Rogers Hamburg 17

Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Das Rheinland: Eine Hochburg des deutschen Punks, gespickt mit viel Tradition. Auch die Rogers entstammen dieser populären Subkultur und stehen für bodenständigen Punkrock, der nach vorne geht. Eben jene Band, die zuletzt stark im Kommen war, hat am Freitag einen Abstecher in den Hamburger Monkeys Music Club gemacht. Wenngleich ich mit den beiden Alben der Rogers nicht hundertprozentig warm wurde, eilt ihnen ein Ruf als großartige Live-Band voraus, sodass ich mir das nicht entgehen lassen wollte. Gleich vorweg sei gesagt: Das hat sich gelohnt!

Rogers Hamburg 02

Vor dem eigentlichen Konzertabend gab es aber noch ein kleines Schmankerl für die Konzertbesucher: Einige Minuten vor offiziellem Einlass kamen Chri und Nico raus und spielten vor dem Club ein relativ kurzes, dafür aber umso stimmungsvolleres Akustik-Set. „Wir haben nichts geprobt“ hieß es zu Beginn und irgendwie wollte man dem nicht so ganz glauben, nachdem sie eine Handvoll Songs (unter anderem „Vergiss nie“ und „Ich will weg“) auf zwei Westerngitarren zum Besten gaben.

The Electric Overdrive: Energiegeladener Abendbeginn

The Electric Overdrive 11

Mit einer vollgepackten Mischung aus Punkrock, Sleaze und einigen Metal-Elementen eröffneten The Electric Overdrive aus der Hansestadt um kurz nach 21 Uhr dann den offiziellen Teil des Abends. Ihre Songs gehen geradlinig nach vorne, sind vor allem melodisch sehr stark und wurden von der Crowd über die Länge ihres ungefähr 45-minütigen Sets immer besser angenommen. Währte zunächst noch die typische Vorsicht, wurde diese immer stärker ad acta gelegt. Zwischendurch gab es sogar erste Pits.

Die Vielfältigkeit in den musikalischen Einflüssen erlaubt der Band auch ein entsprechend großes Repertoire, sodass die Songs immer wieder mit abwechslungsreichen Elementen zu gefallen wussten. Die Belohnung: Am Ende wurden The Electric Overdrive unter großem Applaus verabschiedet – hat man auch nicht bei jeder Vorband. Bestgelaunt ging es also ins Rogers-Set.

Die Rogers fegen alles weg!

Rogers Hamburg 11

Nach der obligatorischen Umbaupause ging es dann nochmal ordentlich ran: Die Rogers kamen unter riesigem Beifall auf die Bühne und legten sofort los – ebenso wie das Publikum, das zum Opener „Hoch die Tassen“ vom Start weg ordentlich im Pit abging. Das wiederum sollte sich übrigens durch (fast) den gesamten Auftritt hinweg nicht ändern. Man merkte sofort: Band und Publikum hatten gleichermaßen Bock und trieben sich gegenseitig immer weiter. Ganz wichtige Info übrigens: Gitarrist Nico hat während „Allein“ keinen Faceplant hingelegt!

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Im Verlaufe des Sets spielte die Band ein Set mit 19 Songs, das sich recht ausgeglichen auf die beiden Alben aufteilte, wobei der Fokus dezent auf dem Debüt „Flucht nach vorn“ lag. Richtige Favoriten auszumachen ist bei den Rogers recht schwierig, da sie schlichtweg alle Songs verdammt gut performen und diesen auf der Bühne noch einen weiteren Kick geben. Ein kleines Highlight gab es dann aber doch, als Chri seine Westerngitarre nochmals rausholte, alleine auf der Bühne spielte und fast das gesamte Publikum sich hinsetzte, um ihm zu lauschen – etwas, das man sicher nicht alle Tage sieht bei einem Punkrock-Konzert.

Rogers Hamburg 21

Mit den beiden Zugaben „Kreuzberger Nächte“ und „Anders als ihr“ beendeten die Rogers dann einen sehr gelungenen Konzertabend, an dem auch ich mich sehr gut unterhalten fühlte, wenngleich mich ihre Form der Punkrock-Musik nicht vollständig anspricht. Das führt dann auch zum vielleicht größten Kompliment, dass man ihnen geben kann: Sie sind eben eine absolute Live-Band und überzeugen auf der Bühne ausnahmslos mit; selbst wer mit ihren beiden Alben vielleicht nicht unbedingt vollständig warm wurde, sollte sich das dringend mal live anschauen!

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