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Quelle: Pirate Smile PR

Letzten Freitag erschien das Album „Kopf.Stein.Pflaster“ von Tamas. Bevor ich auf das neue Album des Rappers eingehe, hier ein wenig Knowledge für den Schulhof: Tamas ist Teil von DeineLtan, jener Berliner Rap-Gruppe, die aufgrund des Tracks „Fick die Cops“ 2007 zum medialen Sündenbock avancierte. Inklusive Hausdurchsuchung und Anzeige. Wer mehr wissen möchte, findet hier einen netten Bericht des Tagesspiegels aus ebenjener Zeit.

Allerdings sind DeineLtan weit mehr als bloß ein Song. Sie waren bereits auf der legendären „Rap City Berlin DVD1“ vertreten und stellten sich als technikaffine, leicht asoziale, symphytische Chaoten dar. Lange galten die Typen zurecht als die Aushängeschilder schlechthin, wenn es um Double-time-Raps ging. Kein Wunder, dass auf dem 2006er Werk „Kopfschuss“ auch ein gewisser Kollegah zu finden war.

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Quelle: Pirate Smile PR

Jetzt also ein Solo-Album des Ur-Berliners Tamas. Und was für eins. Die synthetischen Beats wurden eingetauscht gegen Gitarre und Schlagzeug. Metal ist das, verrät mir der Pressetext. Ein Genre, um welches ich eigentlich einen meilenweiten Bogen mache. Selbst Kakkmaddafakka sind mir zu hart.

Nun muss ich gestehen, dass mir „Kopf.Steine.Pflaster“ doch ganz schön gut reingeht. Metal mit Rap – hätte ich auch nicht gedacht. Okay, ein bisschen geshoutet wird hier auch. Die Kollegen vom RockHard Magazin schreiben, das wäre „humorlos“? Da muss ich doch widersprechen. Vielleicht irre ich mich, aber mir machen Songs wie „Jesus schießt“, „Eat the rich“ oder besonders „Michael Jackson“ ganz schön viel Spaß.

Tamas schlägt häufig politische Töne an, doch umgeht er gekonnt die handelsüblichen Fettnäpfchen. Ich mag Reggae, doch die alte Leier von „dem System“, dass die Schwachen „unten hält“, kann ich nicht mehr hören. Tamas versucht nicht krampfhaft Lösungen zu finden für die Probleme dieser Welt, sondern lässt einfach Steine regnen. Kompromisslos, aber sympathisch.

Muss man bestimmt nicht mögen, aber für mich gibt es gerade keine bessere Musik zum Trainieren. Ebenfalls auf dem Album zu finden ist übrigens eine neue Version von „Fick die Cops“. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass DeineLtan damals freigesprochen wurden?

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