Das Reeperbahn Festival bringt uns jedes Jahr die Perlen der Musikwelt in unsere schöne Stadt. Beim vergangenen Reeperbahn Festival, im September 2018, waren es zum Beispiel drei Herren in schwarzgelb aus Göteborg. Bottlecap sind nicht nur stilsicher was ihre Kleidung angeht, sondern auch musikalisch.

Dass die Schweden musikalisch viel zu bieten haben, beweisen Bands wie Abba, Roxette und The Cardigans. Bei Bottlecap, bestehend aus Johan, Gustav und Pontus, die mit ihrem eingängigen Rock und ihrer Live Performance auf großen sowie kleinen Bühnen überzeugen können.

Ich traf die drei von Bottlecap am Freitagmorgen – also dem 3. Tag des Reeperbahn Festivals – und trank mit ihnen ganz Rockstar-Like um 11 Uhr mein erstes Bier. Natürlich durfte ich auch ein paar Fragen stellen, allerdings fehlte Pontus während des Interviews, da er sich zu dieser Zeit durch den Regen Hamburgs kämpfte und pünktlich zur letzten Frage eintraf – Shit happens …

Ihr seid gerade dabei ein Album aufzunehmen, vier Songs konnte ich mir schon anhören. Einen Namen für das gute Stück habt ihr aber noch nicht?

Johan: Es gibt noch keinen Namen. Das Album ist aufgenommmen, aber es gibt noch viele Dinge die geklärt werden müssen wie die Reihenfolge der Tracks oder Titel für die Songs, das Cover… Wir werden es aber bald fertig haben. Vielleicht auf dem Nachhauseweg im Auto.

Ihr habt einen Song namens „In the shape of everything“. Dieses Lied handelt natürlich von Liebe. Aber wenn Liebe nicht die Form eines Herzens hätte, welche Form würdet ihr wählen?

Gustav: Wäre sie dann nicht wahrscheinlich rund?
Johan: Genau, wie die Erde. Das ist eine gute Form. Keine scharfkantigen Ecken.
Gustav: Leicht anzufassen (lacht).

Eure letzte Platte erschien 2012. Warum hat es so lange gedauert an einem neuen Album zu arbeiten?

Johan: Wir haben Songs aufgenommen und Singles sowie EPs veröffentlicht. Aber es macht natürlich auch viel Spaß ein ganzes Album aufzunehmen.
Gustav: Wir machen das ja alles alleine. Man muss bedenken, dass es viel Zeit und Geld kostet. Vor zwei Jahren haben wir eine EP mit sechs Songs veröffentlich und dachten uns, dass es für den Moment ausreichend und gut ist und wir später noch genug Zeit haben für ein Album. Wir haben ja schon einige neue Songs geschrieben, vielleicht dauert es beim nächsten Mal nicht wieder sechs Jahre.

Gibt es einen Song von einer anderen Band, den ihr gerne geschrieben hättet?

Johan: Diese Fragen sind eigentlich so simpel zu beantworten, aber wenn man sie gestellt bekommt nicht mehr (lacht). Ich denke ich hätte gerne „Hold us down“ von Pablo Matisse geschrieben. Das ist auch eine schwedische Band.
Gustav: Ich überlege noch ein bisschen.

Was war denn euer erstes Konzert und wie hat es euch in eurer Laufbahn als Musiker beeinflusst?

Gustav: Das ist sehr lange her!
Johan: Das erste Konzert wo wir zusammen hingegangen sind war eine lokale Band aus Göteburg mit dem Namen Applemus. Es war ein Rock´n´Roll Konzert in einem Keller wo wir ungefähr zehn Jahre alt waren.

Zehn?!

Johan: Wir kennen uns schon sehr lange. Aber das war natürlich bevor wir selber angefangen haben Instrumente zu spielen, aber da haben wir zum ersten Mal das Gefühl gehabt, diese Welt erforschen zu wollen.
Gustav: Bei mir war es nicht das erste Konzert, sondern das erste richtig große. AC/DC haben vor circa zehn Jahren in Stockholm gespielt, seitdem sind sie meine Idole! Ich kann mich noch genau erinnern, als sie auf die Bühne gekommen sind und ich ungefähr fünf bis sieben Meter von ihnen entfernt stand – die waren so klein und in dem Moment habe ich realisiert, dass ich niemals auf diesem Level sein werde. Niemals! (lacht)

Was hört ihr denn so für Musik im Tour-Bus?

Gustav: Wir haben eine ganz wild gemischte Spotify Playlist. Da ist von The Prodigy bis hin zu einer Jazz Version von Astrid Lingrens „Kinder aus Bullabü“ alles dabei.
Johan: „Better than Art“ von Randy!
Gustav: Ja! Das ist echt eine verdammt gute Playlist (lacht).

Möchtet ihr noch etwas loswerden?

Gustav: Ich möchte noch meinen Song loswerden, den ich gerne geschrieben hätte! Und zwar „Police on my Back“ von The Clash. Das Original ist zwar nicht von The Clash aber mir fällt das gerade nicht ein – wie dem auch sei: der Song ist es!

Vielen Dank euch – Ich hoffe wir sehen uns bald mit der neuen Platte in Deutschland wieder!

Die aktuelle Bottlecap Single „Off Pressure“ samt Video wollen wir euch natürlich auch nicht vorenthalten!