Fotos: Imke Meyer

Als die Daten der Europatour veröffentlicht wurden wusste ich, dass eine Reise nach Berlin unumgänglich ist. So wurde ein ganzes Wochenende in Berlin gebucht und die Vorfreude auf meine erste Show der bezaubernden The Decemberists würde nichts mehr im Wege stehen. Mit ihrer achten Platte „I’ll Be Your Girl“ gab es einen guten Grund, nach 2015 erneut die Venues in Europa zu besuchen.

Es war meine Premiere was Konzerte in Berlin angeht. Das Astra Kulturhaus entpuppte sich dabei als schöne Location, wo neben zwei getrennten Garderoben und einem großen Merchandise-Stand insbesondere die Bar an der rechten Seite der Bühne positiv auffiel. Als Support auf der kleinen Tour durch Europa haben The Decemberists Hop Along aus Philadelphia mitgebracht. Bei der Gruppe handelt es sich keineswegs um Newcomer, Hop Along bestehen bereits seit 2005 und haben erst dieses Jahr ihr viertes Album „Bark Your Head Off, Dog“ veröffentlicht. Insbesondere die kratzige Stimme von Frontfrau Frances Quinlan ist enorm prägnant, während das Zusammenspiel zwischen ihr und Gitarrist Joe Reinhart aufgrund seiner Größe an Nirvanas Kurt Cobain und Krist Novoselic erinnert. Musikalisch bewegten sich die Songs zwischen Indie-Rock und Pop und es gefiel mir am besten, wenn die Band mit verzerrten Gitarren aus sich herauskam.

Mit einem frenetischen Applaus wurden The Decemberists begrüßt und legten mit „Don’t Carry it All“ und Colin Meloys Mundaharmonika wunderbar los. Es folgte mit „Here I Dreamt I Was an Architect“ ein altes Stück bevor die ersten neuen Songs vorgestellt wurden. Positiv beim Konzert fiel das Publikum aus: Von Jung bis Alt war das Publikum bunt gemischt, ebenso mit Zuhörern, die sowohl die neuen als auch die alten Songs feierten.

Insgesamt gab es eine abwechslungsreiche Setlist, bei der auch persönliche Perlen tatsächlich gespielt wurden. So ging mein Herz besonders bei „The Engine Driver“ auf, während ich mich bei den ersten Klängen von „Rox in the Box“ erwischte, wie ich unkontrolliert anfing zu jubeln. Mit „Annan Water“ wurde zudem ein Song von „The Harzards Of Love“ gespielt, das ebenfalls zu meinen Lieblingsalben überhaupt zählt. Zudem hat „Shankill Butcher“ mich live komplett umgehauen. Bei „We All Die Young“ ließ Meloy die Menge den Refrain auf deutsch übersetzen und singen und schaffte somit eine witzige Interaktion zwischen der Band und dem Publikum.

Mit „Russalka Russlaka / The Wild Rushes“ als mein Lieblingshit des neuen Albums wurde das Hauptset gebührend beendet. Natürlich kamen sie im Anschluss nochmal auf die Bühne um „Once In My Life“ und den Publikumsfavoriten „The Mariner’s Revenge Song“ zum besten zu geben. Auch wenn die gesamte Band ihr vorletztes Konzert einer langen Tour (seit März) spielten, gaben The Decemberists nochmal alles und animierten das Publikum.

Foto: Imke Meyer

Mein erstes Konzert in Berlin und damit auch meine Premiere auf einem Konzert von The Decemberists hätte nicht schöner sein können. Eine großartige Liveband mit wundervollen Melodien und interessanten Geschichten, vorgetragenen Mythen und Anekdoten, die jeder Fan live erleben sollte. Hoffentlich auf der nächsten Tour dann in Hamburg, denn wo sonst könnte in Deutschland ein Akkordeon schöner klingen?