Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Mit „Can U Cook?“ veröffentlichte Seasick Steve in diesem Jahr ein weiteres Album, das sich in die beeindruckende Veröffentlichungsfrequenz des US-Amerikaners einreiht. In ebenso hoher Frequenz, wie er Alben veröffentlicht, geht er auch immer wieder auf Tour. Vor einigen Tagen verschlug es ihn abermals nach Hamburg, genauer gesagt in die Große Freiheit 36.

Im der gut gefüllten Freiheit eröffneten zunächst Prinz Grizzley & His Beargaroos den Abend mit einer netten, aber doch relativ unspektakulären Mischung aus Blues und Country. Der Crowd gefiel das Gebotene aber ausgesprochen gut. Der Abend begann also bereits mit einer positiven Grundstimmung im Club.

Anschließend betreten Seasick Steve, Dan Magnusson und Luther Dickinson unter großem Beifall die Bühne. Mit „Don’t Know Why She Love Me But She Do“ eröffnen sie ihr Set, die Energie elektrisiert den Raum sofort, die Stimmung ist großartig. Jeder weiß, dass es nun nur noch ein großartiger Abend werden kann.

Über den Verlauf des Auftritts hinweg wird eine Mischung aus Songs vom neuen Album sowie von älteren Veröffentlichungen gespielt. Zwischendurch gibt es schöne Anekdoten zwischen den Songs und auch akustische Einlagen – hier wiederum fehlte mir persönlich nur „Treasures“ vom 2016er-Album „You Can’t Teach An Old Dog New Tricks“. Der Titelsong wiederum aber schließt das reguläre Set umso besser ab.

Anschließend gibt es noch eine Zugabe, bei der „Have Mercy On The Lonely“ und abschließend „Thunderbird“ gespielt werden. Das Konzert ist nun vorbei und das Grinsen, das sich über beide Backen hinweg zieht, wird nicht kleiner. Seasick Steve ist ein untypischer Künstler für unsere heutige Zeit: Ein alter Mann, der in seinem Leben eine Menge erlebt und durchgemacht hat, darüber singt und dabei den modernen Blues durch klassisches Spiel komplett für sich einnimmt. Auf der Bühne gibt es keine große Showeinlagen, kein Konfetti, keine Explosionen, sondern einfach nur jemanden, der dort auf seinem Stuhl und sitzt schlichtweg spielen will. Diese Art von Musiker ist selten und sie gehören dafür umso stärker respektiert.

Fotogalerie: Seasick Steve

Fotogalerie: Prinz Grizzley & His Beargaroos

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