Ein Album, auf das ich mich persönlich richtig stark gefreut habe, war das neue Album der Band The Black Keys. Das Album des Duos, dass nun endlich am 02.12. in Deutschland in veröffentlicht wurde, wurde heiß erwartet und entsprechend hohe Erwartungen hat es gegeben. Darf ich etwas vorweg greifen, wenn ich sage, dass alle Erwartungen mehr als einfach nur „erfüllt“ wurden?

The Black Keys - El Camino Cover

Der erste Song des Albums ist bereits eine Offenbarung und zeigt, wohin das Album über die Laufzeit von 37 Minuten, verteilt auf elf Songs, gehen wird. Lonely Boy (übrigens auch die erste Single) ist ein Track, der einen einfach zum Tanzen zwingt. Angelehnt an den Garage-Rock der 70er kann man einfach nicht still sitzen und ich kann mir richtig gut vorstellen, wie John Travolta und Uma Thurman in Pulp Fiction – statt zur eigentlichen Filmmusik – zu Lonely Boy tanzen. ;)

Dieses Feeling geht über die nächsten Songs Dead And Gone und Gold On The Ceiling weiter, letzteres der Beiden klingt stellenweise wie ein LSD-Trip, über die Vocals bis hin zum Gitarrensolo. Das alles natürlich im angesprochenen 70er Jahre Garage-Rock Rahmen. Das passt einfach perfekt zusammen!

Little Black Submarines, der vierte Track, stellt einen kleinen Bruch in dieser Struktur dar und unterbricht dieses Feeling kurz. Es fängt mit einer Akkustikgitarre und Dan Auerbachs Gesang an, kurz danach setzt eine leise Percussion ein. Das hört sich ungelogen toll an, bis es ab der Hälfte des Songs zu einem kompletten Umschwung kommt. Patrick Carneys Drums setzen lautstark ein und auch die E-Gitarre von Auerbach ist keinen Deut leiser und nicht weniger gewaltig! Hier erreicht das Album nach Lonely Boy direkt seinen zweiten vorzeitigen Höhepunkt und man fühlt sich unweigerlich ein wenig an Jack White und The White Stripes erinnert.

The Black Keys

[Bildquelle: Thats-Me.ch]

Weiter geht es mit Money Maker. Der Song führt die tanzbeinschwingende Richtung der ersten drei Songs wieder fort und hört sich dabei sehr bluesig und gewaltig an. Run Right Back führt genau diese Richtung noch einmal ein ganzes Stück weiter – auf jeden Fall einer der eingängigsten Songs, der am meisten Spaß macht.

Sister verlangsamt das Tempo wieder ein wenig, ohne aber langweilig zu werden. Ganz im Gegenteil – der Song hat mehr Blues Elemente als alle vorigen Songs und versetzt einen ein wenig in diese gewisse Trance, der man nicht entfliehen will, die möglichst nicht zerbersten und aufhören soll. Hört man sich im Anschluss daran Hell Of A Season an, wacht man aber doch auf. Das ist aber nicht schlimm – wie könnte es bei diesem Album auch anders sein – sondern das einzig Richtige. Denn Hell Of A Season geht wieder richtig hart in die Beine. Mal wieder übernimmt der 70er Garage-Rock die Macht über den Körper, sodass man sich dazu einfach bewegen muss!

Das Album neigt sich jetzt so langsam dem Ende entgegen und so bleiben nur noch die letzten drei Songs Stop Stop, Nova Baby und Mind Eraser. Stop Stop hört sich dabei genau passend nach dem Einläuten eben jenen bevorstehenden Finales an, wie der Auftakt einer Zugabe auf einem Gig. Nicht besonders tanzwütig machend, eher wieder bluesig und extrem eingängig.

Nova Baby setzt noch einmal eine Schippe drauf in Richtung Finale. Die Vocals passen super zum anstehenden Finale und der Blues erschlägt einen wieder auf inzwischen bekannte und liebgewonnene eingängige Art.

Das Finale Mind Eraser hört sich wieder nach einem purem LSD-Trip an. Gechillte Sounds und Vocals, die in einem tollen Chorus gipfeln, in dem es „Don’t let it be over“ heißt. Genau das ist auch das Motto des letzten Songs. Es soll nicht zu Ende sein. Dieses tolle Album kann nicht einfach nach etwas mehr als 30 Minuten schon wieder aufhören. Man will noch viele weitere Songs hören, aber das geht natürlich nicht. Es muss irgendwann mal zu Ende sein und Mind Eraser findet  den perfekten Abschluss mit der größten Portion Blues, die dieses Album zu bieten hat, sowie dem dritten und finalen Höhepunkt! Der Abschluss ist dieses tollen Albums mehr als würdig und im Anschluss drückt man einfach auf Repeat, um das Album noch einmal in gänzlicher Länge durchzuhören. Und so geht das dann viele weitere Male, weil es eben nicht „over“ sein soll.

Das Album hat mich ehrlich gesagt schwer beeindruckt. Dieses Jahr hatte einige große Alben, aber dieses schlägt sie alle. Nach Lonely Boy könnte man meinen, dass das Duo dieses extrem hohe Niveau nicht über die volle Länge halten können wird, aber da hat man weit gefehlt. Gegen Mitte der LP schämt man sich dann für die Vermutung, die man am Anfang aufgestellt hat. Meiner Meinung nach haben wir es hier mit dem Album des Jahres 2011 zu tun und einem der besten Langspieler der letzten Jahre. Lange war ich nicht mehr so enthusiastisch, wenn es um ein Album ging, aber jetzt ist es endlich wieder soweit!

Würde man mich nach meinen Lieblingssongs des Albums fragen, würde es mir schwer fallen, welche zu nennen. Ich glaube aber, dass ich mich nach langem Überlegen auf Lonely Boy, Dead And Gone, Little Black Submarines und Mind Eraser festlegen kann. Dass ich hier fast 50% des Albums als Lieblingssongs nenne, sollte mal wieder Beweis genug für die Qualität des Albums sein. ;)

Wer sich vorher noch einmal ein Bild von dem Album machen möchte, der besucht einfach die Webseite der Band. Dort könnt ihr fünf Songs des Albums streamen!

Abschließend gibt es von mir eigentlich nur noch die Aufforderung an euch, dass ihr euch das Album zulegen solltet! Ansonsten verpasst ihr einen ganz, ganz großen Wurf dieser wundervollen Band! Kauft euch das Album an, hört es, hört es nochmal, und noch ein weiteres Mal, danach wieder und so weiter. :)