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Die ewige Keimzelle des Hip Hop-Untergrunds ist Berlin. Ihr entspringt auch Sir Serch, Teil der Ostberliner Clique rund um Damion Davis, Morlockk Dilemma und die großartigen Sichtbeton: Spoken View Records. Um das unabhängige Kumpel-Label war es in letzter Zeit recht still, doch große Aufmerksamkeitshascherei war nie ihr Ding. D.I.Y. ist die Devise im P-Berg und F-Hain. Und so erschien dort vor sieben Jahren Sir Serchs erstes von einer größeren Zahl von Menschen wahrgenommenes Album „Hasenfuss“ (sic) als CD-R.

Von einem größeren Output kann man seitdem allerdings auch nicht sprechen bei Sir Serch, der sich neben dem Sprechgesang der Schauspielerei verschrieben hat. Doch seine Texte hallen lange nach, verkopft und irgendwie verrückt, durchdacht und doch oft skizzenhaft.

So auch zu hören im jüngst veröffentlichten Vorboten seiner neuen EP: „Oberhausen“ heißt der Track, ebenso das Release. In kafkaeskem Stil beschreibt er die Ruhrpottstadt, in der sich die Fabriken als Oase tarnen. Seine Stimme bahnt sich ihren Weg durch die Bässe und Bläser, die A Drum Called Kick (a.k.a. A Kid Called Drum a.k.a. Drumkid) auf dem Instrumental bereit hält. Dabei lässt er sich vom Takt nicht einengen, er manövriert seine Worte gern zielgenau um ihn herum und schafft sich einen ganz eigenen, unkonventionellen Flow. Dabei vergisst Serch nie die dendemann’sche Schule des Doppelreims und zieht Reimketten ordentlich in die Länge:

„Gemüter am Verwesen, Drehtüren führen ins Leere, Eintritt frei ins Eigenheim – Ruinen liegen und stehen. Müdes Leben, jeder Vierte Krebs, aber was soll’s wenn du Trübsal bläst, bis man dich auf den auf den Friedhof legt, auch wenn nichts zwischen den Buchdeckeln deiner Bio steht, zieht die Ruhr hier ihren Weg.“

Schon in wenigen Tagen erscheint ohne jede Promo die neue EP „Oberhausen“ als kostenloser Download – so läuft es eben, wenn man independent ist. Schaut am besten am 26. November bei Sir Serch auf Facebook vorbei, um das gute Stück für umme abzugreifen.

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