Please Madame: Live im Druckluft, Oberhausen

Derzeit sind Please Madame in aller Munde – so viel kann man festhalten. Nach dem Release des Debütalbums „Escape the Nest“, welches ich ebenfalls rezensierte, befindet sich die Band seit Anfang des Monats auf Deutschland-Tour. Viele der Venues, die das Quartett bereist hat, waren rappelvoll, wie ein Blick auf ihre Facebook-Seite bestätigt. Das Interesse an Please Madame ist somit recht groß.

Am vergangenen Donnerstag machten sie Halt in Oberhausen, um im Druckluft aufzuspielen. Es wurde also Zeit für mich, um zu schauen, wie die Jungs ihre Songs live transportieren und interpretieren.

The Atrium eröffnen den Abend

The Atrium: Live im Druckluft, Oberhausen

Bevor Please Madame loslegten, wurde es erstmal Zeit für The Atrium, die den Support-Slot übernahmen und somit den Konzertabend einleiteten. Die Gruppe beschreibt ihre eigene Musik als „Anthemic Pop-Rock“, was insgesamt gut passt.

The Atrium: Live im Druckluft, Oberhausen

Dynamische und sphärisch anmutende Keys sowie Gitarren dominiert die Songs oftmals, dazu gesellt sich treibendes Schlagzeugspiel und butterweicher Gesang. Die Songs gehen gut ins Ohr und wissen zu gefallen, bleiben dabei allerdings nicht mit dem unschönen Nachgeschmack der Beliebigkeit stecken.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde war das Set dann beendet und die Besucher gut eingestimmt. In den nächsten Monaten dürfte man von The Atrium definitiv noch eine ganze Menge hören, denn da besteht Potential – so viel ist nach dem Auftritt klar.

The Atrium: Konzertfotos

Please Madame: Charmant und spielfreudig

Please Madame: Live im Druckluft, Oberhausen Please Madame: Live im Druckluft, Oberhausen

Nach der obligatorischen Umbaupause begann dann das Set der Österreicher. Die standen mit unter 30 Konzertbesuchern einer vergleichsweise sehr kleinen Crowd gegenüber. Trotzdem legte die Band eine hervorragende Spiellaune an den Tag. Den Anfang machte „Rest“, welcher auch der Opener des Albums ist. Über die Laufzeit von ca. einer Stunde spielten sie sich so durch ihr Album durch und präsentierten mit „Ecstasy“ sogar einen komplett neuen Song, für den sie laut eigener Aussage einen Rihanna-Sample nutzten. Letzteres kann ich nicht bestätigen, da mir Rihannas Musik komplett fremd ist, also glaube ich dem Ganzen mal bereitwillig.

Diese ganz dezenten Zweifel liegen im Verhalten der Band begründet, das sie auf der Bühne zeigen. Überaus gut gelaunt witzeln sie sich (auch mit einigen schlimmen Kalauern) durch die Zwischenansagen. Egal wie schlecht der Witz ist, sie kommen immer sympathisch rüber und erzeugen so immer wieder gute Laune und Lacher im Publikum. Insofern weiß man vielleicht nicht immer unbedingt, wann Sänger Dominik Wendl etwas ernst meint oder eben nicht. Aber wie gesagt: Es macht Spaß, sich der guten Laune der Jungs hinzugeben.

Please Madame: Live im Druckluft, Oberhausen Please Madame: Live im Druckluft, Oberhausen

Rein musikalisch kann Please Madame aber definitiv auf höherem Niveau überzeugen, als mit ihren Kalauern. Die Songs sind gut eingeprobt, kommen energisch rüber und wirken live noch besser, als auf dem Album. Egal, ob es sich um schnelle Songs, wie „Lieswysbdkdkwiaa“ oder langsamere Stücke, wie „The Sun“ handelt – sie performen absolut sauber, sind merklich mit Herz und Seele dabei und bringen die oftmals euphorischen Sounds der Tracks toll herüber.

Besonders gut gefielen mir übrigens die Performances von „1995“, dem Album-Closer sowie von „Ship a Dollar to Europe“ und „Be My Ending“, mit dem das Set dann auch beendet wurde. Die anwesenden Besucher hat es ebenfalls sichtlich gefallen, sodass fast alle noch ein ganzes Stück lang blieben und Zeit mit der Band am Merch-Tisch verbrachten.

Please Madame: Konzertfotos

Mehr als nur einen Blick wert

Alles in allem bewiesen sowohl The Atrium, als auch Please Madame, dass sie und ihre Musik mehr als nur einen Blick wert ist. Letztere haben im letzten Jahr ein hervorragendes Debütalbum abgeliefert und zeigen nun, dass sie auch live überzeugen. Zudem sind The Atrium eine Band mit Potential, die Zugänglichkeit mit Eigenheit sehr gut verbinden können. Man darf gespannt auf das sein, was man in der Zukunft von beiden Gruppen noch hören wird. Ich für meinen Teil freue mich auf das, was noch kommt!

Please Madame: Live im Druckluft, Oberhausen

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