Viel weiß man nicht über diesen Sillyboy. Der Pressetext verrät lediglich, es handele sich um einen jungen Schnulzensänger, der in einem Vorort von Athen ein altes Haus nahe der Bahngleise bewohnt. Sein Gesicht hält er offenbar nicht so gern in die Kamera – das soll uns nur recht sein, lassen wir also lieber sein neues, zweites Album „Stalker“ sprechen.

stalker

Und das startet direkt mit einem opulenten Sechseinhalbminüter: „Now it’s not the Time“ prescht mit krachenden wie minimal gehaltenen Drums nach vorn, der Bass mal gefräßig, mal funky. Sillyboy setzt im feinsten Falsett ein und erinnert uns schnell an Künstler wie Kindness oder den tragisch verstorbenen The Child of Lov. Dabei klingt Sillyboy aber nicht wie ein Abklatsch, sondern wie ein Songwritingtalent mit einem Händchen für Hooks! So beispielsweise im groovenden Titelsong „Stalker“. Müsste das nicht ganz weit vorn sein bei der Hypemachine und wie sie alle heißen?!

I’m one part of a lonely heart, I’m just one part. You, dear, you’re the other half

Wenn er sympathisch-kitschige Lyrics wie diese schmettert, könnte man fast meinen, „One Part“ sei der Remix irgendeines Klassikers – wüsste man es nicht besser, denn all das stammt aus Sillyboys eigener Feder. Zwischen solchen Pophit-Kandidaten stehen auch rauere Stücke wie das verzerrte, thriller-hafte „Cry like a Girl“. So mischt der junge Grieche die Stile in den zehn sehr durchdachten, einwandfrei produzierten Songs auf „Stalker“.

Hochmoderne Songs zwischen Electronica, Urban Music und Retro Pop werden uns von Sillyboy geboten. Bässe, Synthies und E-Gitarren finden in einem zeitgemäßen Funk-Stil zueinander. Er hat ohne jeden Zweifel das Zeug dazu, weit oben mitzuspielen in der Musikszene unserer Zeit. Neben Größen wie Alt-J und Konsorten könnte er locker bestehen und die Kids in Scharen vor die Festivalbühnen der Welt treiben. Wenn der junge Herr so weiter macht, attestieren wir ihm eine rosige Zukunft!

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