So kurz vor Weihnachten wäre es Blasphemie, wenn ich keinen Weihnachtssong postete; und Blasphemie soll es sein. Thomas Pyrin – der Mann liefert eine gesunde Mischung aus Dubstep und Hip-Hop, wobei Erstes eigentlich so gar nicht mein Fall ist. Aber er versteht es Pathos in seine Musik zu integrieren und von Musik scheint der Mann etwas verstehen, räumt also auf mit den dilettantischen, elektronische Musik herstellenden „Home-User“, die sich günstigster Technik bedienen, die klangqualitativ fast an die Benutzung teurer Komponenten erinnert.

Aber den meisten dieser „Home-User“ fehlt die kreative Schaffenskraft, ein Konzept, das nicht schon eintausendmal durchgenudelt wurde, und musikalisches Know-How. Das alles verbindet er mit dem eben genannten Pathos, der zu seinen Texten passt, die sich hauptsächlich mit der sozialkollektivischen Psyche auseinandersetzen und dadurch die sozialkollektivische Psyche auseinandersetzt. Lyrisch öffnet er Schädeldecken, um mit klitzekleinen Teelöffelchen das Gehirn zu entnehmen, es sorgfältig durchzukauen und hinterher wieder hineinzuspucken, wo es herkam. Dabei scheut er sich auch nicht davor, große Geister zu zitieren und so zu suggerieren, dass er sich mit der Materie auskennt; er kennt sich mit ihr aus. Er schafft es Sozialkritik zu äußern, ohne beleidigend zu sein oder Lösungen zu diktieren, einfach nur indem er Probleme als diese erkennt und beleuchtet.

Psychonautik kam bereits 2010 auf den Markt, aber erst am 5. Dezember stellte er das Video zum Song Psychonautik vom gleichnamigen Album fertig. Der ist nicht mein persönlicher Liebling (die da Morbus Bahlsen und Quantenselbstmord heißen), aber ich finde ihn zu geil, um ihn euch vorenthalten zu wollen.

Kaufen könnt ihr das Album direkt im Pyrinland (Anweisungen dort) und zZ. auch die neue EP für Lau herunterladen.