Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Am 12. Oktober veröffentlichten Stick To Your Guns ihr inzwischen sechstes Album „True View“, mit dem sie selbstredend auch auf Release-Tour gingen. In Hamburg spielten sie im ausverkauften Gruenspan, mit an Bord waren Being As An Ocean, Silent Planet und First Blood.

Letztgenannte eröffneten den Abend und dürften unter die Kategorie „klassischer Hardcore-Support“ fallen: Solider Hardcore, der einen nicht allzu sehr fordert und trotzdem für einen guten Einstieg in den Abend sorgt. In der Crowd fanden sich bereits zur frühen Uhrzeit erste Moshpits. Nachhaltig beeindruckendes wurde jedoch nicht geliefert.

Silent Planet hingegen wussten schon deutlich besser zu gefallen. Hier trifft die härte des Genres auf unheimliche Atmosphären im Sound. Die Band um Frontmann Garrett Russell legt alles in die Waagschale und hinterlässt durchaus einen bleibenden Eindruck.

Nun wurde es richtig heiß im Gruenspan: Being As An Ocean übernahmen das Geschehen auf und vor allem vor der Bühne. Frontmann Joel Quartuccio hält es keine zwei Minuten auf selbiger, da springt er schon in den Security- und Fotograben, um der Crowd direkt ins Gesicht zu brüllen. Immer und immer wieder treibt es ihn zudem mitten ins Gemenge. Es passiert viel, die Songs gehen gut nach vorne und differenzieren sich durch den starken melodischen Einschlag sehr schön vom typischen Einheitsbrei. Definitiv der stärkste Auftritt des bisherigen Abends.

Das konnte nur noch vom Main-Act des Abends getoppt werden: Stick To Your Guns! Doch bevor wir das herausfinden konnten, verging einige Zeit. Technische Schwierigkeiten zögerten diesen nämlich um ca. 30 Minuten hinaus.

Letzten Endes konnte es aber doch noch losgehen und die Kalifornier brachten die Meute direkt zum Toben. Druckvoll, geladen ohne Ende und wieder passiert praktisch überall irgendwas. Passend zum Tempo der Songs geht es hektisch zu auf der Bühne. Immer wieder wird gesprungen, hin und her gerannt und und und. Stick To Your Guns sind tight as ever, das neue Songmaterial fügt sich gut ins Gesamtgefüge ein.

Zwischendurch stellt sich Jesse Barnett alleine mit Westerngitarre auf die Bühne, was inzwischen zum Standard-Repertoire ihrer Live-Sets gehört. Die meiste Zeit geht es jedoch, wie gesagt, temporeich zu. Das Gruenspan ist inzwischen zur Sauna verkommen. Betritt man diese, wird man direkt von einer schwülen Luftwand begrüßt. Die Band hält das hohe Niveau über den gesamten Auftritt hinweg und bildet so einen würdigen Abschluss dieses Abends, bei dem nochmal alles zusammen kam.

Fotogalerie: Stick To Your Guns

Fotogalerie: Being As An Ocean

Fotogalerie: Silent Planet

Fotogalerie: First Blood

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