Die Jungs von Scherf & Band haben Ende Februar ihr neues Album „Wie es ist“ veröffentlicht und landeten damit sogar auf Platz 81 der Charts. Zu dem Anlass kann man natürlich auch mal auf Tour gehen und das taten die Vier dann auch.

Scherf & Band sind Daniel, Felix, Robin und Florian. Die Herrschaften überzeugen nicht nur mit ihren deutschsprachigen Texten, sondern auch mit dem kräftigen Sound den sie an den Tag legen. Das Herzblut mit dem sie dabei sind, kann man einfach nicht überhören!

Auf ihrem Konzert in Hamburg im Grünen Jäger habe ich Daniel, Felix, Robin und Florian getroffen und mit ihnen über die ersten Reaktionen von „Wie es ist“, den Zusammenhalt der Band und noch einiges mehr geschnackt.

Seit gestern ist euer Album draußen. Wie waren die ersten Reaktionen?

Daniel: Überragend! Tatsächlich, ja. Unser Facebook ist gerade ein bisschen überfordert. Wir kommen nicht hinterher das alles zu beantworten.

Wie ist es denn, so viel Honig um den Mund geschmiert zu bekommen?

Daniel: Das freut uns natürlich, da wir selbst von der Platte überzeugt sind. Ich hab es jetzt natürlich nicht erwartet aber ich hab es mir selbstverständlich erhofft, dass die Leute es so abfeiern. Und das es jetzt so ist, das ist ja das beste Ergebnis was hätte erzielt werden können denke ich, oder?

Das war das erste Album, welches in Zusammenarbeit mit Laute Helden entstanden ist, wie war das für euch?

Felix: Es nimmt uns natürlich einen Haufen Arbeit ab. Vorher, als es in Eigenregie lief, hatten wir natürlich deutlich mehr zu tun und wir mussten auch selber viel mehr Kohle ausgeben. Die kriegen jetzt ein Stück vom Kuchen von dem was da irgendwie verdient wird, aber das Booking und so ist deutlich leichter. Deshalb können wir auch heute hier spielen, da mussten wir uns gar nicht groß selbst drum kümmern, das hat alles die Agentur gemacht – total cool!

Florian: Wobei die Eigenregie da noch ein Stück weit mit drin ist, weil wir ja erst bei Laute Helden unter gekommen sind, als das Ding schon im Kasten war.

Daniel: Also aufgenommen haben wir es wie sonst auch.

Florian: Als es fertig war haben wir es dann in andere Hände gegeben.

Konntet ihr bevor die Platte raus kam schon einige Songs live spielen?

Daniel: Wir haben bei der letzten Tour zwei davon schon mal gespielt, um zu checken wie es ankommt. Es sind aber auch noch drei Songs drauf die wir generell schon länger spielen, die wir nicht eigens für die Platte komponiert hatten. Es wurde einfach mal Zeit, dass die aufgenommen werden.

Das Songwriting liegt komplett in deiner Hand, Daniel?

Daniel: Jein, Texte ja. Meistens sind auch ein paar Grundideen da, dass ich ungefähr weiß wie es in meinem Kopf klingt. Aber komponieren machen wir schon zu viert.

Was ist denn dein größter Feind beim Texten?

Daniel: Phrasen! Und bedeutungsschwangere Worte. Da drifte ich gerne selbst mal ab, das merke ich auch, wenn ich es mir danach noch einmal durchlese. Ich merke oft, dass es so wirkt als würde ich wollen, dass alles so bedeutungsschwanger ist, was ich eigentlich gar nicht will. Dann überarbeite ich das halt noch mal und dann landet auch das ein oder andere auch direkt im Müll, und wenn nicht…

Robin: …dann landet es bei uns!

Aber ihr gebt euren Senf bei den Texten auch noch dazu?

Felix: Ja! Weil er manchmal Quatsch schreibt! (alle lachen) Nein, also in der Regel macht er das schon ultra gut, aber es sind manchmal so Deutungs-Geschichten wo man halt mal dran herum kritisiert, wo der Daniel aber meistens schon was parat hat oder wir gemeinsam schnell eine Lösung finden.

Der Bandname lautet ja Scherf & Band. Ich weiß, dass viel darauf rumgeritten wird, aber ihr fühlt euch als „Band“ nicht vernachlässigt, oder?

Felix: Ne! Also der einzige den das wirklich gestört hat war der Daniel selbst. Uns war das grundsätzlich eigentlich egal. Die Diskussion kam dann immer mal von ihm, ob man das nicht mal ändern sollte und man solle vielleicht einen Bandnamen finden, der dieses Große Ganze widerspiegelt. Aber wir fahren von Anfang an so. Also es ist völlig egal!

Was unterscheidet oder verbindet euch denn am meisten untereinander als Bandmitglieder?

Felix: Also der Daniel ist deutlich größer als ich.

Daniel: Aber wir spielen beide Gitarre, das verbindet uns! Und wir haben beide einen Bart. Also ich glaube zumindest, dass es so ist, dass wir uns alle sehr gut ergänzen. Auch was so die Charaktere vom Menschlichen angeht. Auf den Robin kann man sich auf jeden Fall immer verlassen. Außerdem holt er mich immer ein bisschen runter wenn ich aufgeregt bin. Generell sind wir alle schon sehr verschieden aber das passt irgendwie. In Summe geht´s auf!

Was war die beschissenste Venue in der ihr je gespielt habt?

Robin: In Helmstadt-Bargen in der katholischen Kirche!

Daniel: Im Lagerraum! Da haben wir tatsächlich in einer katholischen Kirche gespielt, das war schon hart, ja.

Robin: Man muss auch sagen, das ist schon ein paar gute Jährchen zurück.

Daniel: Im Großen und Ganzen hatten wir eigentlich immer Glück!

Ich wollte jetzt eigentlich mal so eine eklige Geschichte hören!

Daniel: Hotels kann ich dir ganz viele eklige empfehlen, wenn du möchtest?

Felix: Überleg doch mal! In Jena das F-Haus. Wo wir diese eine Dusche hatten.

Florian: Das können wir jetzt eigentlich nicht sagen, vielleicht wollen wir da ja nochmal spielen!

Felix: Aber sie wollte was ekliges hören! Das Eklige an der Story ist halt, dass es da nur eine Dusche gibt und die ist direkt neben der Bühne. Alle die mit dabei waren, wahrscheinlich inklusive des Veranstalters und 5-6 Fans, die sind da duschen gegangen.

„Es war einfach nur widerlich.”

Der Boden war gestrichen und die Farbe blätterte schon ab. Dadurch lief dann das Wasser da rein, mit Haaren und Sockenfusseln. Das war richtig eklig und ich hatte keine Badeschlappen mit.

Daniel: Also das ekligste von dem was wir bisher so gemacht haben… das Hotel 2014 in Berlin-Schönefeld. Da lief eine Ameisenstraße quer durchs Zimmer. Wir wollten die auch nicht stören und haben die einfach mal laufen lassen. Hat 14 € gekostet die Nacht. Und es war ein Raucher-Zimmer – es hat schon hart gemockt dadrin. Also Puh! Das war schon Grenze würde ich sagen.

„Da habe ich mich aber auch so weg geschossen an dem Abend, dass ich von dem Hotel letzten Endes ein Glück nichts mehr mitbekommen habe.”

Felix: Das war auch kein Hotel, das war eine Baracke mit so vier gemauerten Wänden und mit Spanplatten wurden die Zimmer unterteilt und oben drauf war ein Blech-Dach und da haben wir halt gepennt.

Daniel: Aber war günstig!

Was glaubt ihr, an welchem Punkt eurer Karriere ihr euch gerade befindet?

Felix: Am höchsten den wir bis dato hatten! (alle lachen)

Ok… wo wollt ihr hin?

Daniel: Wir wissen noch nicht genau, ob wir schon am Gipfel des Berges sind oder ob es bergab geht.

Felix: Als wir die erste Support Tour spielen konnten war das für uns schon so ein Punkt wo wir gesagt haben, dass wir das unbedingt mal machen wollten, das war unser Ziel. Natürlich umso geiler, dass wir jetzt eine eigene Tour fahren und das wir jetzt einen Plattenvertrag haben.

„Also, momentan ist super! ”

Robin: Es bewegt sich echt viel und das ist ziemlich spannend!

Daniel: Ich hätte mir das niemals vorstellen können, dass es tatsächlich irgendwann mal so ist wie es jetzt ist und wir zum Beispiel in Hamburg spielen können.

Möchtet ihr noch etwas los werden?

Daniel: Hauptsache Alessio geht’s gut und vielen lieben Dank für´s Interview!


Ich hoffe ihr hattet noch ganz viel Spaß auf dem Fischmarkt. Ich danke euch für das nette Interview, den schönen Abend und die Portion Pommes!

Scherf & Band: Live auf folgenden Festivals

  • 13.05. Weil´s Rockt – Weilmünster
  • 27.05. Tanz für Toleranz II – Burg Roßlau
  • 30.06. Fallig Open Air – Enkirch
  • 08.07. Rockaue – Bonn
  • 22.07. Hauserbach Rockt – Miehlen
  • 11.08. Ziegelei Open Air – Neu-Anspach
  • 26.08. Rock hinter der Burg – Hilpoltstein
  • 01.09. Rock im Wald – Malsch
  • 01.09. Pell Mell Festival – Obererbach
  • 03.09. Laternenfest – Bad Homburg

Fotogalerie: Scherf & Band im Grünen Jäger

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