Foto: Lisa Ostheimer / noisiv.de

Mittelqualitative Handyfotos: Lisa Ostheimer, noisiv.de

Zugegebenermaßen hängt an der Planung des Reeperbahn Festivals, dem größten Club-Festival Europas, schon einiges dran. Bei über 400 Bands in vier Tagen lässt sich nur schwer eine Auswahl treffen, welche Band es in den persönlichen Timetable schafft und welche Musiker schweren Herzens auf der Strecke bleiben. Doch die Planung hat sich definitiv geloht, denn eins kann ich ohne Zweifel sagen: Das Reeperbahn Festival 2016 war für mich etwas ganz besonderes und mein musikalisches Highlight des Jahres!

Die kleinste Bühne des RBF: Der N-Joy Reeperbus mit Alex Vargas und James Hersey

Foto: Lisa Ostheimer / noisiv.de

Mitten auf dem Spielbudenplatz befindet sich die kleinste Bühne des Reeperbahn Festivals, der N-Joy Reeperbus. Um sich hier kleine Akustik-Sets von Bands aus der ganzen Welt anzuschauen, benötigt man kein Festivalbändchen. Nicht nur die Idee des N-Joy Reeperbusses ist klasse, sondern auch die Bands, die ich dort live sehen konnte. Besonders viel Spaß hatte ich mit Alex Vargas, den ich vorher noch nie live gesehen habe. Seine gefühlvolle Stimme hat mich ab dem ersten Song mitgerissen. Auch James Hersey – ein Musiker, den ich auf dem Reeperbahn Festival 2014 für mich entdecken konnte – hat mich so überzeugt, dass ich ihn mir am Abend noch einmal im Docks ansehen musste!

Große Gefühle mit We Bless This Mess in Wohnzimmer-Athmosphäre

Foto: Lisa Ostheimer / noisiv.de

Der portugiesische Singer-Songwriter We Bless This Mess war mein persönliches Highlight des diesjährigen Reeperbahn Festivals, so viel steht fest! Mit seiner humorvollen und lebensbejahenden Art hat er es geschafft die Pooca Bar zu seinem eigenen Wohnzimmer zu machen und das Publikum mit seinen Songs so zu rühren, dass die eine oder andere Träne floss. Jeder Song von We Bless This Mess ist wie eine Geschichte, die ohne Metaphern, ungeschönt und ehrlich aus dem Mund von Sänger Nelson kommt. Am Ende spielte er ein Cover des Songs „Keep Your Head Up“ von Ben Howard, bei dem ein Großteil des Publikums mitsingen konnte. Was für ein schöner Moment!

Der wohl jüngste Künstler des Festivals: Declan McKenna mit großem Selbstbewusstsein

declan-mckenna-02

Foto: Marcel Sigmann, noisiv.de

Declan McKenna ist wohl die erfrischendste und jüngste Indie-Neuentdeckung des Jahres. Der 17-jährige Brite spielte mit seiner Band seinen ersten Deutschland-Gig überhaupt, doch von Lampenfieber keine Sicht. Mit einem gesunden Maß an Selbstbewusstsein begeisterte er das rappelvolle Kukuun in Windeseile und ließ es sich nicht nehmen, den ganzen Raum für sich einzunehmen. Mit Songs wie „Brazil“ oder „Paracetamol“ (beide bereits veröffentlichte Singles) holte er das Publikum problemlos auf seine Seite. Doch auch eine Handvoll neue Songs fanden in der Setlist ihren Platz. Diesen jungen Mann sollte man im Auge behalten, da geht noch einiges!

Erst zwei Singles veröffentlicht, nun bereits auf dem RBF: Geballte Frauenpower mit ALMA

Foto: Lisa Ostheimer / noisiv.de

Seit Wochen habe ich einen unermüdlichen Ohrwurm von ihrem Song „Karma“. Ich spreche von der selbstbewussten Powerfrau und finnischen Sängerin ALMA. Deshalb ließ ich es mir nicht nehmen, mir gleich zwei Konzerte in zwei Tagen von ihr anzusehen. Da ALMA bisher nur zwei Singles veröffentlicht hat, bestand ihr Set hauptsächlich aus neuen Songs. Doch das tat der großen Party, die wir mit ALMA feierten, keinen Abbruch! Besonders ihre in Kürze neu erscheinende Single „I would die my hair blonde for you“ hat es mir angetan. Auf ihr Debütalbum, an welchem sie gerade arbeitet, bin ich mehr als gespannt!

Indie-Newcomer Foreign Diplomats überraschen mit energiegeladener Performance

Foto: Lisa Ostheimer / noisiv.de

Foreign Diplomats ist eine Band, die ich erst vor Kurzem für mich entdecken konnte. Da ich sie vorher noch nie live gesehen hatte, waren meine Erwartungen vor dem Konzert nicht besonders hoch. Doch bereits beim ersten Song war ich von der Dynamik und der Energie der Band restlos begeistert. Ich habe selten eine Band gesehen, die sichtlich so viel Spaß daran hatte, live vor Publikum zu spielen. Diese Energie der Band auf der Bühne des Kukuuns hat sich auf direktem Wege aufs Publikum übertragen, sodass eine tolle Stimmung herrschte. Foreign Diplomats waren für mich die größte Überraschung des Reeperbahn Festivals 2016!

26 Bands in vier Festival-Tagen: Welch wunderbare Zeit!

Das Reeperbahn Festival ist meine Lieblingszeit des Jahres! Seit fünf Jahren sind diese vier Septembertage mit rotem Stift und einer Menge Herzen in meinem Kalender eingetragen und das wird sich mit in den nächsten Jahren absolut nicht ändern. Die Vielfalt an Musik, die Bands aus aller Welt und das Feeling auf der Reeperbahn ist jedes Jahr aufs Neue etwas ganz Besonderes!

Der portugiesische Singer-Songwriter We Bless This Mess hat auf seinem Konzert etwas für mich persönlich ganz Besonderes gesagt: „We all breath the same air“. Dieser Satz spiegelt genau das wieder, was für mich das Reeperbahn Festival ausmacht: Das Gefühl der Verbundenheit mit all den anderen Musikliebhabern, die auf der Reeperbahn von Club zu Club laufen, um sich verschiedenste Bands aus der ganzen Welt anschauen.

„And I’m feeling overwhelmed, this moment is so precious.
And my breath is something conscious, that fires from inside.
I’m no longer living on imaginary chairs.“

We Bless This Mess – Darling

Einen besonderen Dank möchte ich nicht nur dem Team des diesjährigen Reeperbahn Festivals aussprechen, das sich mit Erfolg die größte Mühe gegeben hat, allen Festivalbesuchern eine wunderbare Zeit zu bescheren, sondern auch an all die Bands, die ich in vom 21. bis zum 24. September 2016 in verschiedensten Locations live sehen konnte!

Musik schafft Freiräume, inspiriert über eigene Grenzen hinauszugehen, bringt Menschen zusammen und schafft Kraft für den manchmal so schwer erscheinenden Alltag. Nach dem Reeperbahn Festival 2016 bin ich motivierter den je für das, was mich in nächster Zeit erwartet!

Fotos vom Reeperbahn Festival

[asa]B01AHLAQW8[/asa]