Foto: Charles Engelken

Nicht jede EP ist einfach nur eine lose Aneinanderreihung mehrerer Songs. Manchmal verstecken sich dahinter auch Geschichten. In diese Liste reiht sich nun die neueste Veröffentlichung von Jörkk Mechenbier und Lasse Paulus alias Schreng Schreng & La La ein. Sie hört auf den Namen „Alles Muss Brennen“ und beinhaltet vier Songs.

„Mit dem Rücken zur Nacht“ definiert diese EP über weite Strecken hinweg. Der Song stammt ursprünglich von dem Duo Trashboy. Beide Duos gingen Anno 2009 gemeinsam auf ihre erste Tour, bevor Gunnar Baars im September 2010 den Freitod wählte. Der hinterbliebene Teil von Trashboy, Sebastian Neuerburg, arbeitete nun auch an dieser neuen EP mit. So schließen sich Kreise, speziell dieser Song ist dem Wissen um diese Geschichte nochmals ergreifender.

„Alles Muss Brennen“ nutzt das Duo auch, um sich weit von ihrer Komfortzone weg zu bewegen. „Arschloch Glück“ wird vom Beat einer Drum Machine vorangetrieben, der zuvor angesprochene Musiker Sebastian Neuerburg steuerte Orgel- und Klavierspiele für den Titelsong bei. „Mit dem Rücken zur Nacht“ wiederum wird vom Keyboard getragen. Was sich bereits auf ihrem letzten Album „Echtholzstandby“ dezent ankündigte, wird nun konsequent fortgeführt: Es geht nicht mehr nur um Gesang und Westerngitarre, sondern primär um das, was sich gut anhört und richtig anfühlt – auch (oder viel eher gerade weil), wenn die Texte und Themen hochmelancholisch und ebenso emotional mitten in die Magengrube zielen.

Nicht jede EP ist einfach nur eine lose Aneinanderreihung mehrerer Songs. Manchmal zeigen sie auch sehr deutlich, wie sich eine Gruppe zwischen zwei Alben weiterentwickelt und wohin die Reise geht. „Alles Muss Brennen“ ist so unscheinbar, weil es eben „nur“ eine EP mit vier Songs ist. Gleichzeitig ist es jedoch auch eine EP, in der so viel mehr drin steckt, wenn man ihr nur die kleinste Chance gibt.