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Die österreichischen Speedpolka-Skapunkrocker von Russkaja sind ja für ihre ausgeprägten Live-Qualitäten bekannt. Bereits in Bochum konnte ich mich davon überzeugen, denn aktuell befindet sich die Band auf Tour, um ihr neues Album „Peace, Love & Russian Roll” zu spielen und auch beim Deichbrand Festival sah ich sie bereits zwei Mal. Am vergangenen Samstag sah ich sie erneut – dieses Mal in der Hamburger Fabrik. Der Laden war ausverkauft, die Stimmung auf höchstem Niveau.

Erst Schweigen, dann Ekstase

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Russkaja stehen für ausgelassene Freude und eskatische Live-Erlebnisse sowie viel Selbstironie. Wenige Minuten vor dem Konzert sah man aber eine ernste Band: Aus Respekt und Trauer aufgrund der Pariser Anschläge wurde eine Schweigeminute eingelegt, um den Opfern zu Gedenken. Eine schöne und angebrachte Geste!

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Kurz danach ging es dann los, die Band wurde jubelnd empfangen. Die Crowd war in bester Laune – die schiere Menge an Menschen sowie deren Jubeleinlagen und das wiederholt ausgerufene „Rus-ska-ja” beeindruckten die Gruppe rund um Sänger Georgij Alexandrowitsch Makazaria sichtbar, die bestgelaunt aufspielten und sich über die Moshpits und Crowd-Surfer sichtlich freuten.

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Eines der absoluten Highlights jeder Russkaja-Show wurde bereits relativ früh durchgeführt: Zum Song „Traktor” wird eine Mitte ausgerufen, um die die Menge im Circle Pit herumwandert. Die Größe der Pits sind jedes Mal beeindruckend und das war auch dieses Mal nicht anders. Auch die Einweisung in dieses Traditionsspiel ist humorig: Georgij generiert eine Analogie zum Stierrennen in Spanien, was man nun auch in Russland machen würde – mit dem Unterschied, dass man nicht vor einem Stier davon rennt, sondern vor einem Traktor, der in diesem Beispiel die Band darstellt. Von diesen humorvollen Ansagen zwischen den Songs gibt es jede Menge. Nicht nur die Songs sind bei Russkaja ein Highlight, sondern auch die Zwischenansprachen – etwas, das durchaus rar ist.

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Russkaja-Gitarrist Engel Mayr

Neben den bekannten Russkaja-Stücken, wie „Traktor”, „Energia” und „Change” wurden natürlich auch eine ganze Reihe der neuen Songs gespielt. Diese haben die Setlist hervorragend bereichert und wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Als Opener wurde der Titeltrack des aktuellen Albums genutzt, die aktuelle Single „Rock’n Roll Today” war der erste Song der Zugabe und dazwischen wurden unter anderem „Hometown Polka”, „El Pueblo Unido”, „Radio Song” und „There Was A Time” gespielt, bei dem Georgij auch zum „weißen Tanz” aufrufte. Überhaupt war die Setlist ganz stark besetzt, sodass die Ekstase des Publikums immer wieder neue Höhepunkte erreichte.

Ein Live-Erlebnis auf höchstem Niveau

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Rainer Gutternigg und Engel Mayr

Bereits vor dem Konzert in der Fabrik stand für mich fest, dass Russkaja eine der besten Live-Bands ist, die ich kenne. Eine solch ausgelassene und positive Stimmung im Publikum wissen nur wenige Bands hervorzurufen und sie schütteln das offenbar ganz einfach aus dem Ärmel. Dies hat auch der Hamburg-Auftritt am Samstag über die etwas mehr als anderthalb Stunden andauernde Länge wieder einmal beeindruckend untermauert.

Russkaja ist für mich eine der Live-Bands, die ich ständig live sehen könnte, ohne, dass es auch nur annähernd langweilig werden würde. Jedes einzelne Konzert ist eine absolute Klasse für sich, wobei dieses Konzert das bisher beste von ihnen war, das ich sah. Diese Band solltet ihr euch also definitiv mal anschauen, wenn ihr die Möglichkeit habt.

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4.2 von 5 Sternen (5 customer reviews)

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