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Wer heutzutage eine Punkband gründet, der hat mit großer Wahrscheinlichkeit Hass im Bauch und will ihr Ausdruck verleihen. Was läge da näher, als diese Attitüde direkt im Bandnamen zu verankern? So geschehen bei diesen jungen Herrschaften aus Köln: Schwule Nuttenbullen. Was für ein Name! Hier trifft ernstgemeinter Hass auf Scheiß-drauf-Haltung und guten Humor. Punk halt!

Schwule Nuttenbullen sind aber nicht die nächsten Kassierer, die ihre Ansichten nur in zynischen Texten verarbeiten. Schwule Nuttenbullen machen Ansagen, so beispielsweise im Opener ihres aktuellen Albums „Die Deutschrocknacht“. „Dein Deutschland“ eröffnet das Werk akustisch und mit einer Sängerin, die kundgibt:

Das ist die Geschichte einer Wandlung, eurer Wandlung. Das sag ich euch – ganz laut! […] Dein Deutschland! Dein Deutschland! Dein Deutschland! Scheiß Deutschland!

Und mit dieser aufrechten Haltung gegenüber den Zuständen geht es durch das gesamte, trotz 14 Titeln nicht mal halbstündige Werk. Denn Bastards setzen die Standards und man muss etwas dagegen tun! Schnell, laut und immer on point spielen sich Schwule Nuttenbullen zurück in die 80er – wie so viele Bands von damals finden sie eine gute Mitte zwischen Schrammeligkeit und Instrumentenkenntnis, guten Lyrics und Gebrüll. Zwischen vielen kurzen Brechern in bester Ramones-Manier stechen besonders die durchdachteren Songs wie „Reiseführer“ hervor, mit 4:39 die mit Abstand längste Nummer und mehr Post als Punk.

Schwule Nuttenbullen wissen genau, was sie tun und sie tun es gut. Klare Aussagen, klare Bekenntnisse zum Punk und gegen das Establishment. So gut wurden die Essenzen linker Musik lange nicht mehr unter einen Hut gebracht.

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