Slaves

Wild, ungehobelt und rau: Slaves zeigen auf ihrem neuen Album „Take Control“ ihre Zähne, die sie beim letztjährigen Debüt „Are You Satisfied?“ bereits fletschten. Die ironische Mittelfinger-Attitüde steht hier noch viel stärker im Zentrum, als auf dem Erstling ohnehin schon.

Slaves - Take Control (Album-Cover)

Das liegt vor allem am viel kantigeren Sound, dessen Punkrock nun noch stärker von Garage-Rock-Elementen durchzogen ist. Sänger und Drummer Isaac Holman ist deutlich angepisster und dabei auch noch überaus witzig – wer sonst würde heutzutage einen Song namens „Fuck The Hi-Hat“ auf ein Album packen, indem Holman 45 Sekunden lang sein Drumset zermatert und die Titelzeile schreit? Natürlich nur die Slaves, denn „I don’t need it“.

Es sind aber vor allem Songs, wie „Hypnotised“, „Rich Man“, der Closer „Same Again“ und die Lead-Single „Spit It Out“, die das Album ausmachen. Sie sind roh, gefährlich, voller Energie und transportieren das Punk-Feeling beispielhaft.

Innerhalb 14 Songs und zwei Skits, mit denen „Take Control“ eine Gesamtlänge von 42 Minuten erreicht, bleibt das Niveau aber nicht durchgehend so hoch. „Consume Or Be Consume“ mit Mike D von den Beastie Boys weiß mit Ausnahme einer recht frotzelig-witzigen Kettensägen-Einlage nicht so recht zu zünden und „STD’s / PHD’s“ fällt mit seinen Synth-Klängen und der Drum-Machine komplett heraus, ohne dabei jedoch besondere neue Akzente zu setzen.

Nichtsdestotrotz: Die restlichen Songs lassen einen diese seltenen Ausfälle gerne verschmerzen. „Take Control“ ist ein weitgehend kompromissloser Trip durch die Garage- und Punk-Sphären, immer wieder spannend, geradeaus und die perfekte Grundlage für aufbrausende Live-Shows.

Slaves auf Tour

  • 03.11 – DE: Köln, Gebäude 9
  • 05.11 – DE: Hamburg, Indra
  • 06.11 – DE: Berlin, Frannz
  • 07.11 – AT: Wien, Szene Vienna

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