Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

„Shame! Shame! Shame! Shame is the name!“. Die fünf Engländer aus dem Londoner Süden machen sich nicht erst seit dem Release ihres Debütalbums „Songs of Praise“ einen immer stärkeren Namen. In der Vergangenheit spielten sie hierzulande bereits als Support für Gurr und auch ihre anschließende Club-Tour brachte ihnen eine Menge Aufmerksamkeit. Nun kamen sie zurück in die Hansestadt. Der Bunker des Uebel & Gefährlich war dieses Mal das Ziel ihrer mitreißenden Live-Show.

Den Abend eröffnen Sorry aus dem Nordern der britischen Hauptstadt, die Shame auf der gesamten Tour begleiten. Geboten wurde Post-Punk mit cooler Slacker-Attitüde, der den Leuten im Uebel & Gefährlich gut gefiel – jedenfalls denen, die zu ihrem Auftritt bereits zugegen waren. Am Anfang ihres Sets war es noch merklich leer im Ballsaal; erst mit voranschreitender Dauer des Auftritts füllte sich der Club. Das ist durchaus nichts neues, aber doch immer wieder etwas, das auffällt und mir sauer aufstößt. Verdient hat diese Gruppe das beileibe nicht. Umso weniger ließen sie sich davon allerdings beeindrucken.

Nach dem Warm-up machten sich Shame dann daran, der Crowd den absoluten Rest zu geben. Das passiert bereits mit dem ersten Song, Frontmann Charlie Steen treibt die Crowd sofort an und hat damit auch Erfolg. Typische Brit-Punker-Attitüde und No-Fucks-Given-Texte zeichnen ein sarkastisches Bild einer jungen Band, die sich einerseits offensichtlich bei anderen Bands ihrer Klasse bedienen, damit aber andererseits auch etwas eigenes schaffen. „Don’t take it seriously“ kommentiert Steen passenderweise in einer Zwischenansprache.

Vor der Bühne wird sich damit nicht allzu sehr beschäftigt. Stattdessen betätigen sich die Gäste lieber im Moshpit, der mit voranschreitender Dauer des Konzertes immer ausgiebiger zelebriert wird. Analog dazu bleibt es auch auf der Bühne durchgehend spannend. Bassist Josh Finerty rennt einen Marathon von einer Seite der Bühne zur anderen, springt wild umher, übt sich in Vorwärtsrollen und hat einen Heidenspaß, während Steene wiederholt den direkten Kontakt zur Crowd sucht. Egal, wie oft sie das machen; man sieht sich daran nicht satt, weil das Niveau konstant hoch gehalten wird. Zum Ausruhen und Luftholen bleiben nur einige wenige Momente.

So kommt es dann dazu, dass Shame am Ende von den Besuchern regelrecht gefeiert werden, als sie schlussendlich die Bühne verlassen. Scheinbar können sie nichts falsch machen. Bekannte Songs werden geradezu zelebriert, neue Songs sitzen ebenfalls und auch die Performance war nahe dran am absoluten Optimum. Im Endeffekt sind sie noch lange nicht dort angekommen, wo sie hingehören, sodass es ein Frevel wäre, sich den Bandnamen nicht zu merken, denn: „Shame! Shame! Shame! Shame is the name!“.

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Songs of Praise by Shame (MP3-Download)

Price: EUR 9,99

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