Mit „Migration“ veröffentlichte Bonobo vor wenigen Tagen sein sechstes Studio-Album. Das Motto könnte lauten: Alles bleibt anders. Noch immer gibt es tiefenentspannte Instrumentalmusik, in der man sich perfekt verlieren kann. Allerdings erweitert der Musiker den Horizont, verwebt afrikanische Klänge und lässt seine Stücke noch größer, breiter und vor allem tiefer erklingen.

Doch eins nach dem anderen. Denn tatsächlich finden sich auf vier Stücken doch Vocal-Beiträge. Unter anderem von Rhye oder Nick Murphy, ehemals Chet Faker. Natürlich bestimmen weiterhin die Instrumentale die Richtung, in die es geht. Und die ist immer weniger Trip-Hop – dies deutete sich ja bereits durch die vorangegangenen Alben an.

Simon Green alias Bonobo beschäftigt sich auf dem Album mit Identität und Migration: Wo befindet sich jemandes Heimat? Nachdem man die Platte gehört hat, macht das durchaus Sinn. Wer wissen will wie das klingt, weiß was er zu tun hat. Persönliches Highlight: „Bambro Koyo Ganda“ mit der marokkanischen Band Innov Gnawa.

Unter den meisten Drums, Percussions und Instrumenten gibt es noch weitere Layer, die für eine unglaubliche Tiefe sorgen. Zunächst fällt es einem gar nicht weiter auf. Man ist ganz im Song. Und dann, wie bei einem guten Film, entdeckt man noch eine weitere Handlungsebene. Das macht das Hören von „Migration“ noch ein Stück spannender.

Der Pressetext behauptet, „Migration“ wäre das bisher beste Bonobo-Album. Dem stimme ich zu. Das Album ist tiefschichtig, abwechslungsreich, spannend und anspruchsvoll produziert. Absolute Empfehlung!

Foto: Neil Krug

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