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Als Eric Garner am 17. Juli 2014 in Staten Island, New York von einem Polizisten des NYPD in den Würgegriff genommen wurde, schrie er laut und deutlich „I can’t breathe“. Elfmal. Vor laufender Kamera. Der medizinische Bericht stellte Totschlag fest, ausgelöst durch einen „erhöhten Druck auf den Hals- und Brustbereich“ und der anschließenden Liegeposition, nachdem der Afro-Amerikaner von der Polizei zu Boden gedrückt wurde. Im folgenden Dezember erklärte die Staten Island Grand Jury keine strafrechtliche Verfolgung einleiten zu wollen – und goß Öl in die fortlaufenden Rassenunruhen der Vereinigten Staaten.

Unter den vielen Bürgerrechtlern und Demonstranten waren natürlich auch einige Künstler, Sportler und Prominente bei, die ein Umdenken bei Polizei und Politik forderten. Der Protestzug war leider bereits durch viele weitere Vorfälle ähnlicher Art an Afro-Amerikaner etabliert und gut geölt, wie vorherige Aktionen von Musikern wie bspw. Blood Orange (wir berichteten) bereits zeigten. Die russische Punkband Pussy Riot nahm den Vorfall um Eric Garner zum Anlass ihr erstes englischsprachiges Stück zu veröffentlichen.

Im Clip zu „I Can’t Breathe“ sind Masha und Nadya von Pussy Riot zu sehen, wie sie Stück für Stück lebendig begraben werden, zu melancholischen Indieklängen statt frechen Punk. Dabei tragen sie jene Polizeiuniformen, die die russische Polizei im Zuge der Proteste in ihrem Heimatland getragen hat, um gegen Demonstranten und Proteste u.a. auch gewaltsam vorzugehen. Dazu ist zu beginn des Videos eine Schachtel „Russian Spring“ Zigaretten zu erkennen. „Russischer Frühling“ – so wird auch die Offensive Russlands in der Ukraine von Befürwortern im eigenen Land genannt. Und diese Zigaretten gibt es wirklich.

Regie führte das elfköpfige Kollektiv selber, großartige Unterstützung fandt die Band bei Bands aus der Heimat: So konnten sich Sasha Klokova von Jack Wood und Matt Kulakov von Scofferlane finden, letzterer zeigt sich insbesondere für den Songtext verantwortlich. Richard Hell übernahm zudem die unglaublich schwierige Aufgabe die letzten Worte Eric Garners in das Stück einzusprechen. Eine sehr unangenehme Form von Gänsehaut die uns dieses Projekt auf die Haut wirft.

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