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Foto: Wolfgang Lienbacher

Zweieinhalb Jahre sind nun ins Land gezogen, seitdem Steaming Satellites ihr letztes Album „Slipstream” veröffentlichten und der Erstling „The Mustache Mozart Affaire” hat sogar schon viereinhalb Jahre auf dem Buckel. Um die Wartezeit auf die dritte LP zu verkürzen haben die Jungs nun eine selbstbetitelte EP veröffentlicht, die fünf Songs umfasst und die hat es in sich!

Steaming Satellites - Steaming Satellites EP

Steaming Satellites profilierten sich in den letzten Jahren über einen sehr eigenen Indie-Sound, der stark von elektronischen Sounds geprägt ist. Auch die EP tut dem keinen Abbruch, allerdings entwickelte die Band ihren Sound in diesem Bereich einmal mehr weiter. Elektronischer Indie-Alternative dürfte die wohl passendste Beschreibung sein und extrem tanzbar ist das Ganze auch noch – ich für meinen Teil kann mir die Songs der neuen EP sehr gut in einem verrauchten Indie-Club vorstellen.

Quer durch alle Gefühlswelten

Das zeigt bereits der Opener „Rocket”. Das Gitarrenriff bewegt den Körper, ohne, dass der sich auch nur ansatzweise dagegen zur Wehr setzen kann. Das Drum-Pattern in den Versen ist sehr stimmungsvoll und der Chorus ist voll von Details und einem vollen Soundbild. Dazu kommt dann noch die markante Stimme von Sänger Max Borchardt, dessen Stimme perfekt zur Band passt und dem Sound eine weitere rhythmische Ebene auf den Weg gibt. Sowohl der Songname und der Text passen dabei perfekt, denn während der Song läuft, habe ich das Bildnis eines umherfliegenden Raumschiffs in meinem Kopf umherrschwirren.

In die gleiche Kerbe schlägt dann auch „Unreal” mit sehr verträumten Lyrics und einer Bassline, die ins Mark geht. Die ersten beiden Songs sind absolute Ohrwürmer, gehen einem dabei aber auch nach dem zigsten Durchlauf keinesfalls auf den Geist und von „Guilty Pleasure” brauchen wir in diesem Bezug gar nicht erst anfangen.

„Well, I got something to admit / I feel like everything is unreal / I hope you don’t mind”

Steaming Satellites – Unreal

Passend zum Thema springen vier kurz zum vierten Song: „Restless Robot” bietet ein tolles Zusammenspiel aus Drum-Pattern und Bassline. Borchardt wird bis zum Morgengrauen tanzen und genau das nehme ich ihm anstandslos ab, wenn ich mir den Song anhöre – ich würde es nicht anders tun!

In eine etwas andere Richtung geht die Gruppe dann der dritte Track „Honey”. Zwischenmenschlichkeit ist das Thema und der breitgestreifte Sound untermalt dies hervorragend. Speziell dieses Stück trifft einen Nerv und zieht den Hörer in seinen Bann. Man hört den Texten hier nochmal etwas mehr zu, als ohnehin schon und es kommt auf jeden Fall eine ganze Menge rüber. Der Song ist einfach wunderschön – anders kann man es nicht ausdrücken.

Der abschließende Song „Move On” wirkt dann fast schon konträr zu „Honey”. Der Sound ist sehr dunkel, durchzogen von langgezogenen Synths und Borchardt wirkt in seiner Rolle als Sänger entschlossener, als je zuvor. Gerade dieser Song ist in seiner Stärke und Wirkung absolut beeindruckend und schließt diese EP hervorragend und mit nachdenklichen Gefühlen ab.

Eine großartige Band entwickelt sich spürbar weiter

Steaming Satellites haben ihren Sound in den vergangenen viereinhalb Jahren gefunden – so viel sollte klar sein. Dieser Sound ist äußerst kraftvoll und bringt alleine durch die instrumentalen Impressionen jede Menge herüber. Überall finden sich in den Songs immer neue Details, durch die die EP auch nach mehrmaliger Dauerschleife nicht langweilig werden. Man entdeckt immer wieder etwas neues.

Dass die Band „ihren Sound gefunden hat” heißt aber auf keinen Fall, dass sie sich nicht merklich weiterentwickeln oder gar stehen bleben. Stattdessen bauen sie ihre Musik stetig weiter aus, überraschen durch neue Elemente und überhaupt: Die Songs, die sie produzieren sind unvergleichbar gut! Gleichzeitig bleiben sie im Ohr stecken, regen zum Tanzen an und machen einen auch noch nachdenklich.

Auch diese selbstbetitelte EP unterstreicht dies. Die Band produziert ungemein originelle Musik in einer Zeit, in der sich vieles zu gleichgeschaltet anhört. Auch der Name dieser EP ist bezeichnend: Er zeigt ganz eindeutig in konzentrierter Fassung, wer die Steaming Satellites sind und das tut dem Hörer von vorne bis hinten gut!

Nebenbei sei übrigens noch gesagt, dass die Band derzeit auf großer DACH-Tour ist und sie dabei eine ganze Menge Shows spielen. Da dürfte garantiert für jeden ein passender Ort an Bord sein:

Steaming Satellites: Tourdaten

  • 22.10. – Wien, WUK (ausverkauft)
  • 23.10. – Graz, PPC
  • 24.10. – Linz, Posthof
  • 26.10. – Rüsselsheim, Das Rind
  • 27.10. – Münster, Sputnik Café
  • 28.10. – Nürnberg, MUZclub
  • 29.10. – Berlin, BiNuu
  • 30.10. – Dresden, Beatpol
  • 31.10. – Erfurt, Franz Mehlhose
  • 02.11. – Hamburg, Molotow
  • 03.11. – Dortmund, FZW
  • 04.11. – Köln, Luxor
  • 05.11. – Karlsruhe, Substage
  • 06.11. – Bern, Dachstock
  • 07.11. – St. Gallen, Grabenhalle
  • 09.11. – Regensburg, Alte Mälzerei
  • 10.11. – Stuttgart, Dynamo Werk
  • 12.11. – Konstanz, Kulturladen
  • 13.11. – München, Strom
  • 14.11. – Salzburg, Rockhouse

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