neben den bereits erwähnten Acts spielten mit LGoony, Zugezogen Maskulin und Donots relativ bis sehr bekannte Bands auf. Dazu gab es mit Breathe Atlantis, PinkePank und GOLF auch einige weniger populäre Namen und für Freunde der elektronischen Musik ist nach wie vor die „Elektronische Wiese“ eine Anlaufstelle.

Von Garagen, Discos, Punk und kaltem New Wave

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GOLF beim Pfingst Opern Air Werden 2016

Nun gut, ich für meinen Teil interessierte mich eigentlich nur für Love A und Drangsal – schaut man hier im Blog in den entsprechenden Künstlerarchiven rein, weiß man warum. Nichtsdestotrotz kam ich etwas früher auf dem Festival-Gelände an, sodass ich noch einige Songs von PinkePank sah. Entgegen des Namens bezeichnen sie ihre Musik als „Garage Groove Rock“. Wie auch immer man das einordnen mag: Die Songs gingen gut nach vorne und ich konnte ihnen spontan einiges abgewinnen.

Weiter ging es mit GOLF, einer musikalisch komplett anderen Band. Es geht in Richtung Disco mit elektronischen Klängen. Sehr tanzbar sorgen die Tracks für gute Laune – insbesondere auch, weil GOLF gut eingestellt waren. Das kommt natürlich auch beim Publikum an, die die Gruppe sehr positiv annahmen. GOLF durften mit ihrem Auftritt definitiv einen Erfolg verbuchen.

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Love A beim Pfingst Opern Air Werden 2016

Dann mein persönliches Highlight: Love A! Das Quartett kam auf die Bühne, sah und siegte! Angefangen mit ihrem typischen Opener „Oder“ ging es durch ein Potpourri ihrer drei Studioalben. Ganz besonders schlugen „Entweder“ und ihr Pascow-Cover „Too Doof too Fuck“ ein! Die Band zeigte sich von ihrer besten Seite und Jörkk blödelte zwischen den Songs wie gewohnt umher. Ein gelungener und schöner Auftritt!

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Drangsal beim Pfingst Opern Air Werden 2016

Direkt danach war Max Gruber aka. Drangsal mit seiner Band an der Reihe – mein zweites Highlight! Ich sah sie ja bereits im letzten September beim Angst macht keinen Lärm und wenngleich sie da schon sehr gut auftraten, haben sie sich in der Zwischenzeit nochmals um einiges gesteigert. Gruber strahlt eine ganz besondere, bisweilen seltsame und unterkühlte, jedoch sehr passende Bühnenpräsenz aus, obwohl er sich nicht großartig bewegte. Auch das interessante Bühnen-Setup trug zum interessanten Gesamteindruck bei. Gruber selbst ist übrigens ein hervorragender Sänger, die Songs aus dem Debütalbum „Harieschaim“ klingen live nochmal eine Ecke voller und überzeugender, als ohnehin schon auf der Platte.

Ein schönes Jahr

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Jörkk Mechenbier von Love A

Drangsal war dann auch die letzte Band, für die ich mich wirklich interessierte. LGoony und Zugezogen Maskulin passen nicht in mein Musikraster hinein (wobei ich zu LGoony sagen kann, dass ich die Beats extrem langweilig und monoton fand) und den Donots kann ich schon seit über zehn Jahren nichts abgewinnen. Statt also blöd rumzustehen und Platz zu klauen, machte ich mich irgendwann wieder auf den Heimweg. Zwischendurch gab es noch einen vier Euro teuren Döner, der diese selbstverständlich nicht wert war; dafür ist das Bier (wie eh und je) mit 2,50 zuzüglich einem Euro Becherpfand angenehm günstig und trinkbar.

Obwohl das Wetter in Anbetracht der vorherigen Tage sicherlich deutlich besser hätte sein könne, hatte ich insgesamt eine Menge Spaß beim Pfingst Open Air. Da können dann meinetwegen auch eine Bande 16-jähriger Retorten-Punks in der ersten Reihe rumsitzen und sich für nichts interessieren – das verdirbt mir den Spaß nicht (wenngleich ich zwischenzeitlich ziemlich sauer war und einmal laut wurde, was die Kids natürlich nicht interessierte).

Mit meinem anstehenden Umzug nach Hamburg wird dies das wohl letzte Pfingst Open Air für mich sein – ein wenig schade ist es ja schon. Irgendwie mag ich es dort in dieser idyllischen Atmosphäre mit dem Fluß und der hübschen Natur um einen herum. Sofern ihr also in Schlagweite wohnt: Schaut nächstes Jahr vorbei und grüßt die Bands von mir!

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