Bild: Screenshot Youtube | Casper

Nach langem Warten wird – das hat jetzt auch jeder und seine Mutter mitbekommen – Casper am 1. September endlich den „Hinterland“-Nachfolger „Lang lebe der Tod“ herausbringen. Grund zur Vorfreude machte schon bei der ursprünglichen Release-Ankündigung die gleichnamige Single mit Dagobert, Blixa Bargeld und Sizarr, auf der sich Casper neben diesen illustren Gästen als weiterentwickelte Form seines bisherigen Musik-Ichs präsentierte.

Nach dem streitbaren „Sirenen“, bei dem manch einer Angst um den Albumsound bekam, hat sich der Bielefelder nun für Single #3 erneut namhafte Hilfe hinzugezogen: Der bei uns wieder und wieder abgefeierte Max Gruber a.k.a. Drangsal zeichnet auf „Keine Angst“ für den Chorus verantwortlich. Und der ist, so muss das aber auch bei den beiden, voller Pathos, welcher sich auch in den Lyrics des (längst nicht mehr nur als solchen zu bezeichnenden) MCs niederschlägt.

Der Text ist sicher keiner seiner allerstärksten, berichtet abermals von allerlei Teenage Angst und erzählt von einem „Summen, dann ein Chor, dann ein Schreien in Harmonie“. Das hat was von einer Highschool-Film-Schlussszene, die Tanzball-Szenerie des Videos versetzt einen dann vollends zurück in die Schulzeit, in der einem Probleme so viel größer erscheinen, als sie letztlich sind. Die Hook will genau das vermitteln:

„Keine Angst, denn alles, was hier war, ist morgen vielleicht schon egal.
Außer Gefahr. Keine Angst, denn das, was du jetzt bist, ist nicht, was du für immer sein wirst.“

Das wird wieder viele junge Menschen, die sich im entsprechenden Alter befinden, abholen. Auf Albumlänge wird Casper jedoch beweisen müssen, ob er mehr als einen Abklatsch seiner Durchbruch-LP „XOXO“ zu bieten hat, auf die der Song sicher auch schon gepasst hätte. War aber eben auch eine hervorragende Platte!

Was jedoch bei „Keine Angst“ nochmal deutlich gelungener ist, ist die instrumentale Ebene, auf der Casper nunmehr seinen einzigartigen Weg, Rap auf geschmackvollem Post-Punk umzusetzen, perfektioniert hat. Es bleibt spannend im Hause Griffey!