royal-republic-13

Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Nach dem Release ihres aktuellen Albums „Weekend Man“ sind Royal Republic dieser Tage wieder einmal auf Tour – gefühlt hören sie ja nie so wirklich damit auf. Am 27. November führte sie diese Reise nach Hamburg in die Große Freiheit 36, die selbstverständlich schon lange vorher ausverkauft war, sodass sie ein Zusatzkonzert für den 18. Februar ansetzten, das ebenfalls schon seit längerem ausverkauft ist.

Die schwedische Band um Sänger Adam Grahn erfreut sich hierzulande also noch immer starker Beliebtheit und das kommt nicht von ungefähr – das haben sie an jenem Abend eindrucksvoll bewiesen.

Dinosaur Pile-Up rocken zu Beginn

dinosaur-pile-up-02

Doch, Moment! Vor Royal Republic eröffneten zwei Support-Acts den Konzertabend. Als erstes kamen Dinosaur Pile-Up auf die Bühne. Das Trio aus Großbritannien veröffentlichte vor etwas über einem Jahr ihr Debütalbum „Eleven Eleven“, das sie natürlich auch nach Hamburg mitbrachten: Schrammeliger Alternative-Rock mit dem gewissen Hang zum Grunge (Sänger Matt Bigland könnte, gemessen an seiner Performance, aus eben jener Subkultur stammen).

Das kann man sich auf jeden Fall mal anhören und sie beherrschen ihr Handwerk – vor allem live ist die Musik der drei Herren aus Leeds eine coole Angelegenheit. Daheim wären mir die Lyrics (zumindest das, was man davon mitbekommen konnte) dann doch zu uninspiriert. Nichtsdestotrotz: Als Warm-up haben Dinosaur Pile-Up einen guten Job gemacht!

Tim Vantol reißt alle mit

tim-vantol-05

Kurz danach ging es mit Tim Vantol weiter. Ohne seine Band begleitete er Royal Republic auf der Tour, dementsprechend hatte er auch die gesamte Bühne für sich. Da stand dann also ein einsamer Musiker mit seiner Gibson-Gitarre und sang sich die Seele regelrecht aus dem Leib.

tim-vantol-15

 

Ob nun seine neue Single „Til the End“ (die er bereits im letzten Jahr für unsere NOISIV SESSSIONS einspielte) oder beispielsweise „Bitter Morning Taste“ – er riss die Crowd in der Großen Freiheit 36 regelrecht mit. Das Highlight war dann „Nothing“, bei der die Crowd lautstark mitsang.

Unter lautem Beifall und „Zugabe“-Rufen verließ er die Bühne nach dem Ende seines Sets und da war er: Tim Vantol, der sie alle mit seiner bodenständigen Art und seiner großartigen Stimme mitzunehmen weiß. Einer, wie er, ist einmalig und so darf man sich so richtig auf sein kommendes Album freuen!

Royal Republic: Wahrlich königlich!

royal-republic-17

So genial, wie Tim Vantol spielte und von der Crowd bejubelt wurde, hätte er gut und gerne auch der Headliner des Abends sein könnte, aber da kam ja noch eine Band nach der Umbaupause auf die Bühne: Royal Republic begannen ihr Set mit „When I See You Dance With Another“ und gaben so die Marschrichtung für einen famosen Konzertabend vor.

royal-republic-15

Das erste richtige Highlight gab es dann vor „Weekend-Man“, als Frontmann Adam Grahn den Weekend-Man beschwor und ihn darum bat, sie alle so großartig zu machen, wie ihn. Auch mit steigendem Erfolg verlieren die Schweden ihre humoristische Ader nicht aus den Augen und sind selbstironischer denn je.

Zwischendurch erzählt Grahn immer wieder Anekdoten – beispielsweise aus seiner Zeit vor der Band, in der er als Musiklehrer arbeitete und in das eine oder andere Fettnäpfchen trat. Oder als sie die großartige Akustikversion von „Addictive“ spielten. Oder als er eine Zuschauerin auf die Bühne holte, um mit ihr seine Gitarre zu spielen.

royal-republic-24

Mit „Baby“ und „Tommy-Gun“ wurde das reguläre Set beendet, wobei es dabei natürlich nicht blieb. Selbstverständlich kehrten sie nochmal auf die Bühne zurück: „Here I Come (There You Go)“ eröffnete die Zugabe sensationell, anschließend gab es meinen Lieblingssong „Follow the Sun“ vom aktuellen Album. Mit „Getting Along“ und „Full Steam Spacemachine“ wurde der Abend dann endgültig beendet und seien wir ehrlich: Die hätten locker noch stundenlang spielen können und niemand, wirklich kein einziger, hätte sich auch nur annähernd gelangweilt.

royal-republic-04

Diese Band weiß ganz genau, wie sie ihre Crowds zum Toben bringen und für sich einnehmen. Einerseits sind da ihre großartigen Songs, die live unvergleichlich viel Spaß bereiten; andererseits sind da diese vier Rampensäue, die so unfassbar viel Spaß auf der Bühne haben und praktisch die gesamte Rockstar-Masche durchziehen können und dabei so herrlich charmant bleiben, dass man sie für alles feiert – beispielsweise dann, wenn Adam Grahn an einem, auf die Bühne geworfenen, BH schnuppert und einen tiefen Zug nimmt.

Konzertabende, wie dieser, sind der Grund dafür, weswegen ich mich jede Woche auf neue Konzerte schleppe – egal, wie schlapp ich mich fühle. Es sind diese magischen Momente, die man immer wieder miterlebt und die man besser nicht verpassen sollte. Royal Republic ist eine dieser Bands, bei der man jedes Mal etwas denkwürdiges erlebt – nicht umsonst waren sie Anno 2011 mein persönliches Highlight des Rock am Rings. Insofern: Glück gehabt, dass sie nicht allzu lange auf sich warten lassen mit ihrem nächsten Hamburg-Besuch!

[asa]B0186J92N2[/asa]