So verschieden wie wir auch alle sind, bei einem sind wir uns alle einig. Die Zeit vergeht viel zu schnell. Eben noch die Schulbank gedrückt und zehn Stunden Freizeit am Tag gehabt, sitzen wir jetzt alle in 9-18 Uhr Jobs oder bereiten uns Tag und Nacht auf die nächste Klausur vor. Vor ein paar Jahren, da launchte Spotify gerade in Deutschland, verbrachte ich den ganzen Tag damit diese Musikdatenbank nach interessanten Künstlern zu durchforsten. Heute schaffe ich es nur noch mal kurz unter Browse einen Blick auf die besten Neuerscheinungen zu werfen. Häufig ist da nichts nennenswertes bei oder eben Projekte die ich schon auf dem Schirm hatte, anders aber war es bei dem jüngsten Release von PICTURES.

„Eine Grätsche zwischen kalifornischem Rock und 90er Jahre Britpop.”

Kurz durch die aktuellen Coverbilder gescrollt und ich bin mit meinen Augen bei diesem DDR-esquen Schwimmbad hängen geblieben. Darunter stand in Versalien der Bandname PICTURES und der Albumtitel „Promise“. Nie gehört. Also mal eingeschaltet und mir Track eins, zwei, drei und vier und dann war das Album schon vorbei. Wie verschluckt. Dabei wollte ich doch nur mal schauen, was gerade so neu ist auf dem Markt. Dabei so eine Perle zu entdecken, damit habe ich nicht gerechnet.

„Umarmender Songwriter-Rock – getränkt in blood, sweat and tears.
„Promise“, das ist ein Soundtrack zu Abgründen, genauso wie zur Verheißung und zu tiefen Freundschaften. Die Musik klingt dabei aufs Wunderbarste, als wäre sie schon ganz lange hier.
” – Linus Volkmann

Noch zwei Durchläufe und ich war angefixt. Wer ist das? Wo kommen die her? Klingt irgendwie nach West Coast und Manchester. Eine Grätsche zwischen kalifornischem Rock und 90er Jahre Britpop. Handgemacht und doch ein bisschen glatt gebügelt. Easy Listening eben. In meinem Feed auf Instagram und Facebook sehen ich auf einmal überall dieses Plattencover und viele deutsche Bands, die dieses Debüt anpreisen und abfeiern. Kurz im Netz gesucht und Treffer, die Band kommt aus Berlin. Damit hätte ich nicht gerechnet.

„Promise“ also. Ein Versprechen zu überzeugen? Ist gelungen. Fast zu gut für ein Debüt, neigt das Album dazu sich zwischen Klassikern zu vergraben. Gitarren, Pianos, ja sogar Streicher und eine Stimme die zu eingängigen Melodien einlädt – kein Element fehlt. Spätestens ab Track #07 könnte man PICTURES glatt mit Oasis verwechseln. So weist „Emily“ klare Strukturen vom Britpop-Klassiker „Live Forever“ auf, und ist trotzdem was ganz eigenes. Sie klingen nach Gallagher, ohne nach Oasis zu klingen. Das beweisen die Titeltracks „Down Under The Hill“, „Promise“ und „Here I Come“. Bravo!

Tourdaten PICTURES

Fehlt nur noch die Prämisse, ob vier Herren ihren Sound auch live anständig präsentieren können. Ich nehme an sie klingen noch ein wenig roher und rockiger als auf der Platte, aber was bringt es sich darüber Gedanken zu machen. Abwarten, denn PICTURES sind schon ganz bald auf Tour!

  • 10.02. Berlin, Badehaus Szimpla
  • 12.02. Dresden, Bärenzwinger
  • 13.02. München, Kranhalle
  • 14.02. Stuttgart, Keller Klub
  • 15.02. Köln, Blue Shell
  • 16.02. Münster, Cafe Sputnik
  • 18.02. Hamburg, Molotow Sky Bar
  • 23. -25.06. Hurricane & Southside Festival

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