Endlich, ja, endlich. Nach Heinz Strunks literarischen und cineastischem Ausflug/ -flügen mit „Fleisch ist mein Gemüse“ etc, melden sich 33,333% des Trios zurück, das Präventivschläge gegen Panzer schlug und gegen den selbst das Kindchenschema des Nils klang wie volle Windeln.

Jacques Palminger greift die hamburgsche Tradition des intellektuellen Selbstausblutens auf und verpackt sie mit ironischer Theatralik in hüftenschwingenden und sohlendurchtanzenden Jazz; das Ergebnis wurde Jazz an Lyrik. Dieser zeichnet sich durch die Eigenschaft des Studio Brauns aus, die sie berühmt machte; eigenhumorige Abgeklärtheit und der Stand über allen.

In diesem inzestuösen Musikerhamburg lässt sich leicht der Überblick verlieren. Die Verbindung von Jacques Palminger zum Studio Braun ist unverkennbar, aber für das 440hz Trio muss man schon ne Weile suchen, bzw den Artikel über Soup de Nüll kennen. Das Trio besteht aus Richard von der Schulenburg (Ex-Die Sterne, Soup de Nüll, Solo, Familienstand ungeklärt), Olve Strelow (Soup de Nüll, Spalt, Proto Cosmos, Krebszucht auf Amrum, Richard von der Schulenburg, Jacques Palminger, Boyd’s Elektro Gitarren Orchester) und John Raphael Burgess (JaKönigJa, Pilburg). Und gerade weil es so unglaublich diffus ist, sich die Einflüsse und Erfahrungen der Musiker auf verschiedenen Saiten der Musikwelt auch auf das Klangverhalten schmeichelnd legen, sollte sich der geneigte, kennende Höhrer (Achtung, Wortspiel!) lieber dem Stück, als der Geschichte und Personalpolitik widmen!

Für, nach eigenen Angaben, für Musik-Nerds, nach meinen Angaben aber auch für Musik-Nerds und Connaisseure/ -eusen. Es ist aber auch erstaunlich tanzbar und bietet eine Tonqualität, für die man nicht mit Geistern töpfern braucht. Intellektuell wie immer und über allen Dingen stehend, gehören sie als Hexer auf den Scheiterhaufen, aber wer kann denen schon böse sein? Absolute Kaufempfehlung alleine dafür, dass sie einen immer irgendwie mitnehmen!