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Im elften Jahr seiner Existenz war es für mich dann soweit: Zum ersten Mal war ich Teilnehmer des inzwischen legendären Reeperbahn Festivals. Bereits am ersten Tag stand fest, dass es für mich nicht das letzte Festival auf der Hamburger Partymeile bleiben wird!

Als Festivalgänger, welcher sich bisher fast nur auf den großen Majors wie dem Hurricane oder Deichbrand Festival aufhielt, war das Konzept des Reeperbahn Festivals erstmal was ganz Neues. Die Möglichkeit, von einem zum anderen Club zu pendeln, ohne dabei individuell Eintritt zahlen zu müssen, ist nicht nur interessant, um die verschiedenen Konzert-Locations zu Gesicht zu bekommen, die man bislang noch nicht kannte. Vielmehr ermöglicht es bei über 400 Künstlern während des ganzen Wochenendes auch eine unheimlich hohe Anzahl neuer Acts kennenzulernen. Die Diversität zwischen den Genres wird mir in Anbetracht der gesehenen Bands deutlich und überhaupt: Kein Künstler, den ich sah, enttäuschte mich! Dabei gab es dennoch einige Highlights, welche auf ihre Art und Weise zu überzeugen wussten.

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Während Declan McKenna mit seinem jugendlichen Charme die Zuschauer im Kukuun zu überzeugen wusste, waren Gurr in der Prinzenbar eine positive Überraschung. Die Berlinerinnnen strahlten pure Spielfreude aus und machten einfach Spaß! Drangsal setze am Mittwoch im Mojo Club den Deckel drauf und überzeugte neben seinen vielen großartigen Tracks vom Debütalbum auch mit dem Metallica-Cover „For Whom the Bell Tolls“ sowie einem neuen Song namens „Und Du? (10.000 Volt)“, bei dem Mastermind Max Gruber mithilfe seiner Gitarre den Abschluss des Gigs bildete.

Drangsal - Harieschaim

Drangsal – Harieschaim (Album-Review)

Max Gruber aka. Drangsal lässt sich recht treffend beschreiben: „Love Me or Leave Me Alone“ – Liebe mich und das, was ich mache oder verzieh... Weiterlesen →

Youngblood Brass Band

Ebenfalls im Mojo Club wussten am Donnerstag die Youngblood Brass Band zu überzeugen. Die Menge würdigte ihren Auftritt und tanzte sich durch die Nacht. Der nächste Tag beginnt dann mit einem Ben Caplan, welcher die Zuschauer neben seiner Stimme auch durch seine Mimik zu unterhalten weiß. Ein sehr atmosphärisches Konzert gab es am Freitagnachmittag im Molotow zu sehen: Dort spielte die niederländische Band Black Oak und performte einige Songs ihres Debüts „Equinox“. Am Abend gab es ein massives Doppelpack im Grünspan. Zunächst spielte der Singer-Songwriter Blaudzun. Im Anschluss boten die vier Musiker um Okta Logue (hier meine Rezension ihres aktuellen Albums) einen grandiosen Auftritt, bei dem die Zuschauer in Ekstase gespielt wurden.

Am Samstag überrascht mich mit James Hersey ein Künstler, welchen ich zuvor nicht auf dem Schirm hatte. Zwischenzeitlich erinnert mich seine Musik an die von Jack Johnson. Ebenfalls im Docks spielten dann die wundervollen The Head And The Heart. Diese spielen ein atemberaubendes Konzert, welches ich aus der ersten Reihe sehen konnte. Neben ihren Songs aus dem neuen Album „Signs of Light“ spielten sie auch viele alte Stücke – unter anderem das wunderschöne „Sounds Like Hallelujah“, welches ich mir im Interview mit Keyboarder Kenny Hensley gewünscht hatte. Abgerundet wurde der Abend durch ein diesmal vollständiges Set von Ben Caplan im wunderbaren Knust.

„A normal life was exactly what we needed“ – The Head And The Heart im Interview!

Mit ihrem neuen Album „Signs of Light“ haben The Head And The Heart eindrucksvoll bewiesen, dass die sechsköpfige Band aus Seattle noch lange nicht genug... Weiterlesen →

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Ich könnte hier noch weitere Bands aufzählen, wie Hexvessel oder Bombay, die ebenfalls klasse waren. Getoppt wurden die vielen Konzerte nur durch unsere NOISIV SESSIONS, bei denen wir die Möglichkeit hatten, mit unterschiedlichsten Künstlern zusammenzuarbeiten. Insbesondere Holy Holy, Sion Hill, die bereits angesprochenen Gurr, The Paper Kites aus Down Under oder die Münchener Kytes wussten besonders zu imponieren. Abgerundet wurde das Ganze durch Paul Murphy und seiner akustischen Gitarre von der kanadischen Band Wintersleep. Hierzu aber demnächst mehr an dieser Stelle!

Ein grandioses Wochenende liegt hinter mir. Jeder der Musik liebt, sollte die Möglichkeit in Betracht ziehen, auf das Reeperbahn Festival zu gehen. Bei der großen Auswahl an Musik dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein!

Fotos vom Reeperbahn Festival

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