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Im Juli veröffentlichten Trade Wind ihr Debütalbum „You Make Everything Disappear“. Eigentlich sollte die Band um Jesse Barnett, seines Zeichens Frontmann von Stick To Your Guns, in diesen Tagen zusammen mit Sights and Sounds sowie Acres auf Europa-Tour gehen – daraus wurde allerdings nichts. Am Tag vor Tour-Beginn wurde bekannt gegeben, dass Trade Wind nicht auf Tour gehen können; einerseits leide Barnett an einer Rückenverletzung, andererseits zwingen ihn persönliche Verpflichtungen zur Tour-Absage.

Das ist einerseits natürlich ziemlich schade, da ich mich primär auf eben jene Band freute, lenkte letztlich aber doch nicht davon ab, dass da trotzdem zwei Bands spielten, die kennengelernt werden wollten. In Hamburg spielten sie im legendären Hafenklang – also hin da!

Acres legen vor

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Den Anfang machten Acres aus dem britischen South Coast. Sie haben sich dem Post-Hardcore verschrieben und bringen ihre Songs mit authentischer Energie und Leidenschaft rüber. Frontmann Ben Lumber brüllt sich die Texte mit allem, was er hat, heraus und das geht nicht spurlos an einem vorbei.

Die Zuschauer waren praktisch sofort mit der Gruppe auf einer Wellenlänge, die sichtlich erfreut darüber waren, dass die Tour sie auch in Städte wie Hamburg bringt. Umso stärker bewegten sie sich etwas über eine halbe Stunde lang agil und spielsicher über die Bühne. Acres haben den Abend richtig gut eröffnet!

Sights and Sounds spielen sich den Arsch ab

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Nach der Umbaupause kamen dann Sights and Sounds auf die Bühne. Die Band ist ein Nebenprojekt des Sängers Andrew Neufeld, der primär als Frontmann der Hardcore-Band Comeback Kid tätig ist. Im Gegensatz zur primären Band von Neufeld gibt es bei Sights & Sounds eher eine Mischung aus Post-Hardcore und -Rock sowie Alternative-Rock auf die Ohren.

Eben jene Mischung hat es absolut in sich: Ihre Songs nehmen sich oft viel Zeit zum Aufbau (beispielsweise „Neighbors“, das gegen Ende des Sets gespielt wurde) und schaffen so eine sehr mitreißende Atmosphäre. Dazu überragt der Gesang Neufelds alles: Leidenschaftlich, entschieden und ehrlich kommt das rüber, was er von sich gibt.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kommt das auch beim Publikum an, die zunehmend den Draht zu Sights and Sounds fanden und dann auch ihre steigende Sympathie zeigten und auch ich war sehr von dem angetan, was ich sah und hörte. Da spielt sich eine Band so richtig die Seele aus dem Leib und hängt sich voll rein – so muss das sein!

Nach der obligatorischen Zugabe und dem damit abgeschlossenen Konzertabend war klar: Da sind gerade zwei Bands aufgetreten, die man definitiv auf dem Radar behalten sollte! Dass Trade Wind die Tour abgesagt haben? Völlig egal, wenn der Abend immer noch zwei Gruppen dieses Kalibers zu bieten hat!

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