The Big Pink - Future This

The Big Pink - Future This

Dieser Tage haben Robbie Furze und Milo Cordell aka. The Big Pink ja ihr langerwartetes, zweites Album Future This auf den Markt gebracht nachdem das Debüt A Brief History of Love mitsamt der Hitsingle Dominos 2009 euphorisch gefeiert wurden. An das Nachfolgewerk konnten die beiden britischen Ausnahmemusiker also bei weitem nicht mehr so locker herangehen wie vorher – es hat eben eine gewisse Erwartungshaltung und ebenso natürlich auch irgendwo eine Schippe Druck gegeben. Und das scheint dem pinken Album überhaupt nicht gut getan zu haben.

Dabei ist die Sache eine ganz fiese. Die ersten Songs spielen, breite Euphorie macht sich in einem breit ob der großen und hoch hinaus wollenden Melodien und Vocals. Stay Gold, Hit The Ground (Superman), Give It Up und The Palace sind allesamt Songs dieser Machart. Erstere Beide kann man dabei problemlos gesondert hervorheben. Zum Einen sind sie mit Abstand die stärksten Songs des Albums und zum anderen reißen sie den Hörer im Nachhinein in tiefe Depressionen. Die Erwartungshaltung, die Stay Gold und Hit The Ground erzeugen, ist nämlich immens.

Eben jener immensen Erwartungshaltung kann das Album als gesamtes lange nicht einhalten. Nach den ersten vier Songs fängt das Album an vor sich herzuspielen und herumzududeln. Das gipfelt dann passend in den letzten beiden Songs Future This und 77 die absolut belanglos sind und in denen wirklich nichts passiert. Die drei vorigen Tracks 1313, Rubbernecking und Jump Music erfüllen scheinbar auch noch einen Zweck. Sie bereiten nämlich auf dieses flache Finish vor, indem sie nacheinander immer dudeliger werden.

Milo Cordell (li.) und Robbie Furze aka. The Big Pink

Milo Cordell (li.) und Robbie Furze aka. The Big Pink

Generell hat das gesamte Album – und damit auch die ersten vier Tracks – ein ganz großes Problem: die Belanglosigkeit. Nach dem Hören der Songs bleibt nicht wirklich etwas hängen. Die ersten vier Tracks erzeugen beim Hören zwar einen großen Eindruck, nach dem Ende der Songs sind diese aber komplett weg. Es brennt sich nichts in das Gedächtnis ein. Die einzige Ausnahme stellt hierbei, mal wieder, Stay Gold dar.

Ein Album voller Stay Gold’s wäre schon wirklich gut gewesen. Ein solches Album mit dem gewissen Kick des Debüts wäre mehr als „sehr gut“ gewesen. Denn gemessen am ersten Album, dessen Songs noch spannend waren, mit denen man sich auch mal ein wenig beschäftigen konnte, ist Future This eine absolute Enttäuschung.

Große Emotionen, eingängige Hooks, sowie Samples und Beats (auf organische Instrumente wurde während der Aufnahmen wohl komplett verzichtet) waren für dieses Album wohl das falsche Pferd, auf das gesetzt wurde. Das ist absolut schade, denn dieser kleine Teufel namens Erwartung ist eben einer, durch den man – nun ja – erwartet. In diesem Falle einen würdigen Nachfolger mit gutem Shoegaze. Und Beides findet man in diesem Album zumindest nicht durchängig, allerhöchstens im ersten Drittel der LP.

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, dann empfehle ich euch als Erstes einmal spin.com. Dort nämlich könnt ihr das Album in voller Länge kostenlos streamen. Das solltet ihr vor einem etwaigen Kauf auf jeden Fall machen, bevor ihr die LP blindlings kauft und dann enttäuscht werdet.