Please Madame

Foto: Arne Müseler

Als einer der verheißungsvollsten Newcomer aus Österreich werden sie derzeit gehandelt und vor wenigen Tagen haben sie ihr Debütalbum „Escape the Nest” veröffentlicht. Die Rede ist von Please Madame aus Innsbruck. 13 Songs beinhaltet der Erstling, in dem sie sich mit ihrer Mischung aus Indie-Rock und Synth-Pop sehr variabel, allerdings immer eingängig und catchy zeigen.

Please Madame - Escape the Nest

Bereits „Rest”, der einleitende Song des Albums, macht das deutlich: Die Eröffnung klingt bereits euphorisch. Die Mischung aus eingängigem Riff, hohem Tempo und dem charakteristischen Gesang von Sänger Dominik Wendl dürften bei vielen für gute Laune sorgen. Der Song macht definitiv Spaß und heizt den Hörer ordentlich ein.

In den folgenden Minuten steigert sich diese Euphorie in „Too Much Cologne” und „lieswysbdkdkwiaa” nur noch weiter. Vor allem der zweite Song ist ein unbeschwerter und schneller Indie-Rock-Song, wie er im Buche steht und könnte in dieser Form ebenso einer der britischen Indie-Rock-Bands entstammen, die diesen Sound Mitte des letzten Jahrzehnts so salonfähig machten.

Jedoch können die Jungs auch ganz anders: „Wait for Me” strebt die ganz großen Emotionen an. „Ship a Dollar to Europe” wiederum beginnt mit einem einfühlsamen Klavier-Part, nur um Sekunden später zu explodieren. „Be My Ending” wiederum zieht die emotionale Komponente vor allem aus der Lyrik heraus und umgibt diese mit einer eingängigen Mischung aus Synthies- und Gitarrenriff. Wie auch immer sie es am Ende des Tages versuchen: Die Songs funktionieren durch die Bank weg – auch, weil sich die authentische Stimme von Wendl so passend über die Instrumentalisierung legt, das der Output genau dort hin navigiert, wo er hin soll.

Aber auch dabei bleibt es nicht: „The Sun” wiederum erinnert mich durch die Intonation sowie die vielen Layers in den Vocals dezent an die aus Salzburg stammenden Steaming Satellites. Das wohl kompromissloseste und lauteste Stück findet sich in „Animals”. In den Stücken „Shoot You Down” und dem finalen Song „1995” wurden sogar Hip-Hop-Parts untergebracht. Ersteres fällt durch eine trübe Instrumentalisierung sowie emotionale Choruse auf, während C-Black in den Versen rappt. Die hören sich gar nicht schlecht an, passen für mich aber nicht so ganz in den Song hinein. Generell habe ich so meine Probleme mit derlei Crossover-Projekten und das ist auch hier keine Ausnahme. Die atmosphärische Ausrichtungen der beiden Parts ist in diesem Fall so unterschiedlich, dass sie nicht so recht zusammenpassen mögen.

Ähnliches gilt für „1995”: Der Song fängt großartig an und passt als Closer wie die Faust aufs Age, denn hier ist vieles drin: Auffällige Lyrik, catchy Rhythmen, Tempowechsel und eine gute Hook – in dieser Form gehört der Song zu den besten des Albums! Nach einer kurzen Bridge wird der Song nochmal umstrukturiert, um den Rap-Part hineinzupressen. Auch hier beobachte ich wieder die gleichen Schwierigkeiten, wie bei „Shoot You Down”. Wer sich für Crossover-Songs erwärmen kann, wird sich hieran aber bestimmt trotzdem erfreuen können – es ist aber eben nicht meins. Ich wiederum bin aber auch nur einer von zig Hörern.

Please Madame

Foto: Arne Müseler

Nichtsdestoweniger: „Escape the Nest” kann mit einer Menge richtig, richtig guter Songs überzeugen – „Rest” gehört beispielsweise zu den besten Openings, die ich in diesem Jahr gehört habe! Please Madame zeigen viel Freude an der Abwechslung, sind dabei aber immer angenehm zugänglich. Sie trauen sich in viele Gebiete vor, bauen ihre Songs nach verschiedensten Schemata auf und das gehört bei diesem Ergebnis definitiv belohnt.

Letzteres lässt sich beispielsweise über den Besuch eines Konzertes der Band bewerkstelligen, denn Please Madame sind aktuell auf Tour in Österreich, der Schweiz und Deutschland unterwegs. Die Tourdaten sehen wie folgt aus:

Please Madame: Tourdaten

  • 13.11.2015 – AT: Salzburg, Rockhouse
  • 28.11.2015 – AT: Wien, B72
  • 02.12.2015 – CH: Luzern, Treibhaus
  • 03.12.2015 – CH: Basel Airport Hotel
  • 05.02.2016 – DE: Altenmarkt, Cafe Libella
  • 06.02.2016 – DE: Reutlingen, franz.K
  • 07.02.2016 – DE: Mannheim, Alte Seilerei
  • 10.02.2016 – DE: Leipzig, Moritzbastei
  • 11.02.2016 – DE: Dresden, Bärenzwinger
  • 12.02.2016 – DE: Berlin, Comet
  • 13.02.2016 – DE: Hamburg, Kleiner Donner
  • 15.02.2016 – DE: Kassel, Theaterstübchen
  • 17.02.2016 – DE: Krefeld, Kulturfabrik
  • 18.02.2016 – DE: Oberhausen, Druckluft
  • 19.02.2016 – DE: Leer, Zollhaus
  • 20.02.2016 – DE: Wolfsburg, SaunaClub
  • 24.02.2016 – DE: Konstanz, Kulturladen
  • 25.02.2016 – DE: Kempten, kultBOX
  • 27.02.2016 – AT: Innsbruck, Weekender

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