Sarah and Julian 01

Fotos: Lisa Ostheimer / noisiv.de

Das deutsch-amerikanische Singer-Songwriter Duo Sarah and Julian sind schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in Hamburg. Ursprünglich aus Aschaffenburg haben die beiden Geschwister in den letzten Jahren eine neue Heimat bei uns im Norden gefunden. Und das Konzert am Sonntag den 10. April in der gut gefüllten Prinzenbar hat bewiesen: Hier gehören sie definitiv hin!

Nachdem Sarah and Julian für Tocotronic in Deutschland, Österreich und der Schweiz Support Act waren, sind sie nun auf eigenen Füßen unterwegs und geben im Rahmen ihrer Album Release Tour die neuen Songs zum Besten. Erschienen ist ihr Debüt-Album „Birthmarks“ Mitte Februar, ganz frisch sind also die Songs, umso höher auch meine Erwartung an das Konzert.

Johanna Amelie eröffnet den Abend

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Den Abend eröffnen durfte die talentierte Berliner Singer-Songwriterin Johanna Amelie. Und ich muss zugeben: Ihr erstes Stück „Cloud in a Room“ hat mich direkt abgeholt! Zu Mitte ihres kleinen Sets covert sie den Song „Baby“ der Band Warpaint. Meiner Meinung nach besser als das Original. Mit ihrem letzten Song „Around Again“ schlägt die sympathische Berlinerin ruhige Töne an und läd ein nach dem Konzert bei einem Bierchen eine Runde mit ihr zu plaudern.

Sarah and Julian spielen ihr neues Album

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Nach einer knappen Pause kommen dann Sarah und Julian samt Schlagzeuger und Bassist auf die Bühne. Als Opener wählen sie „Cold Wind“, einen meiner Favoriten aus ihrem neuen Album „Birthmarks“. Der Song lebt von den Harmonien aus Sarahs und Julians Stimme und überzeugt durch direkte und ehrliche Lyrics. Mit einem bisher unveröffentlichten Song namens „Gravity“ bekommt das Publikum anschließend einen Einblick in das, was das Geschwisterpaar noch in ihrer Trickkiste für uns bereit hält.

Dass Sarah und Julian nicht ausschließlich ihre sichere Indie-Folk Schiene fahren ohne nach Rechts und Links zu gucken beweisen sie mit „Elephants“, meinem persönlichen Lieblingssong der Band. Popeinflüsse sind deutlich erkennbar, es wird tanzbarer und lockert die zuerst ruhige Atmosphäre im Publikum auf. Sarah erzählt dass Songwriting bei ihr meist keine reine Eingebungssache ist, so schrieb sie den Songtext von „Elephants“ beispielsweise mithilfe der Rubrik Unnützes Wissen der Zeitschrift NEON.

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Gegen Ende des Sets spielen Sarah und Julian „Mayflies“, ihre aktuelle Single. Wie ich finde ist der Song etwas ganz Besonderes. Er verleiht nicht nur eine positive Stimmung im Publikum, bei „Mayflies“ kommen die Stimmen der Geschwister am Besten zur Geltung, da die Songtextpassagen in den Strophen abwechselnd gesungen werden. Zum krönenden Abschluss des Sets legen Sarah and Julian während des Songs „Slow“ eine überraschende Trommel-Performance hin.

Als Zugabe spielt die Band zuerst den Song „Lullaby“, der hauptsächlich von Sarah gesungen wird. Bei der Album Version klingt Sarahs Stimme schon wirklich toll, doch am Sonntag in der gut gefüllten Prinzenbar legt sie noch eine Schippe drauf! Ich habe die Band bisher schon einige Male live gesehen, doch dies war stimmlich meiner Meinung nach ihr bester Auftritt. Als zweite Zugabe spielen Sarah and Julian den Song „Yesterday I Thought“, zu dem sie erzählen, dass dieser ihnen viel bedeutet. Es ist der erste Song den sie aktiv zusammen geschrieben haben.

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Alles in Allem war es ein wirklich gelungener Abend mit Johanna Amelie und Sarah and Julian. Die Prinzenbar, die schönste Konzert Location Hamburgs schlechthin, war gut gefüllt und das Publikum sehr angenehm und sichtlich zufrieden. Sarah and Julian haben alle bisher veröffentlichten Songs und darüber hinaus einen bisher unbekannten Song gespielt, der definitiv neugierig auf Mehr macht! Dazu gab es noch einen schicken Beutel unter 10 Euro am Merch-Stand. Was will man mehr?

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