Foto: Facebook / Placebo

Foto: Facebook / Placebo

Woran kann man messen, ob eine Band einen Legendenstatus hat? Diese Frage stellte sich mir beim Verfassen dieser Rezension. In jedem Fall dürften Placebo den meisten Musikfans geläufig sein. Es gibt kaum eine internationale Band dieser Größe, die so regelmäßig die deutsche Festival-Landschaft bespielt hat. Nun veröffentlicht die Band um Frontmann Brian Molko ein Best of, welches die große Bandbreite ihrer 20-jährigen Bandgeschichte abdeckt.

placebo-a-place-for-us-to-dream

Beim Entpacken von „A Place For Us To Dream“ fällt einem zunächst das Booklet auf, welches unveröffentlichte Bilder der beiden Placebo Gründungsmitglieder Brian Molko und Stefan Olsdal zeigen. Ein Blick auf die Tracklist macht klar, wieviele bekannte Hits die Band aus UK im Laufe ihrer Jahre herausgebracht hat – das Best of umfasst 36 Songs als Doppelalbum. Sehr positiv fällt die Auswahl der Lieder aus, bei dem der Mix aus alten und neuen Songs überzeugt. Einzig Tracks vom MTV-Unplugged-Album sind auf „A Place For Us To Dream“ nicht zu finden, was der Qualität dieses Best of jedoch in keiner Weise schadet!

Mit „Jesus’ Son“ ist ein brandneuer Song mit im Repertoire, der auf der ebenfalls neu erschienenen EP „Life’s What You Make It“ enthalten sein wird. Weitere Tracks auf der ersten CD sind Evergreens, wie „Every You And Every Me“ und das düstere „Without You I’m Nothing“ vom gleichnamigen Album, bei dem niemand geringerer als David Bowie seine Vocals beisteuerte. Auch das bekannte Cover „Running Up That Hill“ von Kate Bush darf auf keinen Fall fehlen. Die zweite CD lässt ebenfalls keine Wünsche übrig: Das, mit Michael Stipe gesungene, „Broken Promise“ ist ebenso vertreten, wie die Klassiker „Teenage Angst“ und „Special K“. Placebo setzen bei ihrem Blick in die Vergangenheit nicht nur auf die bekannten Nummern, sondern schaffen mit „Lazarus“ Platz für einen Song vom Album „B Sides 1996-2006“. Auch die Redux-Version von „Because I Want You“ schmückt diesen in einem neuen Gewand und klingt nochmal intimer als auf „Meds“.

Während „A Place For Us To Dream“ über die Boxen ertönt, ertappe ich mich dabei, wie ich bei fast jedem Lied die Lyrics mitsinge. Placebo waren die letzten 20 Jahre eine der größten Bands in ihrem Genre. Molko und Olsdal haben mit Placebo den Musikmarkt beeinflusst und zahlreiche Fans für ihr ganzes Leben geprägt. „A Place For Us To Dream“ allerdings auch denjenigen einen sehr guten Eindruck, die sich bisher noch nie mit der Band beschäftigt haben und dies nun nachholen wollen.

Ich bin gespannt, ob Placebo sich immer wieder neu erfinden werden oder einen ähnlichen Weg wie R.E.M. gehen und irgendwann einen Schlussstrich ziehen werden. Ich weiß zwar immer noch nicht, ab wann eine Band einen Legendenstatus hat. Bei Placebo bin ich mir allerdings sicher, dass dieser durchaus zutrifft.

Wer Placebo live sehen und dabei viele alte Songs hören will, die sie seit einer Ewigkeit nicht mehr gespielt haben und womöglich nie wieder spielen werden, der sollte auf eins der diesjährigen Konzerte gehen:

  • 31.10. – Hamburg, Barclaycard Arena
  • 02.11. – Köln, Lanxess Arena
  • 04.11. – München, Olympiahalle
  • 05.11. – Leipzig, Arena
  • 07.11. – Berlin, Mercedes-Benz Arena
  • 23.11. – Frankfurt, Festhalle
  • 24.11. – Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle

[asa]B01I4CK62W[/asa]