Steaming Satellites 01

Aktuell befinden sich die Steaming Satellites im Rahmen ihres neuen Album-Releases auf großer DACH-Tour, weswegen sie gestern im Dortmunder FZW angehalten haben, um dort zu spielen. Als großer Fan ihrer drei bisherigen Alben lässt man sich eine solche Gelegenheit natürlich nicht nehmen – das wäre doch eine Schande!

Giant Rooks: Jung und ganz groß

Giant Rooks

Vor dem Konzert wusste ich persönlich nicht, welche Band den Support-Slot für den Dortmund-Auftritt der Österreicher übernehmen würde. Ich war also recht gespannt darauf. Dann kamen etwas früher als erwartet die Giant Rooks aus Hamm auf die Bühne – fünf Jungs, die allesamt keine 20 Jahre alt sind. Das weckte natürlich mein Interesse, denn eine so junge Band hatte ich wirklich nicht erwartet.

Dann legten sie los und fegten mich sofort vom Bild. Ihr Art-Pop, der des Öfteren an den Post-Rock der schwedischen Musikszene erinnert, ist hervorragend umgesetzt: Wirklich kreative und abwechslungsreiche Drum-Patterns treffen auf gute Kompositionen und die tolle Stimme des Sängers Frederik legt sich wie ein maßgeschneiderter Mantel über den Sound der Band.

Jener Sound ist darauf ausgelegt, große Bildnisse zu schaffen. Er ist wuchtig, gleichzeitig detailreich und verspielt. Ich muss wirklich sagen, dass mich die Giant Rooks deutlich beeindruckt haben. Diese Band solltet ihr definitiv auf eurem Radar behalten!

Steaming Satellites: Fieber? Pfah!

Steaming Satellites 02

Manfred Mader: Bassist der Steaming Satellites

Nach dem hervorragenden Support und der anschließenden Umbaupause kamen dann die Steaming Satellites auf die Bühne. Sänger Max Borchardt erzählte nach einigen Songs, dass er bereits den gesamten Tag über an einem Fieberanfall litt und das Konzert fast abgesagt hätte. Trotzdem schleifte er sich auf die Stage – und wie!

Hätte er es nicht erzählt, hätte ich es gar nicht erst gemerkt. Einmal blieb Borchardt an einer hohen Stelle die Stimme weg, ansonsten hat er seine Songs klasse und mit viel Energie gesungen. Das trifft genauso sehr auf die gesamte Band zu: Ihr Spacerock wirkt live merklich roher und die Kraft, die ihre Musik ausstrahlt, steigert sich dadurch nochmals immens.

Das reguläre Set wurde dann mit der aktuellen Single „Honey“ beendet, der dem Set nochmals eins draufsetzte. Der Song ist live dafür prädestiniert, eine intime Atmosphäre zu schaffen und genau das war auch der Fall. Das wurde nur noch von der Zugabe „How Dare You!” getoppt, in der die Crowd die Hook „How dare you, godspeed” mehrmals exzessiv sang, was die Band sichtlich freute.

Für ein paar Stunden einfach mal alles vergessen

FZW Dortmund

Werktagskonzerte sind immer wieder ein zweischneidiges Schwert. Viele werden sicherlich auch schon negative Erfahrungen mit Konzerten unter der Woche gemacht haben. Dieser Auftritt der Steaming Satellites mit den Giant Rooks als Support war aber ein absolutes Gegenbeispiel. Beide Bands hatten Spaß und auch die Crowd war gut drauf.

Vor allem die Songs der Österreicher eignen sich wunderbar dafür, um für eine kurze Zeit einfach mal alles um sich herum zu vergessen und auf den Moment zu achten – sowohl auf ihren Alben, als auch live. Beide Bands überzeugten mit kreativer Musik, die Spaß macht und die nachhaltig beeindruckt und viel mehr kann man von einem Konzert doch gar nicht erwarten!

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