Schreng Schreng und La La 01

Die Micro-Pop-Week-Organisatoren nennen sie die „Genrefreien“. Ich für meinen Teil würde es „Akustik-Punk“ nennen. Ich spreche von Schreng Schreng & La La, dem zweiten Projekt von Love-A-Frontmann Jörkk Mechenbier, das er zusammen mit seinem Kumpel Lasse betreibt. Am 22. April veröffentlichen die beiden ihr zweites Album „Echtholzstandby“ und einige der neuen Songs sowie weitere vom Erstling „Berlusconi“ konnte man am letzten Samstag live in der Düsseldorfer Butze hören.

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Wer bereits ein Konzert von Love A besuchte weiß, dass Jörkk zum humorigen Klamauk tendiert, der jedes Konzert versüßt und auch mit Schreng Schreng & La La ist es nicht anders. Der Beginn des Auftritts war etwas holprig, denn im Vorfeld – so gaben die beiden offen zu – war nicht viel Zeit zum Proben. Spätestens, nachdem die beiden direkt zu Anfang einen Kurzen bekamen, war das sympathische Chaos perfekt. Lasse stimmte „Ekel und Abscheu“ beispielsweise so schnell an, dass Jörkk mit dem Gesang nicht hinterherkam.

Während Lasse im Nachhinein offen statuierte, dass ihn diese Fehler nervten, fand das Publikum die Unperfektheit der beiden zum Lachen sympathisch. Das liegt vor allem in ihrer umgänglichen und offenen Art, mit der sie diese Fehler umschifften. Seien wir ehrlich: Ohne all diese kleinen Ungereimtheiten wäre das Konzert nicht halb so witzig gewesen!

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Nach einigen Songs haben sich die beiden aber wieder gefangen, sodass die Witze dann kamen, wenn Jörkk sie bringen wollte – beispielsweise in „Natalie“, dessen Text er in einem französischen Akzent singt (und den Lasse immer wieder umschiffen wollte, weil er die Akkorde vergaß) oder wenn er von anstehenden Friseurterminen spricht. Zunehmend konzentrierte man sich auch mehr auf die ausgezeichneten Texte der Songs, die Einhalt geboten und zum Zuhören animierten. „Dschungelkoffer“ vom neuen Album ist ein solcher Track.

Dazu passte es dann auch wunderbar, dass Jörkk an verschiedenen Stellen Abstand vom Mikrofon nahm und den Text geradezu hinausschrie, was die Dringlichkeit dessen, was er transportieren wollte, weiter erhöhte. Klanglich passte überdies alles sehr gut zusammen. Sowohl der Gitarrensound, als auch Jörkks Stimme passten wie die Faust aufs Auge! Vor allem wusste der Gesang zu beeindrucken! Zudem fügten sich die neuen Songs, wie „Plastik Fressen“, „Oslo“ und „Spraypaint the Walls“ wunderbar in das Set ein und ergaben mit den älteren Stücken ein passendes Ganzes.

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Nach dem regulären Set sowie zwei Zugaben – Lasse sang als Closer noch ein tolles und einfangendes Cover von Buffalo Toms „Summer“ – war das Konzert zu Ende und ich war sehr froh darum, die Gelegenheit wahrgenommen zu haben, um die beiden live zu sehen. Ein Duo, das so sympathisch auf der Bühne agiert, sieht man wahrlich nicht jeden Tag und wenn dann noch so gute Songs dazukommen, ist ein toller Konzertabend faktisch garantiert!

Schreng Schreng & La La: Konzertfotos

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