Am 10. Dezember feierten Rantanplan ihr Heimspiel 3:0 im Uebel & Gefährlich. Mit dabei waren auch das Duo Der Wahnsinn und die Meute von der Tequila and the Sunrise Gang. Ein gelungener Abend mit einem tollen Publikum! Und trotz der Misere mit dem Vorhang, der am Ende dann doch noch so gefallen ist, wie er sollte!

Rantanplan gehören zu Hamburg wie die Fischfrikadelle auf den Fischmarkt. Und das seit 21 Jahren! Mit ihrer neuen Platte „Licht und Schatten“, die diesen Freitag erscheint, geht es dann ab Februar auf große Tour.

Ich habe den Abend im Uebel & Gefährlich genutzt und mich mit Torben, Marlon und Gero zusammengesetzt um mit ihnen über ihre neue Platte zu schnacken. Let´s go!

Am 13.01. kommt eure neue Platte „Licht und Schatten“ raus, auf was dürfen sich die Hörer freuen?

Marlon: Auf viel extrem gute Musik!
Torben: Genau! Auf die bestmögliche Musik zum Start von 2017.

Habt ihr schon Songs davon live gespielt?

Torben: Ja, einen haben wir! Und gestern sogar den zweiten! (Da waren Rantanplan beim Music 4 Water in Essen) Und heute werden wir den auch spielen.

Also nur diese beiden Songs?

Torben: Joa, durfte ja noch nicht jeder rein hören so wie du und dann macht das meistens gar nicht so viel Sinn.

Und wie sind die so angekommen?

Torben: Gut, sehr gut! Der eine davon, der kann nur sehr gut ankommen, wirst du auch bemerken, den spielen wir heute ganz zum Schluss.

Welchen Song von der Platte findet ihr persönlich am besten?

Torben: Meiner ist „Zur Liebe zu Fuss“.
Marlon: „Mein Herz hängt an der Reeperbahn“.
Gero: Bei mir ist es „Schattenmensch“.

Was hat es denn mit dem Song „Hörbie“ auf sich?

Torben: Hörbie ist der kleine lustige Käfer von der Reeperbahn. So´n Rennkäfer der sich selber lenkt weil er intelligent ist, mit der Nummer 69. Kennst du nicht Herbie von Walt Disney? Das ist sein langweiliger Onkel aus Amerika. Hörbie hat da schon viel bessere Geschichten am Start.

Gab es bei euch auch mal Streit beim Entstehungsprozess des Albums?

Torben: Wir machen ja Kunst und da wird Leidenschaft groß geschrieben, ne? Da kabbeln wir uns im Proberaum auch manchmal. Bis jetzt hat noch keine Flasche getroffen, aber das rappelt schon mal im Karton. Das hört man ja auch an den Liedern, dass die mit Reibung entstanden sind. Wir machen ja keinen schnullibulli Radio-Pop ala Joris oder so. So langweiligen Mainstream Kram, so glattgebügelt ohne Ende. Wir nutzen das ja als Ausdruck unserer selbst, auch um unsere Meinung zu transportieren. Da steckt viel von unserem Ärger drin und den schleifen wir manchmal auch aneinander ab im Proberaum.

Wie kann man sich denn sonst den Entstehungsprozess bei euch vorstellen? Viele Bands sagen ja, wir fahren jetzt drei Wochen nach Norwegen und schließen uns in einer Hütte ein. Wie ist das bei euch?

Gero: Würden wir auch machen wenn wir dafür die Zeit hätten, aber unsere Songs schreiben wir ganz unterschiedlich. Entweder nebenbei, weil jemand gerade die zündende Idee zuhause hatte und dann damit in´ Proberaum kommt.
Marlon: Es ist aber auch viel so, dass Torben ne Song-Idee mitbringt, hat´n Riff und Text und dann trifft man sich und dann arrangiert man das durch, so dass Schlagzeug und Gitarre die Song-Struktur vorgeben. Dann werden Bläser-Parts entwickelt, dass es am Ende halt zusammenkommt.

„Jeder hat auch ein Mitspracherecht, es ist aber auch wichtig, dass die Idee vom Anfang supported wird und nicht jeder für sich sein eigenes Ding supported.”

Torben: Drei Wochen Norwegen ist aber n guter Plan, geile Sache! Wir hatten auch den Plan, das Album ein Jahr vorher zu veröffentlichen. Wir hatten den Plan, das selber aufzunehmen und haben das auch gemacht und sind irgendwann aber an uns selber gescheitert. Wir waren nicht gut genug dabei und dann haben wir noch mal den schnellen Plan gefasst, wir gehen jetzt ins Clouds Hill, da ist gerade Zeit und wir machen das noch einmal ganz dringlich fertig und das war dann auch genau das Richtige.
Marlon: Also wir haben gute Arbeit geleistet, aber es war dann nicht zu unserer Zufriedenheit. Man kann seine eigenen Aufnahmetechniken auch nicht mit denen vom Clouds Hill vergleichen.

Was sagen denn eure Eltern zu eurer Musik?

Torben: Mein Vater gar nichts. Der hält da nix von. Meine Mutter hat auch nix davon gehalten – leider! Die war mal auf´m Konzert und hat getanzt, das war dann wenigstens ohne Worte so etwas wie ein stilles Einvernehmen. Aber die kann das jetzt auch nicht mehr revidieren.
Gero: Meine Eltern hören die Musik zuhause auf jeden Fall nicht rauf und runter so viel wie ich weiß, aber unerwarteter Weise habe ich doch ziemlich viel Unterstützung erhalten. Gerade meine Mutter verteidigt mich da vor sonstiger Familie oder Freunden, dass ich für die Band die Uni an den Nagel gehängt habe oder keine Ausbildung habe und nichts und mich einfach darauf konzentriere. Das war tatsächlich sehr unerwartet aber echt geil.
Marlon: Meine Eltern hören die Platte auch nicht rauf und runter. Aber die hören sich auf jeden Fall alles an und kommen zu allen Konzerten. Mein Vater ist selber auch Musiker und hat auch einen Beitrag zu dieser und der letzten Platte beigetragen. Also der supported das!

Ihr ward jetzt vor kurzem in Ungarn für ein neues Video. Für welches Video und warum gerade Ungarn?

Torben: Für „Schattenmensch“. Das hat sich so ergeben. Unser Management hat da Geschäftsverbindungen hin, so wie in alle fraghaften Länder dieser Welt (lacht). Das hat irgendwie gepasst und dann haben wir da ´n Video gemacht und das ist auch richtig fett! Die Ungarn sind ein düsteres Volk und das ist ein düsteres Video.

Gero, wie kommt man dazu, Posaune zu spielen?

Gero: Bei mir war das tatsächlich eine ziemlich glückliche Fügung. Ich hab schon immer viel Musik gemacht. Ganz klassisch natürlich mit Blockflöte und orffschen Instrumenten angefangen, dann auch mal ein bisschen Gitarre gespielt, ich hatte aber immer Lust ein Blasinstrument zu spielen. Aber leider ist das Instrument, so wie der Unterricht, unheimlich teuer, vor allem als Workingclass-Kid mit zwei Geschwistern. Dann gab es allerdings ein ganz tolles Projekt in der Schule. Der erste Anlauf einer sogenannten Bläser-Klasse. Im normalen Musikunterricht haben wir dann ein Instrument gestellt bekommen und mussten dann nur einen ganz kleinen Beitrag zahlen weil wir dann Gruppenunterricht hatten. Und so konnte ich das lernen und später das Instrument auch übernehmen. Dann hab ich mit unserem alten Basser Kai eine Band gegründet und so angefangen, richtige Live-Musik zu machen.

Torben und Marlon, gerade ihr zwei hattet in den letzten Jahren ziemlich abgefahrene Frisuren. Welche ist eure peinlichste?

Torben: Das entscheiden immer andere, ich find mich immer schick!
Marlon: Ich würde das auch so sagen (alle lachen).
Gero: Vielleicht kann ich das ja auch beantworten? (lacht)
Torben: Neulich hatte ich so ein mega Loch hinten, aber das war mir auch egal. Ich spar die Kohle für´n Friseur, ich mach das lieber selber. Dann kann ich viel mehr rauchen!
Marlon: Ich hab alles ausprobiert und fand es zu dem Zeitpunkt, wo ich es getragen hab, gut!

Ihr geht ab Februar auf große Tour, gibt es da Städte, auf die man sich besonders freut?

Marlon: Wir wollen ja alle glücklich machen! Die sind alle cool!
Gero: Grundsätzlich gibt´s keine Städte auf die man sich explizit mehr freut als auf andere. Es ist natürlich oft so, dass wenn man in eine Stadt kommt und man in einem Club spielt, wo man schon gespielt hat, viele alte Erinnerungen wieder hoch kommen. Alles was da so passiert ist und dann denkt man: oha, was passiert denn heute Abend wieder?

Was habt ihr euch für 2017 vorgenommen oder wünscht ihr euch etwas? Chart-Einstieg oder sowas?

Torben: Joa, jetzt wo du es sagst. Chart-Einstieg würde ich mir schon wünschen. Kannst da was machen?

Liebe Leute, ich gebe mein bestes! Daher: kauft euch die Platte und besucht die Jungs auf Tour (Tourdates findet ihr weiter unten)! Vielleicht sind die Charts dann gar nicht mehr so weit entfernt.

Ich danke euch für den zauberhaften Abend und freue mich darauf, euch bald in den Charts entdecken zu dürfen!

Heimspiel 3:0 im Übel und Gefährlich

Rantanplan auf Tour

  • 02.02. Saarbrücken, Garage
  • 03.02. Stuttgart, Universum
  • 04.02. Biberach, Kulturhalle
  • 11.02. Annaberg B., Alte Brauerei
  • 15.02. Frankfurt/Main, Das Bett
  • 16.02. München, Feierwerk
  • 17.02. Weinheim, Cafe Central
  • 18.02. Wolfsburg, Hallenbad
  • 23.02. Rostock, Peter Weiss Haus
  • 24.02. Berlin, Cassiopeia
  • 25.02. Hannover, Bei Chez Heinz
  • 02.03. Göttingen, Musa
  • 03.03. Lüneburg, Salon Hansen
  • 04.03. Husum, Speicher
  • 09.03. Brilon, Kump
  • 10.03. Oberhausen, Druckluft
  • 11.03. Schüttorf, Komplex
  • 17.03. Konstanz, Kulturladen
  • 18.03. Koblenz, Circus Maximus
  • 23.03. Bern (SUI), Roessli
  • 24.03. Zug (CH), Galvanik
  • 25.03. Selm, JZ Sunshine
  • 31.03. Bremen, Tower
  • 01.04. Köln, Underground

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