Fotos: Konzertsucht / Sonja Möller

Lange haben wir gewartet – letzte Woche war es endlich soweit: Dermot Kennedy veröffentlichte sein Debütalbum „Without Fear“. Mit seinem Mega-Hit „Power Over Me“ hat er sich in die Herzen zahlreicher Hörer gesungen und sollte mittlerweile jedem Singer-Songwriter-Fan ein Begriff sein.

Als Dermot Kennedy für das Reeperbahn Festival bestätigt wurde, habe ich mich wahnsinnig gefreut. Wer mich kennt weiß, dass ich mich eigentlich eher bei Punk, Rock und Metal mitreißen lasse. Aber wessen Herz bei dieser Stimme kalt bleibt, der hat einfach keins! Punkt.
So war ich auch am Samstagabend, dem letzten Tag des RBFs, lieber im Docks und lauschte Dermots Stimme, als mich bei The Subways in der Großen Freiheit 36 beim Pogo auseinander nehmen zu lassen – und ich kann euch sagen: Es hat sich gelohnt!

Trotz eines ziemlich vollen Terminkalenders und zwei Auftritten auf dem RBF, konnte ich Dermot Kennedy in seinem Hotel zum Interview treffen. Ich muss gestehen, ich war noch nie so aufgeregt und habe am ganzen Körper gezittert – und das obwohl ich schon viele Bands und Musiker interviewt habe.

Ich erzähle Dermot wie ich zu seiner Musik gekommen bin.
Wie wahrscheinlich die meisten, habe ich den äußerst sympathischen Iren zum ersten Mal mit „Power Over Me“ im Radio gehört. Weil mich seine Stimme so faszinierte, begab ich mich auf die Suche nach mehr und wurde bei seiner Compilation von 2018 fündig.
Morgens um 6 Uhr auf dem Weg zur Arbeit habe ich also ebendiese Compilation gestartet. Mit dem Fahrrad ging es für mich zur Bahn-Station wo ich auf meine U-Bahn wartete. Der Song „For Island Fires and Family“ kam und schmetterte mich mit voller Wucht in einen Gefühlsausbruch, den ich so nicht erwartet hatte. Also stand ich morgens um kurz nach 6 am Bahngleis und weinte… einfach so, weil mich Dermot Kennedy aufgefangen hat. Mit seiner Stimme, seinem Song, dem Gefühl loslassen zu können. Es war einfach ein magischer Moment.

Da mir der Song „For Island Fires and Family“ aus diesem Grund so viel bedeutet, startet auch unser Gespräch mit einer Frage zu diesem für mich so magischen Lied.


Du hast „Of Island Fires and Family“ in einer großartigen Akustik-Version auf einem einsamen Berg gesungen. Das Gefühl dabei muss einfach wahnsinnig gewesen sein. 

DK: Ja genau, in Amerika in Denver in den Rocky Mountains. Es war wirklich wunderschön. Aber ehrlich gesagt war es total warm da oben, es war zwar überall Schnee, aber es war echt warm. Ich bin da mit Kelly und Ali und ihren Hunden Loky und Baily, die jetzt wahrscheinlich große Instagram Berühmtheiten sind, hingefahren. Es war das größte und schönste.

Habt ihr nur eine Aufnahme gemacht oder gab es mehrere Shots? 

DK: Das war tatsächlich nur eine einzige Aufnahme!

Du hast als Straßenmusiker begonnen, hast später einen Singersongwriter Contest in Dublin gewonnen und danach hat dich Glen Hansard mit auf Tour genommen. Er hat dich ja sozusagen entdeckt. Hast du noch Kontakt mit ihm?

DK: So in der Art. Es gab nie eine Zeit in der wir immer in Kontakt standen. Es war eher so, dass wir uns alle paar Monate mal getextet haben. Es ist ein bisschen komisch, jetzt wo ich so viel Toure und viele Auftritte habe, jagen wir uns gegenseitig um die Welt. In Interviews erwähnen wir uns immer gegenseitig. Mit ihm auf diese Art verbunden zu sein ist toll, denn er ist im Grunde der König der irischen Songwriter.

Hast du jemals darüber nachgedacht mit ihm zusammen zu arbeiten?

DK: Ich mein, ich würde schon gerne! Ich denke auch, dass es durchaus passieren kann. Aber es ist so, dass man sich jetzt erstmal auf sich selbst konzentriert muss – das ganze Projekt ist so eng zusammengefasst. Das ist aber auch eins meiner Lieblingsdinge an der Musikbranche, dass du mit verschieden Leuten kooperieren kannst, verschiedene Musiker kennenlernst und mit verschiedenen Musikern zusammen arbeitest bzw. arbeiten kannst.
Ich habe vor kurzen Hozier zum ersten Mal getroffen, das war so toll! All das ist so wichtig für mich – ich würde schon gerne mit Glen zusammen arbeiten – aber wer weiß. Ich will auch niemanden darauf festnageln.

Ist es denn so, dass du es vermisst als Straßenmusiker auf der Grafton Street zu performen wo keiner deinen Namen kennt? Oder ziehst du es vor, wie heute Abend im Docks zu stehen?

DK: Selbstverständlich bevorzuge ich das heute Abend. Ganz sicher! Ich vermisse es überhaupt nicht. Es war natürlich eine gewisse spaßige Herausforderung, als noch niemand wusste wer du bist als du auf der Straße gespielt hast. Es ist dein Job die Leute auf deine Seite zu ziehen und sie mitzureißen, das hat sehr viel Spaß gemacht und hat mir viel bedeutet.
Es hat mir auf jeden Fall dabei geholfen das zu tun, was ich heute Abend tue. Ich fühle mich wohler auf der Bühne und ich bin weniger beunruhigt was die Menschen von mir denken. Es ist einfach ein schöner und auch wichtiger Part meiner Geschichte – aber ich vermisse es tatsächlich nicht.

Hast du denn heute eine Band mit dabei oder stehst du alleine auf der Bühne?

DK: Nein, nein! Mit Band!

Was magst du denn lieber, alleine auf der Bühne zu stehen oder mit der Band?

DK: Mit der Band! Aber um ehrlich zu sein, ich kenne es auch nicht anders, denn seit wir touren stehen wir so auf der Bühne. Erst waren wir zu dritt, mittlerweile sind wir zu viert.
Es gibt während des Gigs einen Part wo nur ich mit der Gitarre auf der Bühne stehe und das fühlt sich wunderschön an. Ich könnte das aber nicht für eine komplette Show. Es ist auch wirklich wichtig für mich, aber musikalisch gesehen ist es einfach interessanter ein Ganzes auf der Bühne zu haben, es ist viel aufregender.

Aber die Leute aus der Band heute sind nicht die Mitlgieder aus deiner alten Band „Shadow and Dust“, oder?

DK: Nein – außer der Drummer, Micheál. Ich mache mit ihm jetzt seit 10 Jahren Musik. Vor ca. 10 Jahren habe ich als Songwriter angefangen und mit Micheál die Band zusammen gegründet. Jetzt mache ich das Solo-Ding, aber wir haben das alles zusammen erlebt, was total schön ist. Denn gerade jetzt wo es größer wird mit Labels und dem ganzen Kram, ist es so… es ist einfach schön jemanden zu haben der mit dir diese Reise geht, der dich richtig gut kennt, auch schon von früher. Der weiß wie du musikalisch und privat tickst und dich ein bisschen an die Hand nehmen kann.

Du hast mit der Band unteranderem Songs wie „Dancing Under Red Skies“ performt, das Lied muss also mindestens schon sechs Jahre alt sein. 

DK: Ja genau, wenn das überhaupt reicht. Eigentlich ist es schon antik (lacht).

Das ist doch der Wahnsinn! Ich meine, du veröffentlichst bald dein Album wo dieser Song drauf ist, den du eigentlich schon seit 6 Jahren mit dir herumträgst. 

DK: Es ist schon ein bisschen witzig. Als ich die Band verlassen habe und mein Solo-Projekt gestartet habe, habe ich den Song an Plattenlabels und Managements geschickt und die fanden den alle total gut. Es ist wirklich witzig, wie man durch diese Musik-Industrie zieht und du dich in Studios mit grandiosen Songwritern und Producern wiederfindest, die auch wirklich alle ganz tolle Menschen sind. Aber am Ende sind die Labels und dein Management am meisten von dem Song fasziniert, den du 10 Jahre mit dir rumschleppst. Das fühlt sich einfach toll an und ist super spannend. Das bedeutet, ich kann diese Reise fortsetzen und alles wird immer größer, aber am Ende werde ich immer noch Sachen veröffentlichen, auf die ich seit Ewigkeiten stolz bin. Aber wenn man bedenkt, dass der Song von „früher“ stammt, bin ich froh, ihn die ganze Zeit mit mir rumgeschleppt zu haben. Verstehst du?

Total! Aber du hast ja auch letztes Jahr diese Compilation veröffentlicht – jetzt durfte ich schon in dein neues Album „Withour Fear“ reinhören und mir ist dabei aufgefallen, dass einige Songs, die schon auf der Compilation drauf sind, einen neuen Mix für dein Album bekommen haben. 

DK: Das war mir sehr wichtig! Sonst sagen die Leute, hey, du hast den Song doch vorher schon mal veröffentlicht. Das ist aber eigentlich gar nicht wahr, denn er hört sich total anders an.
Ich denke außerdem, dein erstes Album ist eine Geschichte die du erzählst. Ich wollte mit meinem ersten Album einfach eine Gemeinschaft an Songs präsentieren. Diese Songs sind mir wirklich wichtig um meine Geschichte zu präsentieren.
Ich habe mit „Moments Passed“ einen Song auf dem Album, der ohne besonderen Grund das schönste ist, was ich bisher musikalisch erreicht habe – deshalb wollte ich ihn drauf haben. Wenn zum Beispiel jemand wie Justin Vernon (Bon Iver) oder jeder andere den ich bewundere, dieses Album hört, sollte genau dieser Song auf dem Album sein. Ich wollte einfach die beste Präsentation meiner selbst mit dem Album erreichen.

Das ist dann unteranderem auch der Grund, dass die Album Veröffentlichung um eine Woche nach hinten verschoben wurde?

DK: Ja genau, es gab einfach wichtige Dinge die noch erledigt werden mussten.

Du lässt dich gerne von Hip Hop beeinflussen, hast du mal darüber nachgedacht, selber Hip Hop zu machen?

DK: Nein, auf keinen Fall! (lacht)
Ich mag es wie es mich beeinflusst. Ich mag es, wie es mir in Zeiten wenn ich Songs schreibe hilft. Aber ich bin mir dessen ziemlich bewusst wenn ich bei etwas über die Strenge schlage. Wenn ich im Studio bin und an etwas arbeite und es zu etwas wird, was ich einfach nicht bin. Für mich ist Hip Hop auf musikalischer Ebene sehr wichtig, aber ich würde mich nie näher daran heranwagen, weil es sonst etwas werden würde was ich nicht bin.

Erzähl mir doch mal von „What Have I Done“. Es ist mein Lieblingslied von „Without Fear“. Ich mag den Beat. Du singst natürlich viel über Liebe, aber ich mag es, dass der Song so ein bisschen anders ist.

DK: Du meinst er ist mehr ein Happy Song! Ja das ist wahr. Für mich ist der Song eigentlich der Beginn des Albums. Ich wollte, dass er so klingt. Ich wollte das er, ähnlich wie bei „Power Over Me“, den Anfang unserer Beziehung repräsentiert. Den Weg des sich Verliebens beschreibt. Dabei aber eigentlich nicht wissen, dass man jemanden braucht und eigentlich gar nicht weißt, dass du was vermisst. Das ist was ich damit transportieren wollte. Ja, ich verstehe warum du ihn magst, er ist einfach etwas fröhlicher.

Dermot Kennedy live auf dem RBF19

Fotos: Konzertsucht | Sonja Möller

Dermot Kennedy auf Deutschland Tour 2019

  • 08.11. – Stuttgart, Porsche Arena
  • 10.11. – Berlin, Columbiahalle
  • 12.11. – Leipzig, Werk 2
  • 14.11. – Hannover, Capitol
  • 18.11. – Frankfurt am Main, Jahrhunderthalle
  • 19.11. – München, Zenith
  • 21.11. – Köln, Palladium

Und weil wir Dermot Kennedy so fantastisch finden, verlosen wir zwei CDs von seinem grandiosen Debütalbum „Without Fear“. Schickt uns einfach bis Montag (14.10.19) eine E-Mail mit dem Betreff Dermot Kennedy an win@noisiv.de und schon landet ihr in unserem Lostopf. Viel Glück!

Für die Teilnahme an diesem Gewinnspiel musst Du mindestens 18 Jahre alt sein. Solltest Du gewinnen, kontaktieren wir Dich per E-Mail. Schaue diesbezüglich also ab dem 14.10.2019 regelmäßig in Dein E-Mail-Postfach rein – mitunter auch im Spam-Ordner! Die bereitgestellten Daten werden ausschließlich zur Kontaktaufnahme im Gewinnfall genutzt.

Die Nutzung mehrerer Facebook-Profile und E-Mail-Adressen zur Gewinnerhöhung sowie jedwede andere Form der Manipulation sind strengstens untersagt. Im Falle eines Verstoßes gegen die Teilnahmebedingungen behalten wir uns den Ausschluss des jeweiligen Teilnehmers vor. Der Gewinn ist weder austausch- noch übertragbar. Die Barauszahlung ist ebenso ausgeschlossen wie der Rechtsweg.

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