The Atrium Album-Release 01

Das erste Album-Release ist für eine Band immer etwas besonderes, das natürlich gebührend gefeiert werden will. So ging es auch The Atrium, die ihr Debütalbum „Up North“ veröffentlichten und am vergangenen Samstag ihre Release-Party im Duisburger Parkhaus Meiderich abhielten. Nachdem ich die Gruppe vor kurzem bereits als Vorband von Please Madame sah, luden sie mich zur Release-Party ein.

Neben The Atrium waren als Vorbands Wir Heben Ab und Käpt’n Moby eingeplant und im Anschluss sollten KUK den Abend gebührend beenden. Wenige Tage zuvor sagten jedoch beide Vorbands ab, sodass kurzfristig umstrukturiert werden musste. Als Vorband sprang dann stattdessen The Boy Who Cried Wolf ein. Von KUK habe ich übrigens nur den ersten Song mitbekommen, da es ganz und gar nicht meinen Musikgeschmack trifft und das Trio musikalisch einen zu Deichkind vergleichbaren Weg geht.

The Boy Who Cried Wolf springen spontan ein

The Boy Who Cried Wolf

Patrick Huven aka. The Boy Who Cried Wolf spielte mit einem Begleitmusiker ein halbstündiges Akustik-Set. Das ist nicht sein übliches Metier und es sind nicht alle Songs entsprechend umgeschrieben, sodass er bereits recht früh sagte „Ich muss heute etwas mehr reden, damit wir die halbe Stunde vollbekommen“.

Nichtsdestotrotz: Die Songs, die die beiden zum Besten gaben, waren musikalisch durchweg hochwertiger Natur. Ob nun mit einer oder bzw. Akustik-Gitarren oder einer E-Gitarre – die Songs können sich akustisch durchaus hören lassen. Um die beiden Bands, die kurzfristig absagten, war es zwar schade, dennoch wurde in The Boy Who Cried Wolf ein guter Ersatz gefunden.

The Atrium liefern ab

The Atrium Album-Release 02 The Atrium Album-Release 03

Anschließend kamen dann The Atrium auf die Bühne, die ob ihrer Album-Veröffentlichung sichtlich gut gelaunt waren. Natürlich wurden alle zehn Songs des Albums gespielt, darüber hinaus gab es aber auch bereits zwei neue Tracks zu hören. Live fällt vor allem auf, dass der „hymnische Pop-Rock“ (so beschreibt die Band ihre Musik) deutlich rockiger rüberkommt, als in den Studio-Versionen der Songs, was mir wiederum sehr gut gefiel.

Das Publikum im recht vollen Parkhaus Meiderich war gut gelaunt und hörte der Band sichtlich gerne beim Spielen zu. Vor allem „24/7“ und „Electrified“ kamen besonders gut an – so gut, dass das Publikum eine Zugabe wollte, wobei die Band nach dem Set aber keine weiteren Songs mehr in Petto hatten, sodass sie die beiden erwähnten Tracks nach einer fixen Umfrage im Publikum einfach nochmals spielten.

The Atrium Album-Release 04

Man merkt definitiv, dass The Atrium vor allem als Live-Band unheimlich Potential haben. Beim Konzert bringt die Gruppe nochmal eine ganz andere Dynamik auf die Bühne, die sich sehr von den Album-Aufnahmen unterscheidet, was eine gewisse Spannung mit hineinbringt. Ich für meinen Teil bevorzuge es, wenn sich eine Band live nicht komplett wie auf dem Album anhört – insofern trafen The Atrium bei mir einen wohlgesonnenen Nerv.

Für die Zukunft haben sie sich zumindest eine Menge vorgenommen und ich denke durchaus, dass sie dazu imstande sind, jedes Ziel zu erreichen, das sie sich stecken. Sie bieten eine starke Zugänglichkeit in ihren Songs, die aber nicht in Beliebig- und Austauschbarkeit endet, was vor allem live klar wird.

The Atrium Album-Release 05