The Bennies

Gewöhnlicherweise begeistere ich mich eher für anspruchsvolle Musik – entweder bieten sie lyrisch oder musikalisch etwas interessantes und eigenständiges (im Idealfall natürlich beides). Immer mal wieder ist all das aber egal; dann darf Musik auch einfach mal Spaß machen. The Bennies aus Australien schlagen mit ihrem Ska-Punkrock in genau diese Kerbe. In ihrer Heimat feiern sie mit ihrer Musik bereits größere Erfolge, nun machen sie sich daran, Europa mit ihrem Album „Wisdom Machine“ zu erobern.

The Bennies - Wisdom Machine

Auf ihrem Album vereint die Gruppe verschiedenste Elemente. Neben den primären Einflüssen aus Ska- und Punkrock-Bereichen finden sich auch Reggae-, Polka- und sogar Doom-Einschläge. Wohin die Reise geht, zeigt der Opener „Heavy Reggae“ bereits. Die Hälfte des Songs wird für ein ausgedehntes Instrumental genutzt, auf dem sich treibende Drums und groovige Blasinstrumente hören lassen. Entspannter wird es, wenn Sänger Anty kurz einsetzt, bevor der Song dann wieder im Instrumental explodiert.

You can’t complain
When there’s no one to blame
There is nothing outside
Except the sun and the rain

The Bennies – Heavy Reggae

Dass die Band daran interessiert ist, ihre Tracks in verschiedene Richtungen zu führen, zeigt sich über die Länge des Albums an mehreren Stellen. Der zweite Track „Party Machine“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür: Nach dem ersten Chorus schleichen sich Synthie-Sounds ein, die im weiteren Verlauf des Songs überhand nehmen und den gitarrenlastigen Party-Song zwischenzeitlich in einen Electronica-Track umwandeln.

Thematisch geht es oft um Partys und Weed. „Maybe We Can Get High“, „Legalise (But Don’t Tax)“ und „Party ‚till I Die (Or Die Trying)“ sind musikalisch relativ leichte Kost, deren Zuhören aber unheimlich viel Spaß macht. Vor allem „Legalise (But Don’t Tax)“ überzeugt auch durch humorvolle Texte. Alle diese Songs dürften in einem Punk-Club perfekt funktionieren.

An anderen Stellen zeigen The Bennies, dass sie auch eine gewisse musikalische Bandbreite besitzen. „Burnout City“ ist der wohl groovigste Song, der von Bass und Trompete getragen wird. Mit „Corruption“ trauen sie sich hingegen in psychedelische Stoner-/Doom-Gefilde. Die Vielseitigkeit und die dazugehörigen Ideen sind ein großer Bestandteil am Interesse, das die Band auslöst.

Gerade das wiederum macht das Album hörenswert: Es gibt immer wieder neue Sounds zu entdecken und irgendwie passt doch alles unter dieses spaßige Ska-Punkrock-Dach zusammen. Ideenreichtum und Kohärenz miteinander in Einklang zu bringen, ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, die The Bennies scheinbar problemlos bestehen und gerade das ist eine hervorragende Grundvoraussetzung für die nächsten Jahre dieser Band.

The Bennies: Deutschland-Tour

  • 22.04. – Berlin, Cassiopeia, Uncle M Fest 2016
  • 23.04. – Münster, Skaters Palace, Uncle M Fest 2016
  • 25.04. – Hamburg, Hafenklang
  • 26.04. – Chemnitz, Subway To Peter
  • 27.04. – Göttinge, Exil
  • 28.04. – Bamberg, Live Club
  • 02.05. – München, Unter Deck
  • 03.05. – Stuttgart, Goldmarks
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