Gute Musik ist manchmal ganz leicht zu finden. Die Herren von The Deadnotes waren in der letzten Zeit nämlich häufiger als Support von anderen tollen Bands dabei, wo sie uns natürlich sofort ins Auge gefallen bzw. ins Ohr gegangen sind.

Die Musik der drei Jungs aus Freiburg im Breisgau hat für jeden Musik-Liebhaber etwas zu bieten. Von Indie über Punk bis Emo ist für jeden etwas dabei. Die 2016 veröffentlichte Platte „I´ll kiss all fears out of your face“ erinnert ein wenig an The Smith Street Band und glänzt mit großartigen Lyrics und überragendem Sound. Darius‘ Gesang klingt dabei ein wenig britisch, obwohl das seiner Aussage nach gar nicht beabsichtigt ist.

Neben Beach Slang waren The Deadnotes als Support von Smile and Burn unterwegs. Und genau da habe ich Darius (Gesang/Gitarre) und Jakob (Gesang/Bass) zum Interview getroffen. Da Drummer Yannik an der Tour nicht teilnehmen konnte, war Felix von Hal Johnson als Aushilfs-Drummer mit an Bord.

Fotos: Jasmin Reckers, noisiv.de

Ihr habt eine ganz andere Art auf englisch zu singen als die meisten deutschen Bands, sehr britisch würde ich sagen, woher kommt das?

Darius: Es war nie so ein beabsichtigtes Ding, wir werden aber sehr oft darauf angesprochen. Ich werde tatsächlich oft gefragt, ob ich aus England komme – zwar nicht wenn ich spreche, aber wenn ich singe. Es gibt einfach sehr viele britische Bands die ich hart abgefeiert habe und irgendwann habe ich mir einen Spaß daraus gemacht, mit einem übertriebenen englischen Akzent zu singen. Dann hat sich das ein bisschen verinnerlicht, also nicht so übertrieben, aber so in dem Stil zu singen.

Das Video zu eurem Song „Cardboard“ spielt rückwärts. Musstest du auch rückwärts singen? Und wie funktioniert das?

Darius: Ja!
Jakob: Man spielt den Song rückwärts ab, dann versucht man aufzuschreiben, wie das rückwärts klingt. Einer stand immer hinter der Kamera und hat ein Schild hochgehalten. Darius hat versucht es ein bisschen auswendig zu lernen oder es dann eben abgelesen. So in Lautschrift.
Darius: Ich dachte am Anfang das wäre voll einfach. Einfach die Worte rückwärts lesen und so aussprechen. Aber das hört sich einfach komplett anders an. Richtig schwer das auswendig zu lernen. Aber ich hab es fast geschafft – fast!

Euch passieren auf Tour immer viele verrückte Geschichten, ist auf dieser Tour schon etwas verrücktes passiert?

Jakob: Ja klar! Wir wurden einmal von der Polizei herausgezogen.
Darius: Der Klassiker!
Jakob: Der Klassiker, der uns aber noch nie passiert ist! Einmal wurden wir halt an der Grenze zur Schweiz kontrolliert, aber ganz entspannt. Und jetzt wurden wir richtig angehalten und Darius ist gefahren.
Darius: Das ist so die unspektakulärste Geschichte.

„Aber es passiert ständig Scheiße auf der Tour, auf jeder Tour.”

Also mein persönliches Highlight diese Tour war, als ich irgendwann am Schlafplatz ohne Schuhe stand und mich gefragt habe, wo eigentlich meine Schuhe sind. Ich habe sie wieder gefunden. Ich bin aber barfuß in ein Taxi gestiegen, zum Penn-Platz gelaufen und habe es dort bemerkt.
Jakob: Und es war auch so: er hat gepennt und war sehr verwirrt. Dann ist er im Auto aufgewacht und wir sind vom Auto zum Taxi  zum Penn-Platz und dann waren die Schuhe halt weg. Die lagen aber im Auto.

Ihr ward vor kurzem mit Beach Slang unterwegs, jetzt mit Smile and Burn, wie sieht es denn aus? Habt ihr nicht mal Lust eine eigene Headliner Tour zu machen?

Darius: Auf jeden Fall! Gerade nachdem man jetzt so viele Support Shows hatte, hat man wieder richtig Bock. Es sind großartige Shows für uns, aber man hat immer nur diese halbe Stunde in die man sich einschränken lassen muss und trotzdem versucht das beste herauszuholen. Wir waren auch schon auf kleineren Headliner Touren unterwegs, aber nach so vielen Support Shows besteht auf jeden Fall wieder richtig Lust mehr Songs reinzupacken und mehr aus dem Set rauszuholen.

Was nervt euch auf Tour denn an euch gegenseitig?

Darius: Das ist richtig schwierig. Wir spielen schon Ewigkeiten zusammen und wir nerven uns ziemlich oft richtig heftig an. Auf der Tour war es tatsächlich sehr entspannt.
Jakob: Es gibt aber echt Phasen, da ist es total schlimm. Ne halbe Stunde mal, dann ist aber wieder gut. Ich kann jetzt nicht genau sagen, was mich an den anderen speziell nervt.
Darius: Ich glaube eben, dass wir schon so lange zusammen spielen zeigt, dass es grundsätzlich einigermaßen gut läuft. Ich merke aber immer wieder, dass die Sachen, die mich aufregen, die kleinsten, unnötigsten Dinge sind.
Jakob: Ich bin so ein Typ, ich komme gar nicht auf Ess-Geräusche klar. Yannick schmatzt auch ganz gerne mal und das regt mich schon auf, aber bei jedem.
Darius: Ach, als ich gestern Kaugummi gekaut habe warst du deshalb so!

Was würdet ihr niemals vor euren Band-Kollegen machen?

Darius: Wir benutzen meistens Zahnbürsten auf Tour zusammen, da gibt es nur noch sehr wenig Grenzen die man noch überschreiten kann. Mal überlegen… Ne! Ich mach alles vor dir (zu Jakob). Für dich mach ich auch alles!

Welche drei Alben würdet ihr mit auf eine einsame Insel nehmen?

Darius: Das ist schwierig. Ich höre in letzter Zeit viel Emo-Kram. Ich weiß nicht, ob ich wenn ich auf einer einsamen Insel bin den ganzen Tag Emo hören will. Momentan würde ich auf eine einsame Insel auf jeden Fall sehr gerne ein Smile and Burn Album mitnehmen. Ich finde die neue Platte richtig großartig und da sind so viele Gruppen-Gesänge drin, schöne Shouts und Hymnen, da fühlt man sich niemals einsam.
Jakob: Einer meiner Favorits ist The Hotelier, „Home, Like Noplace Is There“ von denen. Die finde ich schon seit Ewigkeiten geil und die wird auch einfach nicht langweilig. Das ist aber Emo.
Darius: Ich bin ganz großer The Smith Street Band Fan und freue mich riesig auf das neue Album. Das ist auch so Musik die sehr emotional ist aber auch gleichzeitig einen so gut fühlen lässt und die Texte einen so bewegen weil sie auch so viel über Beziehungen aussagen. Also eigentlich alle The Smith Street Band Platten und die Neue wird bestimmt auch großartig.

Ihr seid in letzter Zeit viel in Hamburg gewesen, im Molotow, in der Pooca Bar, heute im Hafenklang. Was verbindet ihr mit Hamburg oder was mögt ihr besonders gerne? Und was hat es mit der Pizza Bande auf sich?

Darius: Grundsätzlich verbinde ich mega viel mit Hamburg, weil ich als kleines Kind hier ein paar Jahre gelebt habe. Da war ich so drei, vier Jahre alt. Das war zu einer Zeit, wo man das natürlich noch nicht so bewusst wahrnimmt, aber ich persönlich fühle mich der Stadt gegenüber sehr verbunden. Ich kenne mich hier auch relativ gut aus und freue mich jedes Mal wenn ich hier bin. Es ist einfach eine wahnsinnig schöne Stadt, gerade am Hafen und auch alle Läden wo wir bisher gespielt haben waren auch wahnsinnig schön. Und die Pizza Bande ist einfach der allergeilste Pizza-Laden überhaupt! Unsere Kollegen von Redensart aus Freiburg, von denen haben wir das übernommen. Die waren mega oft dort und machen das glaube ich jedes Mal wenn sie in Hamburg sind. Irgendwie haben wir das jetzt übernommen. Das ist einfach ein Pflicht-Besuch in Hamburg für gutes Essen!

Wie sieht euer Plan für die Zukunft aus?

Darius: Als Band macht man sich da natürlich schon Gedanken. Wir haben halt eine Headliner Tour geplant, worüber wir vorhin schon gequatscht haben. Wir wollen auf jeden Fall wieder aufnehmen. Ich habe auf der Tour jetzt wieder mega Bock bekommen neue Sachen zu schreiben. Wir haben auch schon konkrete Studio-Pläne und wir spielen ein paar Festivals, vor allem im Ausland.

Möchtet ihr der Menschheit noch etwas mit auf den Weg geben?

Darius: Ich bin gar kein Mensch, der der Menschheit irgendetwas mit auf den Weg geben will. Ich bin einfach froh wenn wir Musik machen können, ein paar Leute zuhören und man gemeinsam eine tolle Zeit hat!

The Deadnotes live im Hafenklang:

Ich bedanke mich ganz herzlich für das nette Gespräch, das tolle Konzert und die coole Party danach. Ich hoffe wir sehen uns ganz bald wieder!

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte The Deadnotes auf jeden Fall bei Facebook ein Like dalassen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben!

 

 

 

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