Royal Republic - Baby (Musikvideo)

Foto: Screenshot / YouTube

Sonderlich vielseitig sind sie nicht, die Schweden von Royal Republic. Während ich jene Vielseitigkeit üblicherweise zu schätzen weiß, gibt es aber trotzdem immer die berühmten Ausnahmen der Regel – sie sind eine solche. Der Garage-Rock-Kapelle dabei zuzuhören, wie sie straight nach vorne spielen, vermittelt schlicht und ergreifend unheimlich viel Freude. Da hat selbst der Pessimist in mir absolut keine Chance und spätestens nach ihrem Auftritt auf der Club-Stage des Rock am Ring 2011 habe ich sie endgültig in mein Herz geschlossen.

Royal Republic - Weekend Man Album-Cover

Ihr Debütalbum „We are the Royal“ habe ich endlos gefeiert, die Songs waren klasse und zeigten dem damaligen Musik-Snob in mir, dass man auch ohne großen Anspruch an Strukturen, Texte und Überraschungen Spaß an Musik haben kann. Auch ihr Nachfolger „Save the Nation“ hatte einige tolle Tracks, gefiel mir in seiner Gesamtheit aber nicht so gut, wie das bretternde Debüt.

Nun ist es also erneut Zeit, sich ordentlich bespaßen zu lassen, denn die Band um Sänger und Spaßvogel Adam Grahn veröffentlichte jüngst ihren neuesten Longplayer „Weekend Man“. Anhand der erwähnten Werke ist es einfach, davon auszugehen, dass sie diesen geradlinigen Weg auch dieses Mal weitergehen werden. Wer dies annimmt, wird letzten Endes absolut bestätigt, denn die Scheibe gibt den Fans das, was sie erwarten: Royal Republic! Dennoch gibt es hin und wieder mal eine Überraschung.

Euphorisch nach vorne!

Das Royal Republic im Kern aber eben doch die schwedischen Rampensäue bleiben, die sie nun einmal sind, macht bereits der Opener „Here I Come (There You Go)“ klar. Ein temporeiches Riff, der wiedererkennbare Gesang von Grahn und die Lead-Parts vor dem Ende des Tracks bauen sofort Euphorie auf! Man ist gewappnet für den weiteren Verlauf des Albums.

Zwischendurch erinnern Royal Republic auffällig stark an ihre schwedischen Kollegen von The Hives, vor allem „Walk!“ und „High Times“ erwecken diese inneren Vergleiche. Beiden Songs schadet das aber nicht – im Gegenteil! Vor allem letztgenannter Song überzeugt durch das Boogie-Woogie-Feeling.

Von Überraschungen und New Wave

Wie bereits angedeutet enthält „Weekend Man“ auch die ein oder andere Überraschung. Die erste findet sich in Form von „Follow the Sun“. Hier tragen nicht die Gitarren den Sound nach vorne, stattdessen groovt sich der Bass durch die Verse, während Grahn über den langen und steinigen Weg zum Erfolg singt: „Long way to run / When you follow the sun“. Im Chorus nimmt sich die Instrumentalisierung sogar noch stärker zurück, erst gegen Ende nimmt die Intensität zu. Der Song bleibt im Gedächtnis stecken, weil er im Rahmen des Albums so anders ist; vor allem aber, weil es beste Song der kompletten Platte ist.

Überraschung Nummer zwei stellt „Any Given Sunday“ dar. Statt Garage-Rock hören wir hier überaus starke New-Wave-Einflüsse. Die Band ist immer gut dafür, Elemente vergangener Jahre für sich zu eigen zu machen, allerdings hätte ich im Vorfeld der Album-Veröffentlichung nicht gedacht, dass ich jemals so etwas von der Band hören würde, was dann auch noch so stark ins Ohr geht und innere Euphorie auslöst.

Dennoch regieren die klassischen Rock-Sounds das Parkett, das zeigten bereits die gelungenen Singles „When I See You Dance With Another“, „Baby“ und „Uh Huh“. Andere Tracks folgen hier im Gleichmarsch: Ob es nun der Titelsong „Weekend-Man“, „Getting Along“, „My Way“ oder das abschließende „Playball“ ist, welches durch das energetische Geschrei im Chorus wohl zum Liebling aller Royal-Poger werden dürfte.

Bestgelaunter Fan-Service

Wenngleich sich Royal Republic etwas aus ihrer Komfortzone heraustrauen und experimentieren, machen sie insgesamt also weiterhin Musik für ihre Fans. Das hat zwei Konsequenzen: Wer die Band bereits zuvor mochte, wird sie nun lieben. Mochte man sie aber nicht, wird man auch von „Weekend Man“ nicht bekehrt.

Für mich steht jedenfalls fest: „Weekend Man“ toppt sogar ihr Debütalbum! Die Songs sind ausgereifter, der Bewegungszwang im Körper wird noch stärker angesprochen und letztlich gehen sie in den Songs auch noch weiter aus sich heraus und lassen die Garage-Säue so richtig raus – und das steht ihnen, wie keinem anderen!

Royal Republic: Deutschland-Tour

  • 18.11. – LKA Longhorn, Stuttgart
  • 21.11. – Schlachthof, Wiesbaden
  • 23.11. – Backstage, München
  • 24.11. – Alter Schlachthof, Dresden
  • 25.11. – Columbiahalle, Berlin
  • 26.11. – Palladium, Köln
  • 27.11. – Große Freiheit 36, Hamburg

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