Und weil es so schön war, gleich nochmal: Jazz, Jazz, Jaaazz.

Jazz fehlt hier noch auf diesem Blog, denn Jazz ist überall und nirgendwo. Am Besten daran zu erkennen, dass wir ihn gar nicht erkennen, wenn er unsere Gehörgänge penetriert. Jazz ist genau das Abfanggenre für Musiker, die 20 Semester (Jazz-)theorie/ -praxis studiert haben, ihre Instrumente im Schlaf frisch besaiten, stimmen und spielen MÜSSEN, weil ihnen schlafen zu langweilig ist, die also so virtuos sind, dass sie keiner hören kann. Da müssen also seichtere Gefilde her, und so erfanden kluge Jazzköpfe die Fahrstuhlmusik und sie sind das „Gedudel“ auf offiziellen Feiern, das der Grund dafür ist, dass man gut drauf ist, aber nicht weiß, warum. Das hat zum Effekt, dass viele dieser Musiker gar nicht im Rampenlicht stehen, oder erst dann, wenn andere es geschafft haben ins Rampenlicht einzutauchen und diese Musiker im Studio hören wollen. Aber es gibt auch vieles im Jazz, das eigenständige Kunst darstellt, allerdings bedarf es dafür Wandlungsfähigkeit, Kreativität und Herzblut.

Ein Beleg für Wandlungsfähigkeit, Kreativität und (viel) Herzblut im Jazz (wie ich dieses Wort liebe) sind das Esbjörn Svensson Trio, benannt nach ihrem 2008 verstorbenen Pianisten, die es schaffen, Post-Rock- und (alternative) Popelemente in ihre Kompositionen zu verpacken, trotzdem immer noch Vollblutjazzer sind. Und für den Fahrstuhl viel zu schade.

Elevation of Love bietet eine Symbiose aus all ihren Einflüssen und den Talenten, die sie als Bereicherung für den Jazz aufbringen können. Hätte ich in einem Fahrstuhl gestanden, hätte ich mir die Kleider vom Leib gerissen, die Arme ausgebreitet, um die Musik mit jeder meiner Poren aufzunehmen. Dazu ist allerdings kein Fahrstuhl vonnöten, aber ihr braucht euch gar nicht auszumalen, wie ich diesen Artikel schreibe, es würde euch zu sehr ablenken.

Da wir gerade von Ausziehen sprachen, solltet ihr euch die zahlreichen Live-Videos auf YT anschauen, denn es ist ein Genuss, wie Esbjörn Svensson beim Spielen sein Innerstes nach Außen gekehrt hat, sich dabei förmlich auszog.

Um es auf den Punkt zu bringen, leckt an diesem Salzstein der Tonliebe, wascht eure Ohren nie wieder, und ihr werdet ewig leben. Oder euch zumindest so fühlen.